<?xml version='1.0' encoding='ISO-8859-1'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss'><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929</id><updated>2010-03-10T12:27:10.901+01:00</updated><title type='text'>Dan Richter - Lektüreblog</title><subtitle type='html'>(1001 Nächte an 1001 Tagen unterbrochen)</subtitle><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><link rel='next' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default?start-index=26&amp;max-results=25'/><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/atom.xml'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>374</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>25</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-8911403267792890825</id><published>2010-03-10T12:25:00.000+01:00</published><updated>2010-03-10T12:27:10.908+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Bagdad'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dinar'/><title type='text'>274. Nacht - Regeln</title><content type='html'>&lt;p class="blog"&gt;Mühsam hat man sich in Kindheit, Jugend und jungem Erwachsenendasein emanzipiert von allen möglichen willkürlichen Regeln. Und dann spielen einem Hirn und Psyche einen Streich - man verfängt sich in Regeln, die man auch nicht selbst gewählt hat, miesen Angewohnheiten. Und je freier man das eigene Leben zu gestalten in der Lage ist, umso näher liegen die Verführungen der schlechten Gewohnheiten, die man durch eigene Rituale, durch Ratgeberliteratur und bekanntlich im härtesten Fall mit Therapie wieder zurechtrücken muss. Ordnung/Unordnung, Umgang miteinander in Beziehungen, Ernährung, Süchte, Arbeit, Umgang mit dem eigenen Körper (Hygiene, Sport, Bewegung, Krankheiten), Familie, Umgang mit Fremden. Man studiert das Feng Shui Buch, und sagt sich am Ende: &amp;quot;Räum auf!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Auf den Kopf von Ibrahîm ibn el-Mahdî ist eine Belohnung von hunderttausend Dinaren ausgesetzt.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;Von seinen Erlebnissen erzählte Ibrahîm folgendermaßen: &amp;quot;Als ich von dieser Belohnung hörte, fürchtete ich um mein Leben.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar" align="left"&gt;Der Sprung in die Ich-Perspektive erscheint fast ein bisschen willkürlich.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Verkleidet zieht er von Haus zu Haus, landet in einer Sackgasse und fürchtet, Verdacht auf sich zu ziehen, falls er umkehrt. Da&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;sah ich am oberen Ende der Straße einen Schwarzen vor der Tür des Hauses stehen.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar" align="left"&gt;Das Auftauchen eines Schwarzen bedeutete in den bisher erzählten Geschichten praktisch immer Unglück.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Ibrahîm bleibt nichts anderes übrig, als ihn zu bitten, dort ein wenig verweilen zu dürfen. Tatsächlich gestattet es ihm der Schwarze, bietet ihm eine Raststatt in einem &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;sauberen Raum mit Decken und Teppichen und Lederkissen&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Doch er verschwindet und verriegelt die Tür.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;&amp;quot;Der da ist sicher fortgegangen, um mich zu verraten!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Doch er kommt mit Speisen und Getränken zurück,&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;&amp;quot;...die noch von keiner Hand berührt sind.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Doch es bleibt nicht bei diesen Diensten:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;&amp;quot;Ich will mein Leben für dich dahingeben! Ich bin ein Bader, der das Blut schröpft, und ich weiß, dass du dich vor mir ekelst, weil ich von einem solchen Gewerbe lebe.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Außerdem serviert er Wein&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;und sprach zu mir: &amp;quot;Kläre ihn dir, wie du es wünschest.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar" align="left"&gt;Wein klären = Filtern?&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Damit nicht genug - es stellt sich heraus, dass der Schwarze die Identität seines Gastes kennt, und dennoch zu ihm steht.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;Als er solche Worte sprach, stieg er hoch in meiner Achtung, und ich war überzeugt, dass er von edler Art war. Darum erfüllte ich seinen Wunsch, nahm die Laute zur Hand, stimmte sie und sang ein Lied, in dem ich der Trennung von meinen Kindern und von den Meinen gedachte.&lt;/p&gt;&lt;p class="vers" align="left"&gt;Er, der dem Joseph einst die Seinen wiederschenkte&lt;br&gt;Und ihn in Kerkers Banden zu Ehren hat gebracht,&lt;br&gt;Er kann auch uns erhören und wiederum vereinen;&lt;br&gt;Denn Allah ist der Herr der Welt in Seiner Macht.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar" align="left"&gt;Die Erzählerin wechselt kurz wieder in die 3. Person:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;Es heißt ja auch, dass die Nachbarn Ibrahîms, wenn sie nur hörten, wie er rief: &amp;quot;He Knabe, sattle die Mauleselin!&amp;quot; schon durch den Klang dieser Worte in Entzücken gerieten.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Auch der Bader, dessen Namen wir immer noch nicht wissen, singt ein Lied, und er weist das Geld, dass Ibrahîm ihm geben will, zurück.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar" align="left"&gt;1. Wird hier eine Fallhöhe aufgebaut, und der Bader am Ende sein wahres Gesicht zeigen? Oder bleibt dieser Schwarze die rühmliche Ausnahme?&lt;br&gt;2. Offensichtlich haben wir es mit einer politisch motivierten Geschichte zu tun. Man ist auf Seiten Ibrahîms. Aber wie sich das genau historisch einordnet, bleibt mir unklar.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-8911403267792890825?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/8911403267792890825/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/274-nacht-regeln.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8911403267792890825'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8911403267792890825'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/274-nacht-regeln.html' title='274. Nacht - Regeln'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-7228754488934032556</id><published>2010-03-08T17:57:00.001+01:00</published><updated>2010-03-08T18:03:48.174+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Andalusien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kalif'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Harun er-Raschid'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Bagdad'/><title type='text'>273. Nacht</title><content type='html'>&lt;p class="blog"&gt;Man würde es kaum glauben, wenn man es nicht selbst sähe: Das Pflegeheim wirbt mit individueller Betreuung, medizinischer Kompetenz und ausgeklügeltem Qualitätsmanagment. Und nun leidet R. dort seit einem halben Jahr nicht nur an ihrem Alter, ihrer Gebrechlichkeit und ihren Krankheiten, sondern auch an der Schlampigkeit des Personals, der Ignoranz, dem fehlenden Mitgefühl, und der groben Fahrlässigkeit, die sie in den sechs Monaten schon drei Mal an den Rand des Todes geführt haben. &amp;quot;Das kann doch mal passieren&amp;quot;, ist die Reaktion, als habe man ihr nur mal versehentlich auf den Fuß getreten und sie nicht um ein Haar vergiftet. &amp;quot;Versuchen Sie's doch mal mit Beten&amp;quot;, als sie sich vor Schmerzen kaum mehr halten kann, weil man vergessen hat, ihr das Schmerzmittel zu geben. &amp;quot;Was meinen Sie denn, um wieviele Leute wir uns hier kümmern müssen?&amp;quot;, als sie darum bittet (!), doch auf ihre Diät zu achten, statt ihr mies zubereitete Lebensmittel zu servieren, die sie nicht verträgt. Kleine Vorfälle täglich, große Vorfälle jede Woche. Man fragt sich, was mit den Menschen geschieht, deren Verwandte nicht täglich auf der Matte stehen. Oder gar mit den Dementen, die nicht verstehen, wer ihnen dieses Leid zufügt.&lt;br&gt;Das Peter-Prinzip in seiner grausamen Form: Inkompetente Menschen als Leiter eingesetzt, die ihre Autorität nicht in vernünftige Planung umsetzen können, sondern Chaos herrschen lassen. Und wenn was passiert, werden die Pflegerinnen angebrüllt. Schwestern, denen die Achtlosigkeit von den Vorgesetzten vorgelebt wird und die nicht gelernt haben, mit ihren Klienten zu kommunizieren, geschweige denn, sie angemessen zu pflegen.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der neue König lässt sich von seinem Vorhaben nicht abbringen. In der Burg findet man&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Bildnisse von Arabern: die waren beritten auf Rossen und Kamelen, trugen Turbanbinden, die lang herabhingen, waren mit Schwertern gegürtet und hielten die langen Lanzen in der Hand. Auch fand er dort ein Schriftstück, auf dem geschrieben stand: &amp;quot;Wenn dies Tor geöffnet wird, so wird eine Araberschar das Land erobern, die so aussieht wie auf diesem Bildnisse.&amp;quot; (...) In eben jenem Jahre (...) fiel die Stadt in die Hände des Târik ibn Zijâd.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Dazu heißt es in der Anmerkung:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Der arabische Feldherr &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tariq_ibn_Ziyad"&gt;Târik&lt;/a&gt;, nach dem Gibraltar benannt ist, setzte im Jahre 711 nach Spanien über und besiegte den Westgotenkönig  &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roderich"&gt;Roderich&lt;/a&gt;. Der byzantinische Befehlshaber von Ceuta hatte bereits vorher den Arabern die Tore der Stadt geöffnet. Der Usurpator Roderich war wohl im Jahre 710 auf den Thron gekommen. An diese Dinge bewahrt obige Erzählung eine dunkle Erinnerung.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Stadt wird geplündert. Man findet unter anderem&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;den Speisetisch des Gottespropheten Salomo&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;und&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;einen großen, runden, wunderbaren Spiegel aus gemischten Metallen, der für Salomo gemacht worden war, und in dem jeder beim Hineinschauen die sieben Klimate der Welt mit eigenen Augen sehen konnte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Vielleicht eine bronzene Weltkugel?&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Und die Araber breiteten sich in den Städten Andalusiens aus, das eines der herrlichsten Länder ist.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von Hischâm ibn Abd el-Malik und dem jungen Beduinen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Der Omaijaden-Kalif &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hischam_(Umayyaden)"&gt;Hischâm ibn Abd el-Malik&lt;/a&gt; jagt eine Gazelle und befiehlt einem in der Nähe Kleinvieh weidenden jungen Beduinen, die Gazelle für ihn zu fangen. Mit beachtlicher Chuzpe antwortet der Beduine:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;O du, der du nicht weißt, was der Vornehme beanspruchen kann, du schaust mich mit Geringschätzung an; du wirfst mir verächtliche Worte ins Gesicht, du redest, wie ein tyrannischer Herrscher spricht, und du handelst an mir wie ein Eselstier.