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August
2006
Mozartanekdoten

Mozarts Inspirationen
Einmal schaute Mozart aus dem Fenster seiner Wiener Luxuswohnung und schaute zu, wie der zufällig gerade stattfindende Regen die gesamte Stadt anfeuchtete. Eine Dienstmagd kam wie zufällig mit ihrem Hunderl vorbeigestraucherlt. Mit ihrem Kopftuch erinnerte die Magd ihn an eine Achtelnote. Das Hunderl erinnerte ihn an gar nix. Mozart schloss das Fenster wieder. Mit solcherart Inspirationen konnte er gar nix anfangen.
Hörtipp der Woche: Ouvertüre aus Idomeneo KV 366
Mozart und das Zetterl
(20.8.06)
Einmal listete Mozart seine Werke in alphabetischer Reihenfolge auf. Als er damit fertig war, betrachtete er sie und nickte erfreut über die gelungene Arbeit. Er ließ das Blatt auf dem Billardtische liegen und trabte in ein Perückengeschäft, wo er sich eine exzellentes Zweithaar kaufte. Den Betrag ließ er anschreiben. Als er nach Hause ging, lief er eiligst zum Billardtisch, um einen kleinen Nachtrag zu verfassen, doch siehe da – das Zetterl war verschwunden. Es ward nimmer mehr gefunden, so dass sich fünfzig Jahre später ein Herr Köchel noch einmal an die Arbeit machen musste. Wer aber, so fragt man sich, ist an jenem Augustnachmittag in Mozarts Wohnung eingebrochen. Es gibt zwar einige Musikhistoriker, die nach wie vor abstreiten, dass es sich bei dem Dieb um
den durchtriebenen Salieri handelte, doch diesen Schmierfinken gehört die Gurgel umgedreht.
Hörtipp der Woche: Introduktion Leporello "Keine Ruh bei
Tag und Nacht" aus Don Giovanni KV 527
Wiederaufgefundenes Fragment einer Mozartanekdote, deren letzten Satz der Verfasser aus unbekannten Gründen nicht vollendete (13.8.06)
Als Mozart noch keine sieben Jahre alt war, hatte er sich dank seines ehrgeizigen Vaters schon einen Ruf als Klaviergenie erworben. An den europäischen Adelshäusern wurde er herumgereicht wie eine schimmlige Dattel. Währenddessen konnte der etwas ältere, aber in jeglicher Hinsicht minderbegabte spätere Konkurrent kaum einmal seinen Namen Salieri schreiben. Aber den eigenen Vater vergiften – das vermochte dieser durchtriebene
italienische Lausbub bereits. Doch da übte er nur für später, um im Jahre 1792 unser aller geliebtes Genie, unser Wolferl, unseren kleinen niederösterreichischen Schlawiner, unseren Komponisten der Herzen ein für alle mal unter die Erde zu...
Hörtipp der Woche: Arie "Dies Bildnis ist bezaubernd
schön" aus "Die Zauberflöte" KV 620
Wie sich Salieri seine eigene Stümperhaftigkeit zunutze machte (5.8.06)
Einmal komponierte Salieri ein stümperhaftes Streichquartett, unterzeichnete es
gerissenerweise mit „Joseph Haydn“ und ließ es wie aus Unachtsamkeit in einem jener berühmten Wiener Caféhäuser liegen. Ein Laufbursche fand das Notenblatt und übergab es einem Wachtmeister der Wiener Stadtgendarmerie. Dieser entzifferte den Haydns Namen, und da er selber gern ein bisschen auf einem alten Cembalo daheim musizierte, fertigte er flugs einen Klavierauszug des Stückes an und verbrannte das Original im Heizofen des
Aufenthaltsraums für verhaftete Prostituierte. In dem Augenblick, da sich der Wachtmeister aber über den Ofen beugte, gelang einer der Prostituierten die Flucht. Sie fand Unterschlupf in einer Spelunke, die sich keine 500 Schritte von Mozarts Wohnung befand. Seitdem
hatten die Bullen den Mozart natürlich auf dem Kieker. Das hatte dieser
saubere Salieri mal wieder genial eingefädelt.
Hörtipp der Woche: "Rache-Arie" des Doktor Bartolo
aus "Le nozze di Figaro", KV 492
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