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Listen über bisher Unerwähntes auf der AIDA

30.4.2004 – Ihr könnt nach Hause fahrn

Da hat man die ganze Zeit rumgenörgelt an jedem kleinen Scheiß, und dann fällt es doch so schwer, Abschied zu nehmen. Auf dem zugigen Sonnendeck des Karibikrestaurant nehmen wir einen Abschiedskaffee, vor uns die Berge von Antalya. Matze und Manuela blieb heute nichts anderes übrig, als in aller Herrgottsfrühe aufzustehen. Zimmerverlassen wird auf schwimmenden Hotels nicht anders gestaltet als an Land. Wir reden wenig.


Ich stehe auf und streife ein letztes Mal durch die Gänge. In der Lambada-Bar treffe ich dann Matze am Flügel in einer Fantasie versunken. Warum hat er eigentlich noch nie bei Paula P. am Klavier improvisiert?


Schwankte das Klavier wegen der Schiffsbewegungen oder das Schiff wegen Matzes Arpeggio?


Von der Türkei erleben wir nicht viel. Das Flughafenpersonal spricht deutsch.


Auf dem Antalyaer Flughafen gelang uns die Imitation des AIDA-Kussmunds besser als bei unserem Abflug in Tegel.

Da sich die Antalyaer und die Nürnberger anscheinend nicht einigen können, wer uns nach Deutschland überführt, zieht sich das Warten ein wenig. Genauer gesagt haben wir das zweifelhafte Vergnügen, uns sechs Stunden auf dem Flughafen Antalya zu langweilen. Eine türkische Vier-Mann-Band, die aussieht wie Deep Purple zu ihren schlimmsten Zeiten spielt Musik, die klingt als ob eine sächsisch-anhaltinische Rentnertruppe die Wildecker Herzbuben imitieren. Hier klicken für das Video (690 MB).

Auch in Nürnberg lässt man uns warten. Wir sind neugierig. Haben sie eine Überraschung für uns vorbereitet? Nach zwei Stunden dann die Nachricht: Die Überraschung besteht im Warten selbst, welches spaßeshalber um zwei weitere Stunden verlängert wird.
Im Flugzeug nach Berlin trägt eine über mir befindliche rätselhafte Klappe eine Aufschrift, die ich schon die ganze Zeit laut schreien will.

In den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2004 landen wir in Berlin Schönefeld. Home sweet home.


Dan Richter