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Der Kalif lässt den Beduinen festnehmen, aber seine Impertinenzen gegen Diener, Kammerdiener, Kalif und Henker hören nicht auf.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Und immer hübsch gereimt.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Erst als der Henker zum dritten Mal ansetzt und der Beduine lachend ein Gedicht rezitiert, lässt der Kalif lächelnd von ihm ab:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Bei meiner Verwandschaft mit dem Propheten Allahs - Er segne ihn und gebe ihm Heil - , hätte er von Anfang an diese Worte gesprochen, so hätte ich ihm, ausgenommen das Kalifat, alles gegeben, um das er mich gebeten hätte.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Bemerkenswert ist die Banalität des Gedichtes - im Grunde eine kleine Tierfabel, die die Situation zwischen den beiden widerspiegelt.&lt;br&gt;Wichtiger jedoch: Den Omaijaden-Kalifen wurde ja, vermutlich zu Recht, vorgeworfen, gerade &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; mit Mohammed verwandt zu sein. So wurden sie ja auch eine Generation später von den Abbasiden abgelöst.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Der Beduine wird mit Edelsteinen beschenkt und geht (vermutlich wortlos) seiner Wege.&lt;/p&gt;&lt;p align="center" dir="ltr"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center" dir="ltr"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von Ibrahim ibn el-Mahdî&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Nach dem Tode Harûn er Raschîds ging der Thron auf dessen Sohn  &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Ma'mun"&gt;el-Mmaûn&lt;/a&gt; über. Allerdings beanspruchte auch Harûns Bruder Ibrahim ibn el-Mahdî den Thron. So ging er nach er-Raij (in der Nähe des heutigen Teheran), wo er sich zum Gegenkalifen ausrufen ließ und dort fast zwei Jahre residierte. Harûns Sohn zieht nun zum Feldzug gegen ihn, und Ibrahim ibn el-Mahdî geht nach Baghdad, um sich dort zu verstecken.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Ausgerechnet in die Heimat- und Residenzstadt seines Widersachers?&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-7228754488934032556?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/7228754488934032556/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/273-nacht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7228754488934032556'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7228754488934032556'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/273-nacht.html' title='273. Nacht'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-1152525606072852276</id><published>2010-03-06T12:12:00.003+01:00</published><updated>2010-03-06T12:23:08.150+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Byzanz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dinar'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Geschenke'/><title type='text'>272. Nacht - heute ist heute anders</title><content type='html'>&lt;p&gt;Da ich Fernsehnachrichten eigentlich nur noch schaue, wenn ich mal in einem Hotel übernachte, also vielleicht fünf bis zehn Mal im Jahr, will sich dieses moderne Bild der ständig in den Teleprompter guckenden Models nicht richtig in meinen Kopf einprägen. Der Prototyp des Nachrichtensprechers wird für mich wahrscheinlich der Sprecher der heute-Nachrichten Gerhard Klarner bleiben. Ein dicker, gutmütig wirkender Onkel mit Schnurrbart und Brille, der mit sonorer Stimme die Nachrichten vom Blatt las. Wir waren ja, vor allem als Kinder, eher heute-Gucker, wahrscheinlich wegen der kinderkompatibleren Sendezeit. Aber der konservativere Touch des ZDF blieb auch mir nicht verborgen.&lt;br&gt;Schön, das mal wiederzufinden:&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/oJ8Q7HHQ-5k&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/oJ8Q7HHQ-5k&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;An einem einzigen Tag über 100 Tote durch Anschläge, aber nicht in Bagdad oder Kabul, sondern in London, Madrid und Amsterdam. Man schreibt das Jahr 1983, und die Themen scheinen dieselben wie die der letzten Jahre zu sein: Terrorismus und Palästinenser-Frage. Die Regierung und die Arbeitgeber fordern die Gewerkschaft zur Mäßigung auf. Der Gewerkschafts-Chef meint, von der 35-Stunden-Woche hinge Sein oder Nichtsein der Gewerkschaften ab - eine seltsame Logik im Übrigen: Als ob es nicht um die Zwecke der Organisation ginge sondern um die Organisation an sich. (Ob da das ZDF dahintersteckte, dass den Kanzler als bedächtig und den Gewerkschafts-Chef als Jammerlappen darstellte.) Kann man mit den Grünen koalieren? (fragte sich damals die SPD, heute die CDU.) Dass Hunderte Schriftsteller zur Wehrdienstverweigerung aufrufen (und damals gab es noch keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!), darauf kann man heute lange warten.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von Ma'n ibn Zâîda&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Als Ma'n ibn Zâîda &lt;sup&gt; &lt;a href="#272"&gt;272&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; eines Tages ausreitet, dürstet ihn, aber seine Diener haben kein Wasser. Drei Mädchen kommen des Wegs, die ihn aus ihren Wasserschläuchen trinken lassen. Da die Diener nicht nur kein Wasser haben, sondern auch kein Geld zum Bezahlen, vergilt er den Mädchen die gute Gabe mit den güldenen Spitzen der Pfeile aus seinem Köcher, woraufhin die Mädchen seine Identität erraten und jede einen Lobes-Vierzeiler improvisieren. Einer mag hier genügen&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="vers"&gt;Er krönet die Pfeile mit Spitzen von Golde&lt;br&gt;Und sendet dem Feinde, was Großmut gewährt;&lt;br&gt;Verwundete finden durch ihn Heilung,&lt;br&gt;Ein Leichentuch, wer in die Grube fährt.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von Ma'n ibn Zâîda und dem Beduinen&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ma'n ibn Zâîda wieder auf Jagd. Diesmal begegnet er einem Gurkenbauer, der ihm verrät, dass er gedenkt, die Gurken Ma'n ibn Zâîda zu verkaufen, und zwar für tausend Dinare.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Wenn er dir aber sagt, das sei zuviel?&amp;quot;&lt;br&gt;&amp;quot;Dann verlange ich fünfhundert Dinare.&amp;quot;&lt;br&gt;&amp;quot;Wenn er dann wieder sagt, zu teuer?&amp;quot;&lt;br&gt;&amp;quot;Dann verlange ich fünfhundert Dinare.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Usw. Der Emir führt die Verhandlung praktisch schon hier.&lt;br&gt;Und wenn dreißig Dinare dem Emir noch zuviel sind?&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Dann lasse ich die Füße meines Esels in den Harem treten und kehre enttäuscht und mit leeren Händen zu meinem Volke heim.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die beiden trennen sich, und Ma'n ibn Zâîda befiehlt seinem Kammerherrn, den Gurkenhändler, sobald er auftaucht, zu ihm zu führen. Tatsächlich handelt er ihn auf unter dreißig Dinare runter, bis sich der Gurkenbauer über die Situation im Klaren ist und Ma'n ibn Zâîda erkennt:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Hoher Herr, wenn du mir nicht die dreißig Dinare gibst, du weißt, da ist der Esel an die Tür gebunden, und da sitzt Ma'n!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Der Kommentar zu dieser Stelle bemerkt:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&lt;i&gt;Dem Ganzen liegt ein obszöner Witz zugrunde, der nach der Kalkuttaer und der Kairoer Ausgabe verschieden ausgelegt werden kann.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Aber weder die eine noch die andere Auslegung bietet man uns an. Also: Soll nahegelegt werden, dass in diesem Harem genausogut ein Esel statt Ma'n ibn Zâîda Recht auf die Frauen habe?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ma'n ibn Zâîda gibt dem Bauern schließlich die Summer aller zwischenverhandelten Preise: 2180 Dinare.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Allah hab alle die großmütigen Männer selig!&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von der Stadt Lebta&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Im Land der Romäer gab es in der Stadt Lebta eine Burg, vor diese ließ jeder König ein neues Schloss anbringen, bis schließlich vierundzwanzig Schlösser davorhingen. Als ein neuer König aus einem anderen Geschlecht gekrönt wird, will dieser die Burg öffnen lassen, das Volk versucht in jedoch mit Geschenken abzuhalten.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Gemeint sind die Oströmer. Lebta ist evtl. verfälscht Ceuta, das zurzeit der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Arabern noch in oströmischer Hand war.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Da bemerkte Schehrezâd, dass der Morgen begann, und sie hielt in der verstatteten Rede an.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;sup&gt; &lt;a name="272"&gt;272&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Ma'n ibn Zâîda war ein wegen seiner Großzügigkeit berühmter Emir aus dem 8. Jh. u.Z.&lt;/p&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;br&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-1152525606072852276?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/1152525606072852276/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/272-nacht-heute-ist-heute-anders.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1152525606072852276'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1152525606072852276'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/272-nacht-heute-ist-heute-anders.html' title='272. Nacht - heute ist heute anders'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-179625342382782323</id><published>2010-03-03T19:04:00.000+01:00</published><updated>2010-03-03T19:07:03.032+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mord'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Instrumente'/><title type='text'>271. Nacht - e)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Übe derzeit von Mozarts Klaviersonaten die langsamen Sätze aus:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Sonate in F, KV 280&lt;br&gt;- Sonate in B, KV 281 (im Vibraphon-Sound)&lt;br&gt;- Sonate in Es, KV 282&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alle drei Sätze der&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Sonate in C, KV 545&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Allegro-Sätze der&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Sonate in B, KV 333 (fast aufgegeben)&lt;br&gt;- Sonate in F, KV 332&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außerdem&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Mussorgskis Promenade aus &amp;quot;Bilder einer Ausstellung&amp;quot;&lt;br&gt;- Händels &amp;quot;Fantasie&amp;quot; G-Dur&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Perî Banû lässt nach ihrem Bruder Schabbar schicken. Dieser trifft ein:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Ein Männlein von Zwergengestalt, das nur drei Fuß hoch war, mit einem Höcker auf der Brust und einem Buckel auf dem Rücken; doch trotzdem trug er eine stolze Miene und ein geheimnisvolles Aussehen zur Schau. Auf seiner rechten Schulter lag eine Keule aus Stahl, die zweihundertsechzig Pfund wog. Sein Bart war dicht und zwanzig Ellen lang, aber so kunstvoll geflochten, dass er den Boden nicht berührte; auch trug er einen langen gedrehten Schnauzbart, der sich bis zu seinen Ohren hinaufkräuselte, und sein ganzes Gesicht war mit langen Haaren belegt. Seine Augen sahen ähnlich ie Schweinsaugen aus; sein Kopf, auf dem er einen kronenartigen Haarwulst trug, war ungeheuer groß und hob sich gewaltig gegen den winzigen Leib ab.