Dan Richter

Aktuelles

 

Juni 2006


weitere Mozartanekdoten

Die Sprache der Musik (24.6.06)

Bei einem Aufenthalt in Dresden satzte sich Mozart in seiner Stube nieder, um seiner Gattin einen Brief zu schreiben. Da bemerkte er, dass das Tintenfass brüchig geworden und deshalb die gesamte Tinte ausgelaufen war. So ließ er den Laufburschen rufen, der ihm ein neues Tintenfässlein besorgen möge: „Geh lauf er, Bua, spring und hol er a kloans Tintenfasserl, schaug, dös hat a Sprüngerl.“ Der Laufbursche, dem ein musikalisches Talent nicht fremd war, wusste zwar, dass er einen berühmten Komponisten vor sich hatte, konnte aber ob des Salzburgisch-Wiener Dialekts keines seiner seltsam ausgesprochenen Worte verstehen. Nun ist es ja allgemein bekannt, dass Mozarts Sprache die Musik war, und so pfiff er ein kleines aus dem Stegreif komponiertes Menuetto. Der Laufbursche verstand die Botschaft: „Och, ä Dindnvoss!“ rief er aus. Und diesmal war es Meister Amadeus, der nur Bahnhof verstand.
Hörtipp der Woche: Violinsonate, F-Dur, KV 547



Ein peinlicher Zwischenfall
(17.6.06)

Bekanntlich wurde Mozart als Kind mit Salzburger Nockerln gefüttert, so dass er als Erwachsener diese Speise verschmähte. Anlässlich eines Festes zu Ehren des Jahrestages der Krönung des Kaisers Joseph II. wurde ebendiese Speise serviert. Vor Ekel sprang Mozart dem Mundschenk an die Gurgel. Scheinheilig beschwichtigte der durchtriebene Salieri das Genie, nur um ihn wenig später zu vergiften. Kaiser Joseph II. sagte jedoch angesichts dieses peinlichen Vorfalls: „So, so.“
Hörtipp der Woche: Violinsonate A-Dur, KV 305




Mozart im Café
(10.6.06)

Einmal ging Mozart in eines jener berühmten Wiener Cafés, mit denen Wien bekanntlich völlig zugepflastert ist. Und wie er dort so in dem Wiener Café drinnen saß, dachte er bei sich, er könne doch auch, wo er doch gerade hier in einem Wiener Café sitzt, einen Kaffee trinken, das täte ganz gut zusammenpassen – ein Kaffee in einem Wiener Café. Der Oberkellner fragte ihn jedoch, was für einen Kaffee er denn nun genau haben wöllte, Kaffeesorten gibt es in Wien so viel wie Cafés. Es fiel Mozart nicht leicht, sich zu entscheiden – er bestellte einen Kaffee nach Wiener Art und trank ihn aus. Die Entstehung der Moazartkugeln hat mit dieser Episode allerdings überhaupt nichts zu tun.
Hörtipp der Woche: Flötenkonzert Nr. 2, D-Dur, KV 314 
(Anmerkung: Dies ist de facto eine Transkription des Oboenkonzerts. Aber sehr schön!)



Mozart, der traurige Hallodri
(3.6.06)

Bekanntlich war Mozart, was den Umgang mit Weibsbildern betraf, ein rechter Hallodri. In jedem Hafen hatte er eine andere. Einmal geschah es, dass er mit einem großen Schiff in Wien vor Anker ging und im berüchtigten Hafenviertel nach seiner Frau Ausschau hielt. Er fand sie nach langer Suche in den Armen eines einbeinigen und grässlich tätowierten Matrosen namens Salieri. Da setzte er sich ins Schifferklavier und komponierte jenen bekannten Choral, der noch heute in den bekanntesten Konzerthäusern der Welt, aber auch in den Salzburger Hafenbars aufgeführt wird, und der gar nicht mal so einfach zu singen ist. Er heißt: „Eine Seefahrt, die ist lustig“.
PS: Diese Anekdote, die man sich auf den Meeren der Welt erzählt, ist seltsamerweise in Wien gänzlich unbekannt.
Hörtipp der Woche: Ouvertüre zu "Die Entführung aus dem Serail" - KV 384

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