Beim Improtheater – und überhaupt in der Improvisation – stehen wir vor der Frage, wie wir mit unseren Impulsen umgehen sollen: Einerseits brauchen wir eine erhöhte Wahrnehmung für sowohl innere als auch äußere Impulse. Den inneren strengen Zensor abzuschalten, der uns Inhalte und Formen zensiert, ist eine der ersten und immer wiederkehrenden Übungen des improvisierenden Künstlers. Andererseits müssen wir unsere Impulse editieren, sonst rutschen wir in alltägliches Reagieren. Wenn das Improtheater mit diesen impulsiven Alltagsreaktionen gefüttert wird, entstehen meist negative Szenen, Charaktere sagen „Ja, aber“ oder benennen alles eins zu eins – die kreative Energie geht verloren.
Eine Lösung für diese Zwickmühle sind Games: Wir stellen ein Spiel mit Regeln auf, die sich genau auf diese Impulse beziehen. Die Blockier- und Akzeptierspiele z.B. arbeiten genau mit den Impulsen des Verneinens, ein Spiel wie das ABC-Spiel arbeitet mit dem Impuls des skeptischen Überprüfenwollens usw.
Auf lange Sicht erreichen wir durch unser Impro-Training zweierlei: Wir polen unsere Impro-Impulse um (indem wir den Ja-Muskel trainieren) und zweitens werden wir wacher für kleine Impulse überhaupt. Dadurch erhöht sich unsere Fähigkeit, auf vielfältige Impulse unterschiedlich zu reagieren. Eine größere Bewusstheit lässt uns zu tieferen Schichten des Unbewussten stoßen.

Impulskontrolle

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