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Als Ahmed und Schabbar nun in die Hauptstadt gehen, fliehen die Einwohner vor Schrecken in ihre Häuser und lassen Pantoffeln und Turbane fallen. Auch der König hält sich vor Grausen die Hände vors Gesicht, was den Zwerg erzürnt.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Und so hob der Dämon, ohne einen Augenblick zu zögern, seine stählerne Keule, schwang sie zweimal durch die Luft und traf, ehe der Prinz Ahmed den Thron erreichen konnte, den Sultan so gewaltig auf den Kopf, dass sein Schädel zerschlagen und das Hirn über den Boden gespritzt ward.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Den Großwesir kann Ahmed gerade noch so retten.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Warum eigentlich?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Doch die anderen Minister und die Hexe werden von Schabbar erschlagen.&lt;br&gt;Ahmed wird nun zum König, macht seinen Bruder Alî mitsamt Gattin Nûr en-Nahâr zum Statthalter einer großen Stadt und bietet dies auch Husain an, der aber das Derwischleben vorzieht.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Bemerkenswertes Happy End: Der Vatersmörder als neuer König.&lt;/p&gt;&lt;p align="center" class="kommentar"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="center" class="blog"&gt;Die Geschichte von Hâtim et-Tâi&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="blog" dir="ltr"&gt; &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hatim_al-Tai"&gt;Hâtim et-Tâi&lt;/a&gt; (ein für seine Großzügigkeit berühmter vorislamischer Held der arabischen Welt) wurde auf einem Berg bestattet, um ihn herum Statuen junger Mädchen.&lt;br&gt;Der König von Himjar Dhu el-Kurâ lagerte dort eines Nachts mit seinen Gefährten und spottet vorm Schlafengehen:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat" dir="ltr"&gt;&amp;quot;O Hâtim, wir sind heute abend bei dir zu Gaste, und wir verschmachten vor Hunger.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="blog" dir="ltr"&gt;Des Nachts erscheint ihm Hâtim et-Tâi im Traum und erschlägt die Reitkamelin, die tatsächlich stirbt, als Dhu el-Kurâ erwacht und gebraten wird.&lt;br&gt;Als sie am nächsten Tage weiterreiten begegnet ihnen Âdi, der Sohn des Hâtim et-Tâi und bietet ihnen eine Reitkamelin an, da ihm dies sein Vater im Traum befahl. So war Hâtim et-Tâi selbst im Tode noch großzügig.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Der Weise &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-179625342382782323?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/179625342382782323/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/271-nacht-e.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/179625342382782323'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/179625342382782323'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/271-nacht-e.html' title='271. Nacht - e)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-567268616635886487</id><published>2010-03-02T23:04:00.000+01:00</published><updated>2010-03-02T23:05:18.408+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><title type='text'>271. Nacht - d)</title><content type='html'>l&lt;p&gt;Gebrauchsanweisung für Großstädte&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Das Dörfchen in der Stadt&lt;br&gt;Glaube nicht, die ganze Stadt bewohnen zu müssen. Nutze ein paar wenige Orte, in denen du arbeitest, wohnst, dich erholst. Vor allem junge Kleinstadtbewohner, die in die Großstadt ziehen, sind zunächst vom kulturellen Überangebot fasziniert, dann gestresst und irgendwann überfordert. In deiner Kleinstadt gab es alle 10 Wochen eine Theaterpremiere. Hier gibt es 10 Theaterpremieren pro Tag! Vergiss das &amp;quot;Das muss man gesehen haben&amp;quot;, das dir deine neuen Freunde einzureden versuchen. Gar nichts muss man. Behalte die Übersicht über deine Gegend.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Behalte die innere Ruhe inmitten der Hektik.&lt;br&gt;Hektik steckt an. Behalte deine innere Ruhe. Vor allem im Straßenverkehr. Bedenke, dass jeder sein eigenes Timing hat. Lass es ihnen.&lt;br&gt;Wenn dich die Hektik erfasst hat, tu weniger und das richtig.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;3. Ignoriere das Ignorierbare.&lt;br&gt;Wie du schon bemerkt haben dürftest: Die Stadt ist voller Freaks und Verrückter. Aber du bist einer von ihnen. Lass dich nicht vom Wahnsinn in die Irre oder in den Ärger treiben. Kleine Regelverstöße sind Teil des Großstadtalltags.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;4. Bewahre dir Empathie und Zivilcourage&lt;br&gt;Ignoriere nicht das, was man nicht ignorieren darf. Dutzende mögen an einem Mann der auf einer Treppe zusammengebrochen ist, vorübergehen. Hilf ihm!&lt;br&gt;Schreite ein, wo man einschreiten muss. Du kannst den Hundebesitzer, der den Dreck seines Tieres nicht beseitigt, ignorieren, nicht aber jemanden, der einen anderen bedroht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;5. Natur&lt;br&gt;Großstädte sind Betonwüsten. Großstadtbewohner leben tendenziell kürzer. Suche Luft, Licht, Natur und Bewegung. Täglich.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;6. Sei ein guter Nachbar.&lt;br&gt;Je mobiler wir sind, umso distanzierter wird unser Verhältnis zu unseren Nachbarn. Baue zu ihnen ein gutes Verhältnis auf. Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme ist wichtiger als Recht behalten.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;7. Nimm Übles nicht persönlich&lt;br&gt;Der blökende Busfahrer, die betrunkene Radfahrerin, der fiese Fahrkartenkontrolleur - sie scheinen es alle auf dich abgesehen zu haben. Haben sie nicht. Sie leiden heute lediglich an der Großstadt. Es hat nichts mit dir zu tun.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;8. Entdecke die Stadt&lt;br&gt;Wohne in deinem Viertel, aber suche von Zeit zu Zeit immer wieder ungewöhnliche Orte in deiner Stadt auf.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;9. Tu Gutes, aber erwarte es nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;10. Sieh das Ganze&lt;br&gt;Eine Großstadt ist ein ungeheuer komplexer Prozess. Mach dir die Mühe und versuche, sie dir vorzustellen, als von dir geschaffenes Räderwerk, in dem alles seinen Platz hat. Sei jedem dankbar für seine Arbeit hier.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;11. Genieße die Freiheit.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Man hätte es sich denken können, aber die Hexe rät nun dem trübsinnigen König, den Sohn eine weitere Aufgabe lösen zu lassen:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Du brauchst dem Prinzen Ahmed nur zu befehlen, dir Wasser aus dem Löwenquell zu bringen. Er muss notgedrungen um seiner Ehre willen deinen Wunsch erfüllen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Tatsächlich wünscht sich der Vater dies, und Ahmed trägt Perî Banû diesen Wunsch vor, die Böses ahnt, aber ihn instruiert, wie Egon Ohlsen einst seine Gefährten. Um die wilden Löwen, die das Wasser hüten, zu besänftigen, braucht er:&lt;br&gt;- einen Garnball&lt;br&gt;- Zwei Rosse&lt;br&gt;- ein in vier Teile zerlegtes, frisch geschlachtetes Schaf&lt;br&gt;- eine Phiole&lt;br&gt;Statt zu Bang Johansen reitet Ahmed nun zur Löwenquelle, besänftigt die Löwen mit dem geschlachteten Schaf, die ihn, nachdem er das Wasser geschöpft hat, auch noch in die Stadt seines Vaters begleiten.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/yo1amKe3-PU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/yo1amKe3-PU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Das Wasser der Löwenquelle hat übrigens dieselbe allheilende Wirkung wie der Apfel, den Ahmed zu &lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht.html"&gt;Beginn der Geschichte&lt;/a&gt; bereits besorgt hatte und welcher Nur en-Nahâr geheilt hatte.&lt;br&gt;Doch auch ein drittes Mal setzt die Hexe dem König einen Floh ins Ohr, und er verlangt nun von seinem Sohn:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich möchte, dass du mir einen Mann bringst, der an Wuchs nicht mehr als drei Fuß misst, aber einen Bart von zwanzig Ellen Länge hat; der soll auf seiner Schulter einen kurzen stählernen Stab, zweihundertsechzig Pfund schwer, tragen, den er mit Leichtigkeit hebt und, ohne die Stirne kraus zu ziehen, um seinen Kopf wirbelt, so wie die Menschen hölzerne Keulen schwingen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Einen solchen Mann gibt es - den Bruder von Perî Banû.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-567268616635886487?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/567268616635886487/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/271-nacht-d.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/567268616635886487'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/567268616635886487'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/03/271-nacht-d.html' title='271. Nacht - d)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-7825832306954305208</id><published>2010-02-24T15:20:00.004+01:00</published><updated>2010-02-24T20:45:06.051+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><title type='text'>271. Nacht - c)</title><content type='html'>&lt;p align="left"&gt;Was ich dann alles doch nicht oder nur mal kurz geworden bin:&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;- Mathematiker&lt;br&gt;- Informatiker&lt;br&gt;- Mathe/Physik-Lehrer&lt;br&gt;- Filmregisseur&lt;br&gt;- Filmschauspieler&lt;br&gt;- Großhandelskaufmann&lt;br&gt;- Leichtathlet&lt;br&gt;- Opernsänger&lt;br&gt;- Jurist&lt;br&gt;- Sozialwissenschaftler&lt;br&gt;- Rockmusiker&lt;br&gt;- Stand Up Comedian&lt;br&gt;- Entwicklungs-Consultant&lt;br&gt;- Linguist&lt;br&gt;- Politiker&lt;br&gt;- Ruderer&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Mein Jahr 2009&lt;br&gt;Januar - April&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/LKa79UwYxCE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/LKa79UwYxCE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Mai - August&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/OAixfPMCNpY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/OAixfPMCNpY&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Tatsächlich wünscht sich der König ein derart gigantisches Zelt:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Sollte es dir etwa nicht gelingen, und solltest du mir die gewünschte Gabe nicht bringen, mein Sohn, so möchte ich dein Antlitz niemals wiedersehen. Dann wärest du fürwahr ein trauriger Gatte, wenn deine Gemahlin dir ein so geringfügig Ding abschlagen würde.