Dan Richter

Aktuelles

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November/Dezember 2003
September/Oktober 2003
Juli/August 2003
Juni 2003 (Poetry Slam USA Tour)

 An den 8 Sonntagen vom 12.9. - 31.10. gebe ich gemeinsam
mit zwei Kollegen wieder einen Impro-Workshop.
Infos hier.

August 2004

29. August
Der Film "Butterfly Effect" ganz nett anzusehen, aber man hat dann hinterher doch das Gefühl, dass wir das bei "Lola rennt" alles schon mal besser serviert bekamen. Vor allem sollte Hollywood aufhören, zuviel bedeuten zu wollen. Und mit der Philosophie sollten sie es ohnehin lassen. Der ganze Film leider ziemlich überladen: Hin- und Hergebeame, der schon beinahe obligatorische Kindesmissbrauch, ein Knast voller Brutalos und zuckersüßes Studentenglück breitgelatscht. Schön allerdings, wenn der Siebenjährige wie ein Erwachsener spricht. Das Schönste an dem Film ist aber der fette sexbesessene Grufti.


Die perfekte Studenten-WG

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28. August
Dass Komiker und Kabarettisten in dem Ruf stehen, sich für jeden Scheiß zu prostituieren, ist ein durch die Dummheit vieler Werktätiger dieser Branche gerechtfertigtes Vorurteil. Aber was treibt drei von dieser Sorte dazu an, nach Kabul zu reisen, um die dort verbarrikadierte Bundeswehrtruppe zu bespaßen? Auch wenn diese Dummheit jetzt schon vier Monate zurückliegt, will ich hier noch mal auf dieses Dreierpack Klotzwürste hinweisen: "Der flotte Dreier" mit Jörg Büttner, Dirk Bublies und Alexander Schäfer unterschreitet noch erwartbar schlimmstes Niveau. Zitat aus ihrem Afghanistan-Bericht:

"Gewohnt wurde in Containern, gegessen mit den Kameraden und die Freizeit verbrachte man im Betreuungszelt, “Internet-Cafe” oder im Gespräch mit den Soldaten."

Färbt Armee-Sprech so schnell ab oder sind die drei ohnehin ohnehin so drauf?
Hier die lustige Frontberichterstattung der flotten Drei. (Kotzschüssel bereithalten)
Und hier berichtet die Berliner Zeitung (etwas distanzierter).

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27. August
Nun hab ich mich doch breitschlagen lassen, mal einen Text über Olympia zu verfassen, wenn auch in sehr verdichteter Form - ein Gedicht sozusagen:
Text
Audio (mp3-Streaming live Aufnahme bei der Chaussee der Enthusiasten)

24. August
Hat eigentlich schon mal jemand festgestellt, dass George W. Bushs "Drückebergerei" im Vietnamkrieg sein vielleicht sympathischster Charakterzug ist?

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7. August
Lesung mit Jochen Schmidt in Chemnitz bei den Herausgebern des kleinen Hefts "Comma", die sich viel Mühe geben bei diesem vierstündigen Vorlese-Marathon, bei dem Jochen und ich dann die letzte dreiviertel Stunde absolvieren sollen.
Lehren aus diesem Wochenende:
1. Traue keinem Kellner, der dir, nachdem du die erst halb aufgetauten Klöße zurückgegeben hast, anbietet, dir stattdessen Semmelknödel zu bringen. Das wird eine halbe Stunde dauern und ihre Temperatur wird nur knapp über dem Gefrierpunkt liegen. In dieser Zeit hat dein mitreisender Kollege schon seinen Rieseneisbecher verdaut.
2. Ich bin mir nicht sicher, ob Sachsen Lyrik schreiben sollten. Sie öffentlich vorzutragen, müsste man ihnen verbieten.
Kostprobe 1: "Murgnnebl, deor sisch einis nochmiddogs lägt."
Kostprobe 2: "Pfonnguchn mit Schilee, so kischmeidisch wie dein Oborgürbor."


