Labels: Schauspiel
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"Es ist (...) reine Scharlatanerie und geht noch hinter den Normalfall des Alltags zurück, in der Ausbildung Spieleinfälle improvisieren zu lassen, die der Student ohne jede Vorgabe völlig aus sich heraus erspielt. Da kommt nichts weiter zustande als psychodrmatische Nabelschau." (Gerhard Ebert: "Schauspielen. Handbuch der Schauspieler-Ausbildung")
Wer so schreibt, hat nie spannende, fließende Improvisation gesehen, sondern Selbstblockaden, die aus der Trockenheit des Schauspielunterrichts rühren.
Labels: Konventionelles Theater, Schauspiel
"Bei der Entwicklung der Parodien gehe ich handwerklich vor. Am Anfang steht die Arbeit mit der Stimme: Ich nehme markante Passagen des Originals mit meinem Diktiergerät auf und übe sie immer und immer wieder. Da seziere ich regelrecht: Wo sind die Atempausen? Ist da ein Lispeln drin, ein Dialekteinschlag? Ich laufe durch meine Wohnung, mache Stimmen nach und werde bekloppt dabei. Danach kümmer ich mich um Mimik und Gestik. (...) Ich versuche nicht, die Charakterstrukturen meiner Vorbilder zu analysieren." (Max Gierman in taz 22.9.2009)
Labels: Schauspiel
Labels: Johnstone, Schauspiel
Labels: Schauspiel
"Ich empfinde als Zuschauer dramatische Schauspielerei als Behinderung. Ich will mich nicht dafür schämen müssen, mein Hirn angeschaltet zu lassen, wenn ich ins Kino gehe. Als Zuschauer wird mir durch zu viel Schauspielerei oft der Blick verstellt. Ich will aber als Schauspieler den Blick des Zuschauers auf die Inhalte lieber frei machen. Im Grunde lässt sich mein Berufsverständnis auf einen Satz reduzieren: Geh aus dem Weg - und gib den Blick frei auf das, was wirklich wichtig ist!"
(...)
(zu "Der Untergang") "Ich sehe nicht ein, wieso ein Staatsschauspieler, dem man ein Bärtchen aufgeklebt hat, mehr Anspruch auf Wahrheit haben sollte als irgendeine Kasperlpuppe."
Labels: Schauspiel
Als Zuschauer will man ja nicht nur oberflächlich spannendes ("Sie haben mit meiner Frau geschlafen, Herr Pfarrer"), sondern eben auch Interessantes. Man halte die Augen offen. Ein Improspieler muss eigentlich ein Hans Dampf in allen Gassen sein - kein Thema, was ihn nicht interessiert, egal ob Politik, Philoophie, Naturwissenschaft, Psychlogie usw. Man erkenne Pros und Contras und beziehe auf der Bühne Position - als Figur kann das natürlich eine andere Position sein als die eigene.
Auf der anderen Seite: Doofe Figuren zu spielen, wie Betrunkene, Kleinkinder, geistig Behinderte, demente Greise usw. ist oft auch eine Wahl der Angst. Den diese Figuren brauchen die Folgen ihres Handelns nicht zu tragen, sie sind sozusagen per se amoralisch, da sie nicht für die Folgen ihres Handelns verantwortlich sind. Das heißt wiederum nicht, dass man kein Kind und keinen Betrukenen spielen solle. Es gehört aber ein waches Auge dazu und ein Blick für die Fallstricke. Besoffene und Kinder sind in der Regel höchstens als Passenger gut.
Labels: Mut-Angst, Schauspiel
Bei Anfängern sehe ich oft, dass sie Tiere eher cartoonhaft imitieren: Beinheben und dabei "wuff" sagen oder Rüssel andeuten und "Törö" sagen.