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Wer hört so etwas nicht gern vom eigenen Vater?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Perî Banû willigt traurig ein, denn sie weiß sicher,&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;dass sein Ende nahe ist (...) und dass dein Vater, der von dem kommenden Unheil nichts ahnt, seinen eigenen Untergang betreibt.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Auf Ahmeds Erschrecken hin, klärt sie ihn auch über die alte Zauberin auf:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Jenes Weib ist eine Hexe aus Satans Brut.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der Wunsch wir allerdings flugs von Perî Banûs Schatzmeisterin Nûr Dschehân erfüllt. Prinz Ahmed überreicht seinem Vater das Wunderwerk, und gleich einem Kinde, das einen unverschämten Wunsch erfüllt bekommen hat, reagiert auch er:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Es ist seltsam aber wahr, dass im Herzen des Sultans, als er dies seltene Geschenk von dem Prinzen erhalten hatte, Furcht und Zweifel, Neid und Eifersucht auf seinen Sohne, die von der Hexe und dem boshaften Wesir und seinen anderen üblen Beratern in ihm erregt waren, nur noch größer und lebhafter wurden.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-7825832306954305208?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/7825832306954305208/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/02/271-nacht-c.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7825832306954305208'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7825832306954305208'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/02/271-nacht-c.html' title='271. Nacht - c)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-796464514734458666</id><published>2010-01-27T15:15:00.000+01:00</published><updated>2010-01-27T15:16:39.413+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Lesebühnen'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Essen'/><title type='text'>271. Nacht b)</title><content type='html'>&lt;p align="left"&gt;Kantinenlesen-Essen mit Uli Hannemann Ahne, Hans Duschke, Jakob Hein, Anselm Neft, Stefanie Winny, Falko Hennig, Robert Rescue, Frank Sorge, Bohni, Micha Ebeling, Volker Strübing, Volker Surmann, Ivo Smolak und Kirsten, Lea Streisand, Kirsten Fuchs, Daniela Böhle, Paul Bokowski. Heiko Werning, Thilo Bock, Michael-André Werner, Sarah Schmidt, Manfred Maurenbrecher. Im persischen Restaurant Sufissimo. Gutes Essen, nette Bedienung, ein wenig Slowfood-Tradition, durchaus empfehlenswert. Kein einziger Wein wurde verkauft. Im letzten Jahr noch mehr Freundinnen dabei. Die Kellnerinnen tun einem leid, weil bei uns reflexartig jeder zu seiner Bestellung noch einen lustigen Spruch glaubt machen zu müssen oder an der eigenen Entscheidungsunfähigkeit (es gibt nur 4 Gerichte) scheitert. Aber Mascha verliert den ganzen Abend über ihr Lächeln nicht. Mit einigen kommt man dann doch nicht ins Gespräch. Aber ich habe mir abgewöhnt, bei solchen Feiern mich verpflichtet zu fühlen.&lt;br&gt;Ein Lesebühnen-Gruppenfoto kommt nicht zustande. Ein bis auf zwei Autoren fast komplettes hätten wir auf Steins Beerdigung schießen können, selbst aus alten Zeiten waren noch Kollegen da. Die Chance gibt es wahrscheinlich (oder sollte man sagen &amp;quot;Hoffentlich&amp;quot;?) nicht so schnell wieder.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ingeborg Junge-Reyer ist der Name jener Sozialdemokratin, deren Aufgabe es ist, für eine angemessene Stadtentwicklung in Berlin zu sorgen. Zum Thema Gentrifizierung fällt ihr allerdings nur ein, dass es doch gut sei, wenn in ein Haus, in dem sonst nur Arbeitslose wohnen, jemand einzieht, der einen Job hat. Anscheinend bezieht die Dame ihr Wissen über das Thema aus einer halbseitigen Zusammenfassung, die ihr ein Referent auf den Schreibtisch gelegt hat. Fazit: Man kann sowieso nichts machen.&lt;br&gt;Natürlich ist es begrüßenswert, wenn die Qualität der Häuser verbessert wird, wenn in einen armen Bezirk auch Wohlhabende ziehen, wenn es neben Eckkneipen auch Cafés gibt usw., aber ab einem bestimmten Punkt kippt es. Die Prognosen des guten alten Häußermann haben sich in dem Punkt bisher ziemlich bewahrheitet: Mietenexplosion in Mitte und Prenzlauer Berg. Massive Verdrängung der lange dort wohnenden Bevölkerung, teilweise sogar mit Gewalt. Aber von brennenden Dachstühlen, verstopften Schornsteinen, vermauerten Türen, abgestelltem Wasser lässt sich weniger knackig schreiben als von brennenden Autos.&lt;br&gt;Soviel zur Tagespolitik.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Es folgen: Zimmer aus Gold, Silber, Edelsteinen, köstliche Mahlzeiten, Sängerinnen, Tänzerinnen, Polster und &lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Kissen, die aus Stickperlen und altpersichen Geweben gearbeitet waren,&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Gäste, Sklavinnen usw.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Sechs Monate flossen ihm so im Feenlande dahin, neben Perî Banû, der er in so zärtlicher Liebe zugetan war, dass er es auch nicht einen Augenblick ertragen konnte, sie nicht zu sehen. (...)&lt;br&gt;Doch nach einer Weile erwachte sein Gedächtnis aus dem Schlummer, und bisweilen ertappte er sich dabei, wie er sich danach sehnte, seinen Vater wiederzusehen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die großzügige Prinzessin gestattet ihm die Reise, obwohl sie vor Sorge vergeht. Unterdessen grämte sich natürlich Ahmeds Vater, und wie so oft kooperieren ein böser Wesir, der dem Herrscher einen Floh ins Ohr setzt, der Sohn könne etwas gegen ihn im Schilde führen und eine alte Zauberin, die sich zum Werkzeug des Bösen machen lässt. Sie findet zunächst heraus, dass Ahmed noch lebt. Cut! Unterdessen nimmt Perî Banû ihrem Gatten das Versprechen ab,&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;dass du mit aller erdenklichen Eile hierher zurückkehren willst, und dass du mir nicht durch langes Fernsein schmerzliche Sehnsucht und banges Warten auf deine sichere Heimkehr verursachen wirst.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Natürlich darf er nichts vom Feenland erzählen. Sie gibt ihm noch zwanzig Ritter mit, und der grandiose Einzug in die Hauptstadt ist garantiert.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Dort ward er mit so lautem Jubel empfangen, wie man ihn noch nie zuvor im Lande vernommen hatte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Als er sich seinem Vater nähert gibt er ihm ein redundantes Verlaufsprotokoll der Ereignisse, das wir uns hier sparen. Der Sultan bittet nun seinen Sohn, ihn einmal pro Monat zu besuchen. Als Ahmed nach vier Tagen zu Perî Banû zurückkehrt, gewährt sie ihm von nun an bedingungslose Reisefreiheit.&lt;br&gt;Als Ahmed zum zweiten Mal seinen Vater besucht, wird der Neid des Wesirs angestachelt:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Niemand vermag zu sagen, woher der Prinz kommt und auf welche Art er sich solch ein prächtiges Gefolge verschafft hat.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Und wie es in dieser Art von Geschichten eben geht: Die Charaktere bleiben konstant. Psychologisierung oder gar Soziale Konditionierung entfällt. Er ist neidisch = er war neidisch = er wird immer neidisch sein.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der König wird nervös und beauftragt die Zauberin, herauszufinden, wo Ahmed immer verschwindet, doch die Tür zum Feenpalast bleibt dem menschlichen Auge verborgen, also muss sie eine List anwenden und verkleidet sich als alte, kranke Bettlerin. Prinz Ahmed erbarmt sich ihrer und nimmt sie mit zur Pflege in den Palast.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Wieder einmal das Motiv der listigen Alten, die sich verkleidet einnistet. Fehlte nur noch, dass sie die Fromme mimt und alleingelassen werden will. Doch das bleibt uns diesmal erspart.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Perî Banû entdeckt den Schmu:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Diese Frau ist nicht so krank, wie sie sich stellt, nein, sie übt Betrug an dir, und mir ahnt, dass irgendein Neider gegen dich und mich Arges im Schilde führt.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Mit einem Trunk aus der allheilenden Löwenquelle wird die Alte wieder auf die Beine gebracht und entlassen. Am Tor sieht sie sich um und findet den Eingang nicht mehr. Dem Sultan berichtet sie alles und stachelt ihn auf:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Wer weiß, ob er nicht mithilfe von Perî Banû Zwietracht und Zwiespalt im Reiche hervorrufen wird? Hüte dich vor den Listen und der Tücke der Frauen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Der letzte Satz entfaltet natürlich seine Ironie, wenn er von einer listigen und tückischen Frau ausgesprochen wird. &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Den Rat seines Ministers, den Sohn hinrichten zu lassen, verwirft er, lieber will er ihn in den Kerker werfen lassen, aber die Zauberin rät ihm ab, da die Knappen von Prinz Ahmed schließlich Dämonen sind. Lieber möge er seinen Sohn &amp;quot;auf die Probe stellen&amp;quot; und ihn ein Zelt besorgen lassen, dass den ganzen Hofstaat aufnehmen könne. Daraufhin würde sie sich eine weitere Probe ausdenken, usw., bis er am Ende seiner Kräfte sei und endlich gedemütigt und beschämt sich nicht mehr in die Hauptstadt wagen.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-796464514734458666?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/796464514734458666/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht-b.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/796464514734458666'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/796464514734458666'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht-b.html' title='271. Nacht b)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-4600466407426073495</id><published>2010-01-17T20:10:00.002+01:00</published><updated>2010-01-17T20:13:44.975+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dämon'/><title type='text'>271. Nacht a)</title><content type='html'>&lt;p align="left"&gt;Diskussion bei der Chaussee, ob es sich lohnt, unsere Lotsen am Tor2 des RAW zu positionieren, solange wir im Skandal auftreten. Ist es peinlich und hirnverbrannt, wie die eine Fraktion meint, oder liebenswürdig und notwendig, wie die anderen sagen? Wie in der Mathematik kommt man der Sache näher, wenn man sich das Extrem der anderen Seite vorstellt: Man stünde umsonst am Tor oder es kämen wöchentlich Hunderte dort vorbei.