Poetry Slam in den USA

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V. Chicago – Funky Buddha Lounge

16. Juni 2003 An zwei Sachen kann ich mich bei diesen Slams hier nicht gewöhnen. Die eine Sache: Wenn 7.00 pm angekündigt ist, kommt man auch keine Sekunde früher rein. Ich spaziere in dieser eher unappetitlichen Gegend bis zum Sonnenuntergang hin und her. Die zweite Sache: Warum soll ich als Vorleser Eintritt bezahlen! Die verdienen sich doch schon dusselig an meinen fünf Dollar für ein kleines Becks.

Exkurs: Becks ist hier genauso verbreitet wie in Deutschland. Unterschied: Bei uns versucht man, dieses Verbrechen der deutschen Brauereitradition weitestgehend zu vermeiden, während es in den USA meistens die schmackhafteste Alternative darstellt.

Die Funky Buddha Lounge ist ganz nett eingerichtet. Sehe bekannte Gesichter vom Abend zuvor. So groß ist die Szene dann wohl auch nicht. 20 Leute im Publikum, zu 80% selber Poeten.
Wir lesen uns also gegenseitig unseren Kram vor, was ein wenig an
Theodoras Literatursalon oder "lauter niemand" erinnert. Immerhin muss nicht diskutiert werden. Stattdessen gibt’s einen heißen DJ. und eine charmante MC namens Krystal Ashe.
Was passiert, wenn ich diesen coolen Typen unvorbereitet
Tanja serviere? Ganz erstaunlich. Sie lieben es. Lachen, halten die Luft an. Hat wohl noch nie so intensiv gewirkt wie hier. Auch nicht bei der Chaussee.

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Dan Richter