Zur Inspiration werden Tiere dann, wenn es uns gelingt, in ihre Haut zu schlüpfen und die Welt aus ihrer Perspektive zu betrachten. Jemand, der beispielsweise eine Katze als Inspirationsquelle nutzt, muss gar nicht auf allen Vieren rumrennen, sondern es kommt auf die innere Haltung an, die Spannung, die Eleganz, die Geschwindigkeit, der Blick auf die Welt
Labels: Schauspiel
Dasselbe gilt auch für kuriose Orte, die nur wenige von uns aus eigener Anschauung kennen, sagen wir die Zentrale für Lebensmittelkontrolle oder ein AKW. Vieles auf der Welt funktioniert ähnlich und simpel. Ich imaginiere mir die Räume so konkret wie möglich vor. Natürlich hat man selten einen gesamten Raum mit allen Details sofort vor Augen, aber je bunter ich ihn mir ausmale, umso spezifischer kann ich spielen.
Für Handlungen gilt das sowieso: Wie oft habe ich gesehen, wie Improspieler einfach ihre Finger flattern ließen, wenn sie mimten, am Computer oder an der Schreibmaschine einen Text zu schreiben. (Dasselbe für Klavierspielen usw.) Schreib einen konkreten Text.
Labels: Schauspiel
John Wright berichtet in "Why is that so funny", wie eine Schülerin ihm gestand, dass ihre Mitschüler ihr Komplimente für die emotional aufwühlende Geschichte vom Tod ihrer Mutter gaben. In Wirklichkeit aber lebt die Mutter bei bester Gesundheit.
John Wright meint nun, die Übung sei eigentlich sehr gut, nur werde sie durch die übermäßige Betonung von Wahrheit missbraucht. Als ob sich "Wahrheit" nur im Tragischen fände.
Die Aristotelische Trennung von Komödie und Tragödie lässt sich ja bis heute nachzeichnen, und zwar vor allem in der Geringschätzung der Komödie.
Die improvisierten Dialoge zu Beginn der Chaussee der Enthusiasten basieren eigentlich grundsätzlich auf Wahrem, auf Erlebtem. Und zwar ohne, dass wir uns mal darauf geeinigt hätten. Aber diese Dialoge haben natürlich grundsätzlich einen komischen Dreh. Es wäre völlig unpassend, wenn an der Stelle, einer von uns in Tränen ausbräche. Sicherlich - es geht hier weniger um Schauspiel, aber doch immerhin um eine Bühnenperformance.
Labels: Komik, Schauspiel
Q: "What about being overcoached? Then the true you, the true candidate may not come out, right?"
A: "Right. And I think that some of the criticism you're finding circulating about Sarah Palin that she is too much a product of her media coaches. And I think a good successful media coach figures out what the basic style, language, voice and personality of the trainee is. And you enhance the best qualities of the trainee, not trying to make them somebody they're not. You have to feel comfortable in your own skin. And a good coach will figure out how to do that."
Labels: Schauspiel, Unterricht
Wenn Professionalität sich allein darüber definiert, ob der Künstler finanziell von seinem Schaffen leben kann, geht mir Professionalität am Arsch vorbei. Van Gogh hat kein Bild zu Lebzeiten verkauft. Kafka und Schiller hatten Jobs, die sie nur mühsam ernährten.
Gegen eine solide Ausbildung ist nicht nur nichts einzuwenden, sondern sie ist sicherlich hilfreich. Allerdings beweist sich die Qualität des Puddings beim Essen. Viele große Improspieler haben nie eine Schauspielschule von innen gesehen, sondern sich ihre Kunst durch Beobachtung und auf der Bühne erarbeitet: Randy Dixon, Del Close, die großartigen Crumbs kommen auch eher vom Schreiben. Das Hochschulzertifikat kannst du in die Tonne treten, wenn du nicht bereit bist, dich permanent mit deinem Schaffen auseinanderzusetzen.
Auch werden oft bestimmte Regeln mit Professionalität verbunden: Kleiderordnungen, wie eine korrekte Anmoderation auszusehen habe, in welcher Reihenfolge Games zu spielen sind, bis hin zu irgendwelchen Impro-Regeln, die in ihrer Starrheit absurd sind ("Keine Fragen stellen.").