&lt;br&gt;Indessen ignoriert uns de zitty im Programmteil, während sie uns in der vorigen Ausgabe noch mit einem Tagestipp bedachte.&lt;br&gt;Was die Immobilienspekulanten auf dem RAW nun vorhaben, ist unklar. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 2007, beim Verkauf des Geländes nur der offizielle Preis gezahlt wurde (obwohl doch die Immobilien- und Baubranche doch sonst als so sauber gilt.)&lt;br&gt;Trenne mich nun von 10 Jahrgängen &amp;quot;Rolling Stone&amp;quot;. Die New Noises CDs klingen für mich von Jahr zu Jahr gleicher. Meine besten Entdeckungen der Nullerjahre habe ich aber auch diesem Heft zu verdanken: Fiona Apple, Laura Veirs, The Strokes. Es sieht nicht so aus, als würde ich mehr als 1 Euro pro  &lt;a href="http://shop.ebay.de/steffy99_de/m.html?_nkw=Rolling+stone&amp;_sacat=0&amp;_trksid=p3911.m270.l1313&amp;_odkw=&amp;_osacat=0"&gt;12 Hefte bei Ebay&lt;/a&gt; dafür bekommen.&lt;br&gt;Kuriositäten bei Facebook: Ich soll Fan einer Künstleragentur werden, die sich nicht mit ihren Künstler rühmt, sondern damit, dass sie wirbt. Wieder eine Freundschafts-Anfrage eines ausländischen Künstlers, der mich mit  &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Richter"&gt;Daniel Richter aus Hamburg&lt;/a&gt; verwechselt.&lt;br&gt;Grob fahrlässige Körperverletzung im Pflegeheim. Aber man zögert, Anzeige zu erstatten, aus Angst, der geliebten Verwandten könne dann noch übler mitgespielt werden. Alternativen: Keine; denn es ist eines der teuersten und am besten ausgestatteten Heime der Gegend, und die Schlamperei und der Zynismus des Pflegepersonals dem Vernehmen nach überall gleich.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Ahmed geht wieder eines Morgens den Pfeil suchen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Wie er so überall suchte, sah er, nachdem er schon etwa drei Parasangen weit gegangen war, den Pfeil flach auf einem Felsen liegen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Wieviel das sein mag, darüber wird noch gestritten.   &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Parasang"&gt;Wahrscheinlich&lt;/a&gt; zwischen 5 und 10 km.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Er entdeckt, dass der Pfeil nicht steckt, sondern abgeprallt war.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Darauf bahnte er sich einen Weg zwischen den spitzen Klippen und den großen Blöcken und kam alsbald zu einer Höhle im Boden, die in einen unterirdischen Gang auslief.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Bis er schließlich an einem unterirdischen Palast landet.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Und alsbald trat aus dessen Inneren eine liebliche Maid, schön und voll Liebreiz, eine Feengestalt in fürstlichen Gewändern und über und über mit den kostbarsten Juwelen geschmückt. Sie schritt langsam und majestätisch dahin und doch anmutig und bezaubernd, umgeben von ihren Dienerinnen wie der volle Mond von den Sternen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Na, auf so etwas wartet man doch! Die ganze Zeit wird der Leser in die Irre geführt mit irgendwelchen Abenteuern, die die Brüder zu bestehen haben, einer Cousine, die geheiratet werden soll, und nun kommt diese Beauty-Queen. Aber es kommt noch besser:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Herzlich willkommen, Prinz Ahmed! Ich bin erfreut, dich zu sehen. Wie ergeht es deiner Hoheit, und weshalb bist du so lange mir ferngeblieben?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Nicht nur, dass sie seinen Namen weiß, sie führt ihn auch in den Palast, sie gibt sich ihm auch als Fee zu erkennen:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Du hast wohl in der Heiligen Schrift gelesen, dass diese Welt nicht nur eine Wohnstätte von Menschen ist, sondern auch von einem Geschlechte, das man die Geisterwesen nennt, die an Gestalt den Sterblichen ganz ähnlich sind.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Vielleicht ist diese Stelle gemeint: &amp;quot;In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch, nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer.&amp;quot; (1. Buch Mose 6, 4)&lt;br&gt;Oder sollte sie sich auf die im Koran Dschinni erwähnten Dschinni beziehen?&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich bin die einzige Tochter eines Geisterfürsten von vornehmster Abkunft, und mein Name ist Perî Banû.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Sie war es, die den nicht weit genug abgeschossenen Pfeil entführte und vor ihre eigene Schwelle legte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Also sprach die schöne Maid Perî Banû, indem sie mit dem Blicke sehnender Liebe zu Prinz Ahmed aufschaute; dann aber senkte sie die Stirn in züchtiger Scham und wandte den Blick ab.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Sie möchte ihn ehelichen, und erläutert dies mit einem erstaunlich emanzipierten Standpunkt der Feenwelt:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich habe dir bereits gesagt, dass ich hierüber mit vollkommenster Willensfreiheit entscheiden kann. Zudem ist es bei uns Sitte und uralter Brauch, dass wir Mädchen, wenn wir das mannbare Alter und die Jahre des Verstandes erreichen, nach dem Gebote des Herzens uns vermählen dürfen, eine jede mit dem Manne, der ihr am meisten gefällt und von dem sie glaubt, er werde ihr das Leben am glücklichsten machen. So leben denn Mann und Frau ihr ganzes Leben in Eintracht und Glück. Wenn aber eine Jungfrau von ihren Eltern nach deren Wahl, nicht nach ihrer eigenen, vermählt wird, und sie so an einen Gefährten gekettet wird, der nicht der rechte für sie ist, weil er eine hässliche Gestalt oder ein hässliches Wesen hat und ihre Zuneigung nicht zu gewinnen vermag, dann werden die beiden wohl ihr ganzes Leben lang miteinander streiten, und Not ohne Ende wird für sie aus einer solchen unglücklichen Verbindung entstehen. (...)&lt;br&gt;Wir tun offen unsere Neigung dem Manne kund, den wir lieben, und wir brauchen nicht zu warten und zu schmachten, bis wir umworben und gewonnen werden.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Was die Bemerkung vom in züchtiger Scham gesenkten Blick Lügen straft. Jedenfalls kann Ahmeds Cousine Nûr en-Nahâr von solcher Wahlfreiheit nur träumen, denn gefragt wurde sie ja nicht.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Doch auch die Eheschließung erfolgt unkonventionell:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Du bist mein Gemahl, und ich bin dein Weib. Dies feierliche Versprechen, das wir beide einander geben, steht an Stelle einer Eheurkunde. Wir brauchen keinen Kadi; den bei uns sind alle andern Förmlichkeiten und Zeremonien überflüssig und nutzlos.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Es wäre schön zu wissen, ob wir es hier mit der utopischen Phantasie einer weiblichen Erzählerin zu tun haben oder vielleicht eines männlichen, der sich vielleicht eine Beziehung auf Augenhöhe erträumt.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-4600466407426073495?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/4600466407426073495/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht_17.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/4600466407426073495'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/4600466407426073495'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht_17.html' title='271. Nacht a)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-5315738965442376981</id><published>2010-01-10T19:04:00.000+01:00</published><updated>2010-01-10T19:46:12.485+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Indien'/><title type='text'>271. Nacht</title><content type='html'>&lt;p align="center"&gt;&lt;b&gt;Die Geschichte von dem Prinzen Ahmed und der Fee Perî Banû&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Eine Fußnote des Übersetzers Littmann merkt an, dass diese Geschichte in der Kalkuttaer Ausgabe nicht vorkommt.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Ein König von Indien hat drei Söhne - Husain, Alî und Ahmed, die sich alle für ihre Cousine Nûr en-Nahâr interessieren. Da der König keinen von ihnen bevorzugen will, stellt er ihnen die Aufgabe, in die Welt zu ziehen. Welcher ihm das Sonderbarste brächte, der dürfe die Prinzessin Nûr en-Nahâr ehelichen.&lt;br&gt;Weitschweifend wird von den Reisen der Brüder berichtet, die gemeinsam losziehen und sich nach einem Jahr in einer Karawanserei wieder treffen wollen. Husain bringt einen fliegenden Teppich mit, 'Alî ein Fernrohr, das alles erkennt und Ahmed einen Apfel, der alle Krankheiten heilt, wenn man an ihm riecht.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Dies ist hier die erste Geschichte mit fliegendem Teppich!&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Als sie sich nach einem Jahr wiedertreffen, schauen sie durchs Fernrohr nach Nûr en-Nahâr.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Diese Schlingel.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Aber die Prinzessin ist krank, also reisen sie per Teppich zu ihr, Ahmed lässt sie an seinem Apfel riechen und sie gesundet auf der Stelle.&lt;br&gt;Da nun alle denselben Anteil an ihrer Errettung haben, steht der Sultan vor demselben Problem wie zuvor. Nun müssen sich die Söhne im Pfeilweitschießen messen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Das hätten sie im Grunde auch vorher tun können, nur wäre dann die Prinzessin nicht am Leben. Was aber den Leser irritiert ist die narrative Folgenlosigkeit der auf mehreren Seiten ausgebreiteten Erzählung der Reisen der Söhne. Sie steht im Grunde für sich und ist ohne Plotrelevanz.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Alî schießt den Pfeil weiter als Husain. Den Pfeil von Ahmed findet man nicht mehr. Also wird Alî verheiratet.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Prinz Husain aber wollte bei dem Hochzeitsfeste nicht zugegen sein, da er enttäuscht und von Eifersucht erfüllt war; denn er war der Herrin Nûr en-Nahâr mit einer viel heißeren Liebe zugetan als seine beiden Brüder. Darum legte er seine fürstlichen Kleider ab und zog im Gewande eines Fakirs von dannen, um als Einsiedler zu leben.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Lebensverneinung als Problemlöser. Erst extremer Schmerz scheint die Liebe zu beweisen - das Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der jüngste Bruder Ahmed verweigert sich auch dem Hochzeitsfest und sucht stattdessen den Pfeil.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-5315738965442376981?