Dan Richter

Aktuelles

Neue Improtheater-Workshops ab April
--> Infos hier

März 2006


weitere Mozartanekdoten

Mozart und der schnarchende Arzt (25.3.06)

Einmal reiste Mozart in einer Kutsche von Mannheim nach München. Im Gegensatz zu den Gefährten, in denen er sonst zu reisen pflegte, waren die Sitze dieser Kutsche schön weich gepolstert und frei von Wanzen und anderem Ungeziefer. Nur eines machte ihm Sorgen – ein aus Kiel stammender mitreisender Arzt, der so entsetzlich schnarchte, dass Mozart weder zum Schlafen noch zum Komponieren kam. Zur Mittagszeit des zweiten Tages sprach er den Doktor auf seine Geräusche an: „Du Drecks-Bazi! Was schnaufst und grunzest du nachtein nachtaus, dass es noch den Gescheitesten irre macht?“ Der Doktor zuckte jedoch mit den Schultern: „Ik slap min Slap. Wat mut, dat mut.“. – „I dreh dir ’s Gurgerl um, wennst noch einmal schnarcherst.“ Darauf bekam es der doch recht stattlich gebaute Mediziner mit der Angst zu tun und blieb bei einer Rast im nächsten Gasthaus zurück. Lange Zeit erzählte man sich in Wien die Legende, dass jener seltsame norddeutsche Arzt vom durchtriebenen Salieri als Mitreisender angeheuert worden war, um Mozart in den Wahnsinn zu treiben. Wie erst die moderne Geschichtsforschung gegen Ende des 20. Jahrhunderts herausfand, hatten die Wiener mit dieser Vermutung recht.
Hörtip der Woche: Klavierkonzert Nr. 24, c-moll, KV 491

 

Mozarts hohe musikalische Ansprüche (18.3.06)

Als der berühmte Kastrat Ceccarelli gestorben war, musste sich Mozart auf die Suche nach einem neuen Interpreten für seine bezaubernden Kastratenarien machen. Aber woher nehmen und nicht stehlen, grübelte Mozart. Da erfuhr er von einer überaus angesehenen Kastriererei in der Nähe von Wien, von wo er sich flugs einige frische Kastraten bestellte. Die erste Lieferung taugte ganz und gar nichts. Die zweite noch viel weniger. Als sich auch unter der dritten Kastratensendung kein einziger mit schöner Stimme befand, schrieb Mozart einen geharnischten Brief an den Leiter der Kastriererei. Dieser holte sich in seiner Verzweiflung aus ganz Wien und den umliegenden Dörfern Nachschub, doch auch unter den 400 jungen Männern war keiner dabei, der Mozarts hohen musikalischen Ansprüchen genügte. Für alle Beteiligten war es nur ein schwacher Trost, dass sie ihre entsetzliche Unmusikalität nun immerhin nicht weitervererben würden. 
Hörtip der Woche: Klavierkonzert Nr. 20, d-moll, KV 466

 

Die Nockerln (11.3.06)

Einmal kam Mozart von der harten Arbeit heim, und seine Frau, die Constanze, hatte ihm Salzburger Nockerln gekocht. Er aber hatte gar keinen Hunger und ging sofort ins Bett. Constanze wurde sehr böse mit Amadeus und redete nicht mehr mit ihm.
Noch in der selben Nacht ließ sich auch der Wiener Hofkompositeur Salieri Salzburger Nockerln kochen. Er aß sie auf und machte deshalb auf seine Wirtin einen harmlosen Eindruck. Wir aber wissen ja, wie durchtrieben er in Wirklichkeit war.
Hörtip der Woche: Vesperae solennes, KV 321

 

Der Fall der Chorsängerin (4.3.06)

Bei einer Probe zu Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ fiel eine bereits alternde Chorsängerin beim Choral für „Bassa Selim“ so unglücklich auf die Dielen, dass sie sich den Steiß prellte und wegen der großen Schmerzen an den folgenden Proben nicht teilnehmen konnte. So verlor sie völlig den Anschluss an das Stück und konnte auch der Aufführung nicht beiwohnen, daraufhin verlor sie auch ihr Engagement und somit ihre Existenzgrundlage. Aber der durchtriebene Salieri nutzte das Elend der armen Sängerin aus. Er bestellte sie zu sich, und weihte sie in seine intriganten Pläne ein. Nach dem Gespräch vergiftete er sie. Bei aller Durchtriebenheit war der Salieri wohl manchmal auch ein rechter Depp.

Hörtip der Woche: Klavier-Trio Nr. 1, KV 542 

Altes Aktuelles

2006

2005


 

 

 

 Dan Richter

 

Kontakt