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29.4.2004 – Rhodos

Der Koloss von Rhodos, so erfahre ich, stand angeblich gar nicht mit gespreizten Beinen über der Hafeneinfahrt. Das haben Architekturhistoriker oder Geschichtsarchitekten oder Statiker herausgefunden.
Heute bin ich nicht nur der Erste unseres kleinen Ensembles, sondern auch der Erste vom ganzen Schiff, der sich an Land traut. Obwohl sich hier genau wie in Mykonos Souvenir-Shop an Souvenir-Shop und Café an Café reiht, ist mir die Insel irgendwie sympathischer, vielleicht weil hier nicht schon die Straßen weiß angestrichen sind. Alles wirkt brauner.
An einem der zentralen Plätze quetschen sich vier Cafés direkt nebeneinander. Sie sind noch leer. Aus dreien von ihnen springen die Kellner heraus und versuchen, mich auf einen Stuhl zu nötigen. Dass ich mich an einen Tisch von dem Café mit dem lahmen Kellner, der es verpennt hat, mich zu bequatschen, setze, werden sie nie verstehen.
Für Archäologen ist Rhodos ein Schatz, überall wird gebuddelt, restauriert und gedenkmalt.
Zum letzten Mal gehe ich an Bord der AIDA.


Als ich die AIDA da so alleine im Hafen von Rhodos herumliegen sah, tat sie mir fast ein bisschen leid.


Matze und Manuela stehen wieder um 13.00 Uhr auf. Wir essen Mittag auf dem windigen Außendeck des Karibikrestaurants. Viel zu kalt. Aber weil sie so gut gelaunt sind, traue ich mich nicht, mich zu beschweren.
Am Nachmittag wird es immer kühler. Spiele ein letztes Mal Volleyball. 


Warum mich nach drei Wochen immer noch keiner „Schmetter-Danny“ nannte, blieb mir ein Rätsel.

Stelle fest, dass ich in den drei Wochen wirklich kein einziges Mal im Swimming Pool war. Als wir ablegen, hole ich meine Badesachen, um das nachzuholen, egal ob es jetzt kalt oder warm ist. Als ich an der Treppe bin, fällt mir ein, dass es ja noch schöner sein müsste, in den Crew-Whirlpool, der sich am Bug befindet, zu planschen, den andern praktisch vorauszuschwimmen. Länger als fünf Sekunden halte ich es vor Kälte nicht aus.
Am Abend tritt wieder das Show-Ensemble auf. Ja, ja, das Show-Ensemble.


Einige Show-Ensemble-Mitglieder standen mehr im Fokus bestimmter männlicher Paula P.-Mitglieder als andere.


Dan Richter