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/5315738965442376981/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5315738965442376981'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5315738965442376981'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/271-nacht.html' title='271. Nacht'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-3797423993795412846</id><published>2010-01-08T16:06:00.003+01:00</published><updated>2010-01-08T16:16:00.283+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gastrecht'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Entjungferung'/><title type='text'>270. Nacht d) - Gesund und glücklich alt werden</title><content type='html'>&lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dan_Buettner"&gt;Dan Buettners&lt;/a&gt; Vortrag über Regionen, in denen die Lebenserwartung extrem hoch ist, beunruhigt mich. Zusammengefasst, sind die Voraussetzung diese:&lt;br&gt;- andauernde Freundschaften&lt;br&gt;- geerdete Spiritualität&lt;br&gt;- überwiegend vegetarische und vielseitige Ernährung, &lt;br&gt;- natürliche Bewegung, d.h. die alltäglichen Handlungen sind bewegungsreich&lt;br&gt;- täglicher Lebenszweck - ein täglicher Grund, warum man aufsteht&lt;br&gt;- tägliche Ruhepause&lt;br&gt;- gute Familienbeziehungen und -traditionen&lt;br&gt;- mäßig essen und wenig Alk&lt;br&gt;- sich in gute Gesellschaft begeben.&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="560" height="340"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/I-jk9ni4XWk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/I-jk9ni4XWk&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Nur wenig davon beherzige ich. Vom meisten hat man sich frei gemacht. Einige Dinge muss man sich schwer neu erarbeiten. Wer überhaupt Mangel empfindet, ist auf Lebensberatungsliteratur, Therapeuten, Trainer usw. angewiesen, wenn er nicht das Glück hatte, die gesunden Traditionen der eigenen Community ungefragt weiterzuleben.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;p align="left"&gt;Am nächsten Morgen zeigt Mardschâna ihrem Herrn Ali Baba die toten Räuber in den Ölschläuchen und berichtet ihm, was geschehen ist.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Und zwar so, dass wir Leser auf zwei Seiten auch noch mal dasselbe erfahren.&lt;p align="left"&gt;Ali Baba schenkt zum Lohn der Sklavin Mardschâna die Freiheit. Die 38 toten Räuber werden im Hof begraben.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Es müssen also ursprünglich 41 und nicht 40 gewesen sein, wenn man den Hauptmann und die beiden von ihm getöteten Gauner hinzurechnet.&lt;p align="left"&gt;Der Räuberhauptmann indessen klagt nicht lange, sondern verkleidet sich erneut als Kaufmann, eröffnet auf dem Basar einen Laden, in dem er teure Edelsteine zum Verkauf anbietet.&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Die Großen kamen zu ihm in Mengen, und die Kleinen begannen sich, um ihn zu drängen; er empfing die Menschen mit großer Zuvorkommenheit und behandelte sie mit Höflichkeit. (...) Und dabei war dies alles doch gegen seine Natur; denn er war innerlich roh und hart, von grober und rauer Art; er pflegte auf Mord und Raub zu sinnen, Blut zu vergießen und Beute zu gewinnen. Aber die Not hat ihre Gesetze, und sie zwang ihn zu solchem Tun.&lt;p align="left"&gt;Sein Laden befindet sich nun direkt gegenüber vom Laden des Sohnes Ali Babas, dessen Vertrauen er gewinnt. Bald lädt Ali Babas Sohn ihn zum Gastmahl ein. Dieser willigt ein:&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich will mich deinem Wunsche fügen und einkehren um der Freundschaft willen. Aber es geschieht nur unter der Bedingung, dass du kein Salz an die Speisen kommen lässest; denn ich habe die größte Abneigung dagegen und kann es weder essen noch auch riechen.&amp;quot;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Der Hintergrund scheint zu sein, dass er selbst als Räuber das Gastrecht nicht verletzen will, dem er sich unterwirft, sobald er mit dem Gastgeber Salz geteilt hat.&lt;p align="left"&gt;Als Mardschâna, die die Männer bekocht, dies hört, wird sie zornig, doch als sie den Kaufmann sieht, erkennt sie ihn und greift wieder zu einer List.&lt;br /&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat" dir="ltr"&gt;Mardschâna trug ein Hemd von durchbrochener, alexandrinischer Arbeit, dazu eine Jacke aus königlichem Brokat und andere prächtige Kleider, und sie war mit einem goldenen Gürtel, der mit allerlei Edelsteinen besetzt war, geschmückt. Ihr Leib war schmal, und darunter wölbten sich ihre Hüften. Auf ihrem Haupt lag ein Perlennetz und um ihren Hals eine Kette von Smaragden, Hyazinthen und Korallen. Und darunter wölbten sich ihre beiden Brüste wie zwei Granatäpfel. Sie war mit Schmuck und schönen Kleidern geziert; sie glich einer Blume des Frühlings, und dem Mond in seiner Vollendung Nacht. &lt;br /&gt; &lt;p align="left"&gt;Sie tanzt eine Art erotisierten Dolchtanz, an dessen Ende sie schließlich den Räuber ermurkst. Nach kurzem Schrecken erklärt Mardschâna alles und zum Lohn wird sie an Ali Babas Sohn verheiratet.&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/uploaded_images/-015-723019.jpg"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 148px; height: 200px;" src="http://www.danrichter.de/leckerbissen/uploaded_images/-015-723017.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/uploaded_images/-014-722994.jpg"&gt;&lt;img style="cursor:pointer; cursor:hand;width: 200px; height: 125px;" src="http://www.danrichter.de/leckerbissen/uploaded_images/-014-722989.jpg" border="0" alt="" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt; &lt;br /&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Schließlich ward die Braut vor ihm entschleiert, er blieb mit ihr allein und nahm ihr das Mädchentum.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Nach einiger Zeit (Ali ist skeptisch, da er die zwei Räuber, von deren Tod er nichts weiß, vermisst), führt er seinen Sohn an den Berg und lässt ihn sich an den Reichtümern der Höhle bedienen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;So führten sie ein herrliches und glückliches Leben, bis Der zu ihnen kam, der die Freuden schweigen heißt und der die Freundesbande zerreißt, der die Schlösser vernichtet und die Gräber errichtet.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Eine schöne, wesentlich gründlichere &lt;a href="http://www.exilpen.de/HTML/Texte/MardschanaSeibert.pdf"&gt;Analyse, inklusive Versionsvergleiche findet sich bei Winfried Seibert.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Ende der Geschichte und des Zweiten Bandes&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-3797423993795412846?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/3797423993795412846/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/270-nacht-d-gesund-und-glucklich-alt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3797423993795412846'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3797423993795412846'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/270-nacht-d-gesund-und-glucklich-alt.html' title='270. Nacht d) - Gesund und glücklich alt werden'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-5628638129582956854</id><published>2010-01-06T18:50:00.000+01:00</published><updated>2010-01-06T18:51:44.471+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Galland'/><title type='text'>270. Nacht c)</title><content type='html'>Bücher, die mich im Jahr 2009 davon abhielten, mich weiter in die Tausendundein Nächte zu vertiefen:&lt;p&gt;Alexander Solschenizyn: &amp;quot;Der Archipel Gulag&amp;quot; &lt;br&gt;Andy Goldberg: &amp;quot;Improv Comedy&amp;quot; &lt;br&gt;Barack Obama: &amp;quot;The Audacity of Hope&amp;quot;&lt;br&gt;Bill Lynn: &amp;quot;Improvisation of Actors and Writers&amp;quot; &lt;br&gt;Charna Halpern: &amp;quot;Art by Committee&amp;quot; &lt;br&gt;David Richio: &amp;quot;The Five Things We Cannot Change... and the Happiness We Find By Embracing Them&amp;quot; &lt;br&gt;Derren Brown: &amp;quot;Tricks of the Mind&amp;quot; &lt;br&gt;Dick Francis: &amp;quot;Comeback&amp;quot;&lt;br&gt;Giacomo Leopardi: &amp;quot;Gesänge und Fragmente/Canti e Frammenti&amp;quot; &lt;br&gt;Harlan Coben: &amp;quot;Hold Tight&amp;quot;&lt;br&gt;Ian McEwan: &amp;quot;Ein Kind zur Zeit&amp;quot; &lt;br&gt;Jo Salas: &amp;quot;Improvising Real Life: Personal Story in Playback Theatre&amp;quot; &lt;br&gt;Jochen Schmidt: &amp;quot;Schmidt liest Proust&amp;quot;&lt;br&gt;John Wright: &amp;quot;Why is that so funny?&amp;quot; &lt;br&gt;Jonathan Fox/ Heinrich Dauber (Hg.): &amp;quot;Playbacktheater&amp;quot; &lt;br&gt;Joseph Campbell: &amp;quot;Der Heros in tausend Gestalten&amp;quot; &lt;br&gt;Konstantin Simonow: &amp;quot;Die Lebenden und die Toten&amp;quot; &lt;br&gt;Maarten 't Hart: &amp;quot;Mozart und ich&amp;quot;&lt;br&gt;Manfred Geier: &amp;quot;Worüber kluge Menschen lachen: Kleine Philosophie des Humors&amp;quot;&lt;br&gt;Manfred Maurenbrecher: &amp;quot;Ich bin nicht da&amp;quot; &lt;br&gt;Manuela Ritz: &amp;quot;Die Farbe meiner Haut&amp;quot;&lt;br&gt;Martin Cohen: &amp;quot;99 moralische Zwickmühlen&amp;quot; &lt;br&gt;Patrick Lindsay: &amp;quot;Now is the Time&amp;quot; &lt;br&gt;Philip Zimbardo &amp;amp; John Boyd: &amp;quot;The Time Paradox&amp;quot; &lt;br&gt;Roger-Pol Droit: &amp;quot;Fünf Minuten Ewigkeit. 101 philosophische Alltagsexperimente&amp;quot;&lt;br&gt;Theodor Storm: &amp;quot;Beim Vetter Christian&amp;quot; &lt;br&gt;Theodor Storm: &amp;quot;Bulemanns Haus&amp;quot; &lt;br&gt;Thomas Harris: &amp;quot;The silence of the lambs&amp;quot; (zum wiederholten Male) &lt;br&gt;Tiki Kustenmacher: &amp;quot;How to Simplify Your Life&amp;quot; &lt;br&gt;William Shakespeare: &amp;quot;Ein Sommernachtstraum&amp;quot;&lt;br&gt;(plus diverses Abgebrochenes)&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Auffällig: Der Mangel an original deutschsprachiger Literatur. Viel Impro- und Theaterliteratur. Romane lediglich: McEwan, Harris, Simonow, Coben, Maurenbrecher.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;p align="left"&gt;Die störrische Gattin des inzwischen von den 40 Räubern gevierteilten Bruders Kâsim wird mangels Alternativen eine Ehe mit Ali Baba in Aussicht gestellt. Die Sklavin Mardschâna sorgt sich inzwischen um die Leiche. Sie bestellt beim Apotheker Arzneien und lässt durchblicken, der Patient sei sterbenskrank. Dann geht sie eines morgens zu einem Schuster, der stets als erster seinen Laden im Basar öffnet, drückt ihm zwei Goldstücke in die Hand, verbindet ihm die Augen, führt ihn zu ihrem Haus und lässt ihn Kâsims vier Teile zusammennähen; zwei weitere Goldstücke sind des Schusters Lohn. So muss sich niemand übermäßig wundern, als Ali Baba den Tod seines Bruders verkündet.&lt;br&gt;Nach der gesetzlichen Frist heiratet Ali Baba seine Schwägerin. Und nebenbei erfahren wir, dass Ali Baba einen zwölfjährigen Sohn hat.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Was nicht recht zum Zeitplan der Story zu passen scheint. Wann soll er ihn gezeugt haben? Wohl kaum in der Zeit seiner Armut, die als &amp;quot;kurze Zeit&amp;quot; beschrieben wurde. Die Ereignisse danach könnten höchstens ein paar Monate umfassen.&lt;p align="left"&gt;Ali Baba übergibt seinem Sohn den Laden,&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;und er versprach auch, ihn zu vermählen, wenn es mit seinem Tun gut und erfolgreich stehe und wenn er den Weg des Rechtes und der Tugend gehe.