Lesemarathon  und Berlin-Marathon - zwei Paar Schuhe, zwei Paar Diäten. Der Aschenbecher beschwert die auf dem Apfelschorleglas ruhende Zeitung, die die Wespen abschrecken soll.






Um unsere Nervosität vor dem Auftritt zu kaschieren, fotografierte ich uns mehrmals. Die meisten Fotos sind nichts geworden. Und auch bei diesem musste ich mit Fitzelarbeit die roten Augen rausretuschieren. Wäre ein Rote-Augen-Foto ehrlicher gewesen? Entscheidet selbst.

 


Chemnitz. Publikum.



Jochen liest. Das Mikrofon, das er dabei benutzt ist ein anderes als das, welches man hier sieht.


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3. August 2004
Warum, so wird sich die aufmerksame und eifrige Besucherin dieser Seite fragen, gab es im Juli nichts Aktuelles? Hier die Antwort: Um mich herum gaben sämtliche technische Geräte ihren Geist auf. Ich fühlte mich wie ein Negativ-König- Midas: Alles, was ich berührte, wurde zu Scheiß:
- mein dunkelblaues Rollo
- mein grünes Nishiki-Fahrrad (gestohlen)
- mein PC
- das externe Netzteil meines Laptop
- das Vorderrad meines neuen Kalkhoff-Fahrrads (kaputtgefahren)
- mein schwarzes Rollo
- mein Walkman mit Aufnahmefunktion
- das interne Netzteil meines Laptop
- mein altrosa Rollo
- das Motherboard meines Laptop
- mein Dispo-Kredit.

Und genau wie Midas hatte ich Angst, überhaupt noch etwas in die Hand zu nehmen.

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Der neue Monat immerhin bringt Licht in das Dunkel unserer Seelen. Gestern haben wir mit der Chaussee der Enthusiasten eine schöne Premiere in den Comedy-Club Kookaburra gezaubert. Welterklärungen, Streitgespräche, Stand Up Comedy von Jochen Schmidt, Bohnis Geburtstag.

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1. August

Bohni hat Geburtstag. Wir feiern in kleiner Runde im Schusterjungen. Bohni lässt Wodka springen.

So weit, so gut. Doch da bemerken Volker Strübing und ich, wie links hinter Bohni eine transparente Frau auftaucht und rechts neben ihm ein Gesicht mit Leuchtaugen und ohne Mund. Da wird uns schummerig. Bohni lässt sich nichts anmerken. An einem Fenster des Hauses, dessen Parterrefront man auf dem Bild ebenfalls sehr deutlich sieht, sitzt die ganze Zeit eine schwarze Katze. Kaum ist sie weg, erscheint an einem anderen Fenster das Profil eines dicken Mannes. Kurz darauf geht er fort, und die Katze ist wieder da. Zufall? Volker und ich spekulieren auf eine ganz abgefeimte Idee der CIA. Es gibt eigentlich nur drei logische Erklärungen:

a) Der Mann zieht sich ständig sein enges Katzenkostüm über.
b) Die Katze zieht sich immer wieder ein Menschenkostüm über.
c) Der Mann ist gar kein Mann, sondern eine Puppe, mit der die Katze spielt.

Doch alle drei Erklärungen sind perdu, als auf einmal Katze und Mann gleichzeitig (!!!) am Fenster erscheinen. Volker wird kreidebleich und mir stockt der Atem. Uns ist klargeworden - beide sind von der CIA ferngesteuert.
Bohni bleibt uns eine Antwort schuldig.

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Wenn ich keine Lichtenrader Schwiegereltern hätte, käme ich viel seltener in den Erholungspark Marzahn. Dort werden die Wiesen mit Geräten gesprengt, die mich an meine vierbeinigen Feinde erinnern.

 

 Dan Richter

 

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