Und so muss nun auch Dämon Dahnasch ein Loblieb über Prinzessin Budûr rezitieren,

dann sang er dies Lied, obwohl die Dichtung ihn sonst mied: (…)

Noch immer können die beiden sich nicht einigen, also rufen sie einen unparteiischen Dämon herbei.

Der hatte ein blindes Auge, war bucklig und krätzig; seine Augen waren der Länge nach durch sein Gesicht geschlitzt, er hatte auf dem Kopfe sieben Hörner, und vier Haarsträhnen hingen ihm bis auf die Köchel; seine Hände waren Worfschaufeln, seine Beine wie Masten, er hatte Klauen wie die eines Löwen und Hufe wie die eines Wildesels.

Dieser lobt die Schönheit der beiden und entscheidet so:

Die beiden sind gleich an Schönheit und Lieblichkeit, an Anmut und Vollkommenheit, und es ist kein Unterschied zwischen beiden, nur dass sie verschiedenen Geschlechtes sind. Doch habe ich noch einen anderen Gedanken, und der ist, dass wir je einen von beiden aufwecken, ohne dass der andere es weiß; und wer dann von heißerer Liebe zu dem anderen entzündet wird, der soll ihm an Schönheit und Anmut unterlegen sein.

Das nennen einige Soziologen "Ökonomie der Liebe": Der Hässlichere, weniger Begabte usw. liebt stärker. Der Schönere ist in ständigem Stress, ob er sich vielleicht doch "unter Wert" verbunden habe. Ein seltsames Konzept von Liebe, das aber mehr noch in der modernen Gesellschaft anzufinden ist: Man ist ständig mit Lebensalternativen konfrontiert und vor allem mit der Möglichkeit, tatsächlich noch mal alles umzuwerfen und "von vorne" zu beginnen.

Dahnasch verwandelt sich in einen Floh, beißt Kamar ez-Zamân und weckt ihn.

182. Nacht
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