&lt;p align="left"&gt;Der Erzähler wendet sich nun den Räubern zu, die argwöhnisch werden, als sie das Verschwinden von Kâsims Leiche bemerken. Der Hauptmann fordert nun seine Leute auf, die Städte zu durchforsten:&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Fragt, ob ein Armer reich geworden ist oder ob ein Erschlagener begraben ist.&amp;quot;&lt;p align="left"&gt;Außerdem bräuchte man einen listigen Mann, der diese Stadt nach dem Widersacher durchforschen solle - mit großem Lohn bei Erfolg und mit Todesstrafe bei Misserfolg. Tatsächlich meldet sich ein Freiwilliger, dem zur Tarnung Kaufmannsgewänder angezogen werden und der sofort in die Stadt geht.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Wie nun? Eben sollte die Stadt erst noch gefunden werden? Und nun weiß man schon, welche es ist.&lt;p align="left"&gt;Tatsächlich trifft der verkleidete Räuber auf den Schuster, der drauflosplaudert und ihm die Tür, in der er die Totenvernähung vorgenommen hat, nur zeigen kann, wenn er wieder mit verbundenen Augen dahingeführt wird.&lt;br&gt;Um sich die Tür zu merken, kennzeichnet der Räuber die Tür mit Kreide. Mardschâna, nicht doof, die dies am nächsten Morgen bemerkt, kennzeichnet die anderen Häuser ebenso.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Warum wischt sie nicht einfach das Zeichen am eigenen Haus ab? Das Motiv finden wir haargenau wieder in Andersens Märchen &amp;quot; &lt;a href="http://www.märchenkristall.de/Andersen/Feuerzeug.htm"&gt;Das Feuerzeug&lt;/a&gt;&amp;quot;.&lt;p align="left"&gt;Die Räuber wollen loslegen, aber ihre Moral ist erschüttert, als sie sich vor lauter Kreidebemalten Häusern wiederfinden. Der mutige aber glücklose Räuber willigt in sein Schicksal ein:&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Es ist recht, ich verdiene die Todesstrafe, da mein Plan missglückt ist und meine Klugheit nicht ausreichte; ich habe meinen Auftrag nicht auszuführen vermocht; und so habe ich keine Lust mehr, am Leben zu bleiben.&amp;quot;&lt;p align="left"&gt;Ein billiger Preis fürs Leben. Ein weiterer Räuber namens Ahmed el-Ghadbân wird losgeschickt, die Arbeit noch einmal zu erledigen.&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Wieder bedient sich Galland eines Namens aus einer anderen Originalerzählung. &lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/2007/05/52-nacht.html"&gt;Ahmed el-Ghadbân heißt der schwarze Sklave&lt;/a&gt; in &amp;quot;Die Geschichte des Königs Omar ibn en-Nu'mân und seiner Söhne und dessen, was ihnen widerfuhr an Merkwürdigkeiten und seltsamen Begebenheiten&amp;quot; und Gegenspieler der weisen Dienerin Mardschâna (!).&lt;p align="left"&gt;Dieser begeht natürlich denselben Fehler wie sein Vorgänger. Und mit denselben fatalen Folgen für ihn. Ein Räuberhauptmann, der sich in kürzester Zeit um 5% seiner Truppe entledigt, erinnert mich doch sehr an &amp;quot;Pawel Tropotkin&amp;quot; von Phil Tägert (Fil).&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/1001/paweltropotkin-m.jpg" width="445" height="643"&gt;&lt;p align="left"&gt;Schließlich begibt sich der Hauptmann in einer Wenn-man-nicht-alles-selber-macht-Haltung allein in die Stadt, lässt sich ebenfalls von dem Schuster führen&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;(welcher sich sicherlich inzwischen wundert, wie schnell man als Leichenpräparator Geld verdienen kann. Inzwischen sind es immerhin 16 Goldstücke.)&lt;p align="left"&gt;und&lt;i&gt;merkt&lt;/i&gt; sich die Tür.&lt;br&gt;Daraufhin kauft er 40 Schläuche, näht in 38 von ihnen seine Männer ein, füllt zwei von ihnen mit Öl, hängt diese Maultieren um und begibt sich in die Stadt, wo er als Fremder bei Ali Baba Einlass begehrt. Als Schlafenszeit ist, geht Mardschâna das Öl ihrer Lampe aus und sie will sich Nachschub besorgen, als sie den wahren Inhalt der Schläuche bemerkt. Die Räuber glauben, sie sei der Hauptmann und fragen - in ihrer engen Lage gequält - wann es denn nun endlich losgehe. Flüsternd beruhigt Mardschâna sie, holt sich Öl aus den letzten Schläuchen, erhitzt es in einem Kessel und verbrüht damit die 38 Banditen. Sehr zum Schrecken des Räuberhauptmanns, der ob des ekligen Geruchs am nächsten Morgen erkennt, was hier gespielt wurde und Reißaus nimmt,&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Man fragt sich, ob auch dieses immerhin originelle Geschichten-Element geklaut ist, aber ich kann nicht erkennen wo.&lt;br&gt;Zuende ist die Geschichte aber hier noch nicht.&lt;p align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-5628638129582956854?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/5628638129582956854/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/270-nacht-c.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5628638129582956854'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5628638129582956854'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2010/01/270-nacht-c.html' title='270. Nacht c)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-3929129343483168863</id><published>2009-12-21T19:35:00.000+01:00</published><updated>2009-12-21T19:36:06.384+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dinar'/><title type='text'>270. Nacht b)</title><content type='html'>&lt;p align="left"&gt;Wenigstens das Best-Of-Kantinenlesen-2009 spendet mir doch Freude, an einem Tag, der mir viele Schmerzensnachrichten bringt: Verwandte schwerkrank, Freunde leiden an Schmerzen, Meinungsverschiedenheiten doch nicht friedlich ausgetragen, Probe fällt aus, Hakeleien, wo die Chaussee der Enthusiasten nun bald auftritt. Woher die Inspiration zum Schaffen nehmen? In die Zeitung wagt man gar nicht zu schauen bei den Nachrichten, die man im Radio hört.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Inhaltlich nicht viel anders als Simeliberg: Ali Babas Frau besteht darauf, das Geld zu zählen oder wenigstens mit einem Scheffelmaß zu messen, dass sie sich von ihrer Schwäherin borgt, die schon beim Ausborgen skeptisch den Boden des Maßes mit Wachs beschmiert, und dann umso erstaunter ist, dass sich nicht Getreide, sondern ein Golddinar darin befindet.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Diese Grundidee, einen Armen das Gold mit einem Scheffel zu messen, da er zum Zählen nun keine Zeit mehr hat, ist schon wirklich originell. Im &amp;quot;Simeliberg&amp;quot; und bei Andersen wird allerdings Pech statt Wachs benutzt.&lt;br&gt; &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/SchwÃ¤gerschaft"&gt;&amp;quot;Schwäherin&amp;quot; ist hier übrigens die Frau des Schwagers, auch wenn Wikipedia es anders sieht.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Vor lauter Neid muss nun Ali Babas SchwäGerin weinen. Sie stachelt ihren Mann an&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Natürlich sind wieder die Weiber schuld...&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Kâsim fordert nun von seinem Bruder nicht etwa einen Teil des Schatzes, sondern das Zauberwort, die ihm dieser verrät:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Hüte dich, sie zu vergessen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Foreshadowing&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Mit zwölf Maultieren geht dieser nun zum Berg, öffnet ihn, und schon als er den ersten Sack heraustragen will, vergisst er den Spruch. Statt Sesam probiert er nun Gerste, Weizen, Kichererbse und weitere Kornfrüchte aus. Vergeblich. Die Räuber fangen ihn, stoßen ihm eine Lanze durch die Brust und hängen ihn zur Abschreckung gevierteilt am Eingang auf. Kâsims Weib (deren Namen wir übrigens nicht erfahren) weint vor Sorge die ganze Nacht.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Doch sie enthielt sich, so laut zu schreien, wie es sonst die Frauen zu tun pflegen; denn sie befürchtete, die Nachbarn könnten davon erfahren und sie dann nach dem Grunde ihres Weinens fragen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Am nächsten Morgen klagt sie Ali Baba ihr Leid, der zum Berg geht, die Blutspuren und anschließend auch seinen Bruder findet.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Und so dachte er zunächst daran, dass es ihm als eine religiöse Pflicht obliege, seinen Bruder in das Leichentuch zu hüllen und zu begraben.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Für diesen zweiten Teil der Geschichte braucht Galland, oder wer auch immer der Urheber der Geschichte sein mag, 14 Seiten. Und doch geht sie an dieser Stelle, wo Simeliberg endet, erst richtig los. Ich verrate hier nur, dass die schöne Sklavin Mardschâna eine Rolle spielen wird. Nach Alâ ed-Dîn und Prinzessin el-Budûr klaut Galland nun auch den Namen Mardschâna aus der Geschichte von Alî ibn-Bakkâr und Schams en-Nahâr.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-3929129343483168863?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/3929129343483168863/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht-b.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3929129343483168863'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3929129343483168863'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht-b.html' title='270. Nacht b)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-1199980353038766010</id><published>2009-12-20T12:54:00.000+01:00</published><updated>2009-12-20T12:55:09.101+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grimms'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dinar'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dirhem'/><title type='text'>270. Nacht a)</title><content type='html'>&lt;p align="left"&gt;Bei unserem Aufenthalt in der Türkei entdeckte ich, dass antike Münzen aus dem römischen Reich und auch aus dem alten Griechenland einigermaßen erschwinglich bei Ebay zu erwerben sind. Dies trieb mich zur Suche nach weiteren Antiquitäten an. Derzeit bei Ebay zu erwerben:&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/1001/minikoran.jpg" width="185" height="186"&gt;&lt;br&gt; &lt;a href="http://cgi.ebay.de/Antique-27-0-x-18-0-x-10-0-mm-Ancient-Holy-Koran_W0QQitemZ160374727774QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_0?hash=item255714245e"&gt;Ein 27 mm großer Koran aus dem Jahre 1600 auf Persisch für $ 300.000,-&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/1001/bibel.jpg" width="169" height="265"&gt;&lt;br&gt; &lt;a href="http://cgi.ebay.de/1685-1680-Eliot-Indian-Bible-First-printed-in-America_W0QQitemZ250535802440QQcmdZViewItemQQptZAntiquarian_Collectible?hash=item3a5518f648"&gt;Amerikanische Bibel aus dem Jahre 1685 - Erstdruck für $ 195.000,-&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/1001/wash-handwr.jpg" width="441" height="333"&gt;&lt;br&gt; &lt;a href="http://cgi.ebay.de/George-Washingtons-proposed-Constitution-handwriting_W0QQitemZ360217017097QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_0?hash=item53de9b7b09"&gt;Handschriftliche Anmerkungen von George Washington an seiner persönlichen Kopie der US-Verfassung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/1001/20pence.jpg" width="300" height="176"&gt;&lt;br&gt; &lt;a href="http://cgi.ebay.de/Undated-on-BOTH-sides-20p-coin-Mistake-by-Royal-Mint_W0QQitemZ290373462773QQcmdZViewItemQQptZUK_Coins_BritishDecimal_RL?hash=item439b9b6af5"&gt;Fehlpressung einer britischen 20-p-Münze von 1970 für 4.000.000,- Pfund&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Pragmatisch kauft Ali Baba von dem verbliebenen Geld eine Axt und ein paar Esel und arbeitet fortan als Holzhacker im Gebirge, der vom Erlös des Brennholz&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;die Ausgaben für seine Familie bestreiten&lt;/p&gt;&lt;p&gt;kann.