Labels: Moderation
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Labels: Moderation
Manche Fragen nach Vorschlägen laufen immer wieder ins Leere, z.B. "Gebt mir eine Sehnsucht, die ein Mensch haben kann". So abstrakt gefragt, ist es für die meisten schon schwierig, darauf zu antworten. Entweder es wird zu abstrakt ("Geliebt werden") oder zu banal ("mehr Geld haben"). Und in 90% der Fälle lautet die Antwort: "In die Antarktis reisen."
Ein guter Kompass für die Fragen nach Vorschlägen ist: "Würde ich selbst sofort mehrere Antworten wissen?" und "Inspirieren mich mögliche Antworten?" Wer von einem Schauplatz nicht inspiriert wird, sollte nach etwas anderem fragen.
Manche Vorschläge erfragt man besser konkret statt abstrakt. Z.B. wird auf die Frage nach einem Beruf hierzulande gern "Bäcker" oder "Metzger" geantwortet, wahrscheinlich weil diese als Prototypen im Kopf verankert sind. Also lieber fragen: "Was arbeiten Sie?" oder "Was ist die seltsamste (schönste, langweiligste...) Arbeit, die Sie je gemacht haben.
Anderes erfragt man besser abstrakt als konkret, z.B. wenn man vor lauter Schülern spielt, ist es sinnlos zu fragen: "Wo warst du heute um 11 Uhr?", da zu diesem Zeitpunkt alle Zuschauer in der Schule waren. Dieses Beispiel zeigt, dass eine offene Impro-Haltung auch im Umgang mit dem Publikum wichtig ist: Wir sollten wahrnehmen mit wem und für wen wir spielen und nicht einen Standard abspulen.
Labels: Moderation, Publikum
Man mache sich klar, worum es in einem Format oder Game geht und kündige es klar und deutlich an.
Formate, vor allem wenn sie die Beteiligung des Publikums erfordern, sollten nicht zu viele Regeln haben und nachvollziehbar sein.
Spielregeln von Games auch deutlich erklären, statt sich mit "Das versteht ihr schon, wenn ihr's seht" rausreden.
Labels: Moderation
Aufgabe: Das Publikum mit dem ersten Satz zum Klatschen zu bringen. Es ist erstaunlich, dass das Publikum immer weiß (und sich immer einig ist), ob es ein guter Moment zum Applaudieren ist oder nicht, oder ob man zögerlich oder begeistert klatscht.
In den üblichen Workshops ist es einigermaßen schwierig zu lehren, wie man vor einem großen Publikum spricht (nicht nur vor 5-12 Kollegen). Wir dehnen den imaginären Zuschauerbereich aus.
Ein allgemeines Problem ist die Frage der Authentizität. Ich gehe davon aus, dass Moderationen grundsätzlich vom authentischen Ich kommen sollten, nicht von einer entertainernden Bühnenfigur und schon gar nicht, wie es leider vor allem beim Theatersport immer wieder der Fall ist, von "ulkig kostümierten Witzfiguren". (Dies sei als Geschmacksurteil vorausgeschickt.) Das Problem, das wir nun zu bearbeiten haben, besteht darin, dass sich das Moderieren und die tendenzielle Maipulation des Publikums (sie zum Klatschen zu Animieren usw.) für viele überhaupt nicht authentisch anfühlen, einfach weil es nicht das übliche soziale Verhalten ist. Wie aber soll man dann an das authentische Ich anknüpfen? Ich wähle zwei Ansätze:
- Der authentische Ansatz: Sprich zunächst als Du selbst zu uns als kleiner Gruppe und erzähle ein Erlebnis. Stell dir dann vor, wir seien 50 Leute, etwa bei einer Geburtstagsfeier unter Freunden und du kündigst eine Überraschung an. Im dritten Schritt moderierst du eine Impro-Show an.
- Der Dieter-Thoma-Heck-Ansatz: Mach ein kleines Spiel daraus, den schleimigsten Moderator, den du kennst nachzuahmen. Wirf dann 95% von dessen Schrott und Gehabe weg und behalte die 5%, die für dich als Technik funktionieren.
Man vermeide Schlagworte, die abgekupfert oder ausgedacht klingen (Meinedamunherrn). Wenn man freundlich ist und das ganze Publikum anspricht, macht es überhaupt nichts, wenn man sich verspricht, also ist es überhaupt nicht nötig einen Text auswendig zu lernen, wenn man weiß, was man sagen will.
Labels: Bühnenverhalten, Moderation, Publikum
Wie kommt es nur, dass es so wenige gute Moderationen im Improtheater gibt? Die Listen, was es zu beachten gibt, wie man das Publikum aufwärmt usw, werden immer länger und die Moderationen nicht besser. Mir scheint, viele vergessen, dass es um Kommunikation mit dem Publikum geht, selbst wenn man etwas zu erklären hat, braucht man den Kontakt. Aber es geht nicht nur darum, dass man etwas inhaltlich vermittelt. Wer moderiert, muss auch gemocht werden. Man wird gemocht, wenn man flirtet: Augenkontakt, klare Sprache, positive Botschaften, Neckereien, Anspielungen, das Publikum für schlauer, schöner und aufgeschlossener halten, als es den Anschein hat.
Man flirte.
Labels: Körperlichkeit, Moderation
Labels: Moderation
