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29.12.
Meine Hits und Misses des ausgehenden Jahres will ich euch nicht
vorenthalten, sonst heult ihr mir nachher wieder die Ohren voll. Und das
ist ja schließlich kein schöner Anblick, wenn meine Ohren mit euren
Tränen überlaufen.
Also bitte, ihr wolltet es ja so. Ich schicke noch vorweg, dass ich mich
so fühlte wie die Berlinale-Jury, wenn ein paar ganz gute Sachen dabei
waren, es aber nicht für goldene, sondern nur für silberne Bären
gereicht hat.
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Film |
Buch |
Theaterstück |
| Freude des Jahres |
Mit La
Mala Educación wird Almodovar noch almodovaresker. Und
was will man mehr erwarten.
Wolfzeit von Michael
Haneke bekommt von mir trotz einiger Längen noch einen Extrapunkt
für das formale und inhaltlich verstörende Experiment - die
konsequente Fortsetzung von "Funny Games" |
Die Gebrauchsanweisung
für die Bretagne ist ein sehr angenehmes Buch, das sich
als Reiseführer tarnt. Aber noch mehr als über diese Landschaft
erfährt man über einen gewissen Berliner Schriftsteller
namens Jochen
Schmidt. |
Die Blue Man Show habe
ich hier schon zu oft gelobt.
Deshalb gebührt mein Dank dem Improtheater "Die
Gorillas" für einen überaus
heiteren, offenen, improvisatorisch riskanten, und schauspielerisch
glänzenden Abend irgendwann im Mai. Eine Langform, für die es,
soweit ich weiß noch gar keinen Namen gibt: Alles entsteht aus
einem lockeren, heiteren Anfangsgespräch mit dem Publikum. |
| Ärgernis des Jahres |
Bei
"Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" habe ich
mich zwei Stunden lang darüber gefreut, nicht den ersten Teil
gesehen zu haben.
Sie: verbringt die Zeit mit Ulkig-Laufen
Er (Hugh Grant): Kann er auch noch anders gucken als
putzig-veschmitzt? |
Jonathan Nathan:
"Die Geduld der Spinne"
Den Ankündigungen und Kritiken zufolge sollte dieser
Killer-Thriller die Hannibal-Lecter- Trilogie in den Schatten
stellen. Nur geht leider die Spannung flöten, wenn, um im
Beispiel zu bleiben, die Glaswand zwischen Hannibal und Agent
Starling entfernt wird. Wissenschaftlich bewegt sich der Roman auf
der küchen- psychiatrischem Niveau. Aufpassen, wenn sich jemand
am Knie kratzt, er könnte seine Identität gleich auf
"Killer" switchen.
(Ergänzung: Dass ich mir in diesem Jahr auch noch den entsetzlich
pennälerhaften "Krebsgang" von Grass
angetan habe, ist mein persönlicher Fehler. |
Leo Bassi im
Tränenpalast
Voller hoher Erwartungen ging ich im Oktober in den Tränenpalast,
denn von Leo Bassi hatten wirklich alle geschwärmt. Ob es daran
liegt, dass sich der Geschmack meiner Freunde geändert hat oder
Leo Bassi früher besser war, weiß ich nicht. Die gesamte erste
Hälfte bestand aus dümmstem, populistischem Anti-USA.Gefasel;
und offenbar glaubte er auch noch, das sei in Deutschland
provokant. Und in der zweiten Hälfte jammert er, dass ihn
usbekische Taliban als Komiker mal nicht ernstgenommen hätten.
Nie fühlte ich mich den Taliban so nahe wie an jenem Abend.
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