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Familie? Bisher ist von Kindern nicht die Rede.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eines Tages, als er wieder Holz hackt, sieht er eine Staubwolke.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Doch als die Wolke sich hob, da erschieb unter ihr eine Schar von Rittern, dräuenden Löwen gleich; die starrten in Waffen, sie waren mit Panzern angetan, mit Schwertern gegürtet, sie trugen Lanzen unter den Armen und die Bögen über den Schultern. Ali Baba erschrak vor ihnen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Er versteckt sich in einem Baum und beobachtet das Treiben,&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;da er sie für Räuber hielt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Wie nun öffnet der Räuberhauptmann das Tor? &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Sesam, öffne dein Tor!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Im Vergleich dazu bei Grimms: &amp;quot;Berg Semsi, Berg Semsi, tu dich auf!&amp;quot; Interessant natürlich auch, dass das Grimms-Märchen nach dem falschen Namen (&amp;quot;Simeli&amp;quot;) benannt ist.&lt;br&gt;Und im allgemeinen Sprachgebrauch weitaus geläufiger: &amp;quot;Sesam öffne dich!&amp;quot; Eine Begründung für diesen Unterschied konnte ich nicht finden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Räuber laden ihre Satteltaschen im Berg aus, von denen Ali Baba annimmt, dass sie &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;voll von geprägtem weißen Silber und rotem Gold sein müsse&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Dann verschwinden sie wieder. &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Und weiter berichtete mir der Erzähler, dass Ali Baba, als er sich von seinem Schrecken erholt hatte, von dem Baume herunterstieg und zur Tür ging.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Diese Form - dass nämlich ein Erzähler direkt erwähnt wird - kam in 1001 bisher auch nicht vor.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Höhle öffnet sich tatsächlich und enthält u.a.: Marmor, Speisen, Getränke, Goldbarren, Silber, Dinare, Dirhems, Kleider aus Baumwolle, Seide, Brokat.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Sie stammten von Syriens Auen und aus Afrikas fernsten Gauen, aus China und dem Industal und Hinterindien zumal.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Warum nur fällt Littman immer nur der Reim &amp;quot;zumal&amp;quot; ein? Als ob sich ausgerechnet auf die Silbe -al nichts weiter reimen würde! Und das am Ende des Satzes!&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Außerdem: Perlen, Hyazinthe, Smaragde, Türkise, Topase, Achate, Korallen, Aloeholz, Moschus, ZIbet, Rosenwasser, Nadd, Weihrauch, Safran, Sandelholz.&lt;br&gt;Ali Baba schleppt aus der Höhle so viel er tragen kann, einkalkulierend, dass bei dieser Menge die Räuber das Fehlen nicht bemerken. Das Gold auf den Eseln bedeckt er unter einer Brennholzschicht,&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;und zog heiteren und zufriedenen Sinnes nach Hause.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-1199980353038766010?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/1199980353038766010/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht_20.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1199980353038766010'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1199980353038766010'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht_20.html' title='270. Nacht a)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-446042760391899279</id><published>2009-12-19T11:34:00.001+01:00</published><updated>2009-12-19T11:36:16.336+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Galland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persien'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grimms'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>270. Nacht a)</title><content type='html'>&lt;p dir="ltr"&gt; &lt;a href="http://www.thetimeparadox.com/surveys/ztpi/"&gt;Zimbardo und Boyd&lt;/a&gt; unterscheiden sechs Aspekte der Zeitwahrnehmung:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- positive Vergangenheit&lt;br&gt;- negative Vergangenheit&lt;br&gt;- hedonistische Gegenwart&lt;br&gt;- fatalistische Gegenwart&lt;br&gt;- positive Zukunft&lt;br&gt;- transzendentale Zukunft&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Diese Aspekte sind voneinander unabhängig, d.h. eine hohe oder niedrige Ausrichtung auf einem Aspekt bewirkt nicht unbedingt die Ausrichtung auf einem anderen. Die Lektüre ist überaus befruchtend, auf jeder Seite Anstreichungen. Jeder dieser Aspekte wird durch Fragebögen operationalisiert. Die transzendentale Zukunft, welche sich auf Fragen nach dem Tod bezieht, wird allerdings im Fragebogen nur mit religiösen Fragen erfasst, obwohl, wie die Autoren meinen, durchaus auch säkulare Probleme angesprochen werden, so etwa, wenn das eigene Handeln auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, die das Leben künftiger Generationen einbezieht.&lt;br&gt;Steffi und ich in der Warteschlange zum Boarding in Istanbul. Ich referiere ihr meine Lektüre alle zwei Stunden, so auch jetzt. Und für die Mitwartenden, für die mein Satz völlig aus dem Zusammenhang kommt, muss ich wie ein irrer Philosoph wirken:&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&amp;quot;Der Aspekt der transzendentalen Zukunft scheint mir nicht hinreichend operationalisiert.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="center" dir="ltr"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="center" dir="ltr"&gt;&lt;b&gt;Ali Baba und die vierzig Räuber&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Wir haben es hier mit der zweiten Geschichte zu tun, bei der wir annehmen müssen, dass Galland sie sich ausgedacht hat. Bei Alâ ed-Dîn lag die Vermutung schon nahe, weil er völlig skrupellos Namen benutzte, die in den vorangegangenen Geschichten auftauchten - nämlich Prinzessin el-Budûr und eben Alâ ed-Dîn. Hier hingegen müsste man sich in die Forschung vertiefen - das Motiv des Eingeschlossenen im Berg, der den falschen Zauberspruch ruft, ist ziemlich weit verbreitet, hierzulande durch die Gebrüder Grimm - der  &lt;a href="http://www.1000-maerchen.de/fairyTale/1003-simeliberg.htm"&gt;Simeliberg&lt;/a&gt;. Andererseits war natürlich Galland mit seiner Übersetzung eher da als die Grimms mit ihrer Version. Das Motiv mit dem beschmierten Maß kennt man auch von Andersens &amp;quot;Der große und der kleine Klaus&amp;quot; (meine Lieblingsgeschichte von Andersen). Aber auch Andersen hat sich wahrscheinlich bei 1001 Nacht bedient oder bei ähnlichen europäischen Motiven.&lt;br&gt;Der deutsche Übersetzer Littmann meint:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;Diese Erzählung ist erst 1910 im arabischen Urtexte bekannt geworden durch Macdonalds Ausgabe der Oxforder Handschrift; nach ihr habe ich übersetzt. (...) Die Schreibung Ali, nicht 'Alî, ist hier gewählt, weil der Träger des Namens als Türke gedacht wird.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="kommentar"&gt;Dass er als Türke gedacht wird, scheint schon auf der ersten Seite Fraglich, da die beiden Brüder&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;Kâsim, der andere aber Ali Baba (...) in einer Stadt von Chorasân im &lt;i&gt;Perserlande&lt;/i&gt; lebten.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Der Vater der beiden stirbt. Kâsim heiratet eine reiche, Ali Baba aber eine arme Frau,&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr" class="1001zitat"&gt;und doch war er ein Mann von Wissen und Verstand, in Gelehrsamkeit und feiner Bildung gewandt.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-446042760391899279?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/446042760391899279/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/446042760391899279'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/446042760391899279'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/270-nacht.html' title='270. Nacht a)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-1091692900472310021</id><published>2009-12-16T16:56:00.002+01:00</published><updated>2009-12-21T19:58:31.062+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dämon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><title type='text'>269. Nacht k)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Zum dritten Mal in der Türkei.&lt;br&gt;Beim ersten Mal 1996 auf Durchreise in den Iran. Ich war vorher so sehr mit den Iran-Vorbereitungen beschäftigt, dass ich mir erst auf dem Flug nach Istanbul klarmachte, dass es ja nicht schlecht wäre, sich türkisches Geld zu besorgen, ein paar türkische Sprachfloskeln und wenigstens einen Stadtplan. Der Taxifahrer versicherte mir, die Fahrt ins Hostel würde mich &amp;quot;Tri Dollar&amp;quot; kosten. Dass er später dreißig wollte, hielt ich für eine Unverschämtheit. Wahrscheinlich wusste er gar nicht, warum ich mich aufregte. Die Busfahrt nach Iran an dir kurdische Grenze kostete mich meinen Gelassenheitsvorrat für mehrere Jahre. Es war März, auf den Serpentinen lag teilweise noch Schnee, und der Busfahrer heizte wie ein Lebensmüder durch die Berge. Hinter Uwe und mir betete ein Jugendlicher während der gesamten Fahrt, und ich glaubte, den Grund dafür zu kennen. Im Bus saßen viele freundliche Iraner, die uns darüber belehrten, welche Verhaltensweisen man im Iran beherzigen sollten, z.B. die Positiv-Geste des Daumenhochstreckens vermeiden, da diese identisch mit unserer Mittelfingergeste sei. Nicht vergessen werde ich die fünf Stunden Aufenthalt im Iranisch-Türkischen Transitraum. Über der einen Tür ein Bild von Atatürk, über der anderen eines von Chomeini. Zwei große Veränderer mit so unterschiedlichen Zielen und mit einem guten Gespür für Gelegenheiten. Der eine unterzieht das zerfallende Osmanische Reich mit einem gehörigen Schuss Autorität einer Säkularisierung, Modernisierung und Republikanisierung. Der andere nutzt ebenfalls die Gelegenheit einer untergehenden Monarchie und geht den umgekehrten Weg.&lt;br&gt;Bei meinem zweiten Aufenthalt in der Türkei weilte ich nach der &lt;a href="http://www.danrichter.de/geschichten/aida/ende.htm"&gt;AIDA-Tour mit dem Improtheater &amp;quot;Paula P.&amp;quot;&lt;/a&gt; nur kurz in Antalya und lernte Schiffs- und Flughafen kennen.&lt;br&gt;Als Kind war für mich die Türkei eine Art Exotenland. Und während andere Jungen damals Piraten und Indianer zeichneten, waren meine Modelle die Türken aus Hannes Hegens Mosaik.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.mosapedia.de/wiki/images/Kaffeehausmusikanten.jpