Dan Richter

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April 2006


weitere Mozartanekdoten

Wie man Mozart einmal eine ekelhafte Grobheit verzieh (29.4.06)

Einmal lag Mozart mit dem Rücken auf dem Pianoforte und streckte die Beine in die Höhe. Dabei lachte er wie ein junger Affe. Unter ihm lag ein weißes Tuch, auf das er seinen Darm entleert hatte. Es roch streng in der Mozartschen Wohnung, und die gesamte Familie betrachtete den kackenden Wolfgang Amadeus. Doch übel konnte ihm das niemand nehmen, schließlich war er zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein halbes Jahr alt.

Hörtipp der Woche: Violinquintett C-Moll KV 406


Eine bekannte Melodie
(22.4.06)

Als Mozart bereits mehrere Tage tot in der Grube lag, wanderte an einem regnerischen düsteren Nachmittag eine schwarz vermummte Gestalt über den Friedhof und pfiff eine Weise, die uns heutzutage allen als „Kleine Nachtmusik“ wohlbekannt ist. Ein neunjähriger Knabe, der auf dem Friedhof eigentlich Eicheln hatte sammeln wollen, versteckte sich vor Schreck über die dahinhuschende Gestalt, auf einem Baum am Rande der Friedhofsmauer. Ein Blitz zuckte auf, und in seinem hellen Scheine, erkannte der Knabe unter der Kapuze die charakteristischen Gesichtszüge des Hofkompositeurs Salieri. Starr vor Schreck ließ er sich auf die andere Seite der Mauer gleiten und rannte heim, als wäre ihm der Leibhaftige auf den Fersen. Seine Mutter öffnete ihm die Tür und schloss den weinenden Jungen in die Arme. Er stammelte nur wirres Zeug und so brachte sie ihn zu Bett. Am nächsten Morgen waren die Haare des Jungen weiß und seine Stimme glich die eines Greises. Oh, du durchtriebener Salieri du!

Hörtip der Woche: "Eine Kleine Nachtmusik" G-Dur KV 525

 

Mozart und Bach (15.4.06)

Als Mozart im Alter von zwölf Jahren in London weilte, traf er dort auf den alten Johann Christian Bach, der in Berlin den sogenannten „Italienischen Stil“ entdeckt hatte und ein Sohn des berühmten Johann Sebastian war. Die beiden lieferten sich regelrechte öffentliche Improvisationsduelle am Klavier. Einige dieser „Battles“, wie man auf Englisch zu sagen pflegt, konnte Mozart für sich entscheiden. Einmal aber verspielte er sich und wurde traurig. Ob Johann Christian Bach ihm dabei half, sich aus dieser Depression zu befreien, ist leider nicht überliefert. Aber ausschließen kann man es nicht.

Hörtip der Woche: Ouvertüre aus "Don Giovanni" KV 527
(Morricone hat sich bei "Spiel mir das Lied vom Tod" hier bedient.)

 

Mozarts Genesung (8.4.06)

Bekanntlich litt Mozart zeit seines Lebens unter verschiedenen Krankheiten, die mit den im 18. Jahrhundert üblichen Mitteln behandelt wurden. Als man ihn wieder einmal zur Ader ließ und Mozart, kaum mehr bei klarem Verstand, seinen roten Saft ins Eimerl plätschern sah, sprach er zum behandelnden Arzt: „Du zapfest mir’s Blut als wärst ein Uhu.“ Den Mediziner irritierte diese Bemerkung. Als er Mozart nach dessen Genesung auf einem Ball darauf ansprach, antwortete dieser mit einem Seitenblick auf den zufällig danebenstehenden durchtriebenen Salieri: „Wenn du’s hörst, kannst’s nit sehen. Wenn du’s riecherst, hast’s schon längst gehört. Und warm ist’s allemal.“ Alles lachte, und Salieri zitterte vor Wut. Nur der Arzt, der verstand wieder mal gar nix.

Hörtip der Woche: Violinkonzert Nr. 5, A-Dur, KV 219

 

Gulden für Mozart und Schweigen ist Gold (1.4.06)

Als Mozart wieder einmal bei seinem Freund und Gönner Puchberg um ein Darlehen in Höhe von 1.000 Gulden vorsprach, zögerte dieser zunächst, doch angesichts der Verzweiflung des Kompositeurs ließ er ihm die gewünschte Summe zukommen und schrieb sie insgeheim für sich ab. Kurze Zeit später klopfte ein Bote bei Puchberg an die Tür, überreichte ihm eine Schatulle und verschwand. Als Puchberg die Schatulle öffnete fand er darin genau die 1.000 Gulden, die er Mozart geliehen hatte und einen wertvollen Ring dazu, der dem Anschein nach weitaus wertvoller war als die Zinsen für Mozarts Darlehen. Lange dachte Puchberg nach, dann beschloss er, Mozart weder auf die Schatulle, noch auf die Schulden, den Boten und schon gar nicht auf den Ring anzusprechen. Zum Glück, muss man sagen, denn er hätte er Mozart auch nur ein Wort von der Angelegenheit erzählt, hätte sich eine Kette von für Mozart äußerst unangenehmen Ereignissen entrollt, die einem hinterhältigen Plan entsprangen. Ein Plan, wie ihn nur ein so krankhaftes Hirn wie das des durchtriebenen Salieri aushecken konnte.

Hörtip der Woche: Davidde Penitente, C-Moll-Messe, KV 337

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