Wenn es überhaupt eine Facette von Professionalität gibt, dann die, dass man sich ernsthaft mit Improtheater beschäftigt, dass es mehr ist als ein putziger Zeitvertreib, dass man bereit ist sich und das Spiel zu entwickeln, dass man weder geistige noch körperliche Mühen scheut:
Labels: Schauspiel
Matt Damon: "It's just fun."
Labels: Film, Schauspiel
Labels: Bühnenverhalten, Konventionelles Theater, Schauspiel
Dauerlächeln, z.B. im Dienstleistungsbereich, erzeugt Stress, wenn es als surface acting betrieben wird. Die Mimik steht dann im Widerspruch zum Empfundenen. Entscheidend ist dann das deep acting, das Schauspiel aus der Tiefe heraus, d.h. das Gefühl muss auch empfunden werden. Die Tricks dafür sind bekannt: Positives Verhältnis zum Gegnüber aufbauen, Situationen mit Humor nehmen usw.
Interessant für uns als Schauspieler ist, dass das Gegenüber genau merkt, ob man es mit oberflächlichem oder tiefem Spiel zu tun hat. Insofern muss der Schauspieler wirklich ins Gefühl eintauchen, ohne sich davon wegdriften zu lassen.
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/951556
Labels: Emotionen, Schauspiel
Er studiert für die Rolle eines Epileptikers Elektroschock-Therapien in einer Anstalt
1949 wird ein Stück verboten, weil er darin eine Frauenrolle spielt.
Als junger Mann hat er verblüffende Ähnlichkeit mit Brando.
Adorf über Kinski: "Der Wille zur Grenzüberschreitung war ganz wesentlich für ihn."
Peter Berling: "Kinski wusste, wo die Kamera zu sein hatte, wie sie eingerichtet zu sein hatte. Er war ein Kino-Tier. "
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Labels: Film, Schauspiel
Labels: Schauspiel, Zen
Aber am Bild dessen, was einem in der DDR von Schauspielern vermittelt wurde, zog mich nie etwas an.
Labels: Schauspiel
Körper -> Atem -> Emotion -> Narrativ
Eigentlich würde ich nach einigem Überlgen, wenn schon hierarchisch, den Atem noch vor der körperlichen Bewegung ansetzen.
Aber es geht natürlich auch alles umgekehrt. Die Hierarchie aber vereinfacht es, lässt uns am ehesten ins Spielen kommen statt in die vorhersehbare Berechnung.
Wir berühren hier den sensiblen Bereich des Entscheidens. Ich kann natürlich auch Entscheidungen treffen und tue es auch. Aber wen ich mit Partnern improvisiere, kann ich narrativ allenfalls Optionen erkennen oder dynamisch verstärken. Denn der Partner kann mit seinem Angebot wieder alles umwerfen. (Hoffentlich tut er es auch, möchte ich eigentlich hinzufügen.) Wenn ich aber die erzählerischen Optionen wahrnehme und vielleicht auch Timing genügend trainiert habe, dann kann ich physische Entscheidungen treffen oder Atementscheidungen, die wiederum eine gewisse Unsicherheit einführen und gleichzeitig für glaubwürdige Bühnenpräsenz sorgen.
Labels: Körperlichkeit, Schauspiel, Storytelling
Wir müssen an das emotionale Gedächtnis herankommen. Stell dir vor, du bist es, der gerade verlassen wird.
Ist das nicht Stanislawski? Ja. Gut, dann tragen wir das ein unter "Geklaute Gedanken".
Labels: Emotionen, Schauspiel
Schematisch also:
Körper -> Atem -> Emotion -> Narrativ
Labels: Körperlichkeit, Schauspiel, Storytelling
Labels: Mut-Angst, Schauspiel
Labels: Schauspiel, Unterricht
s. ab 6:51 Min.
Labels: Film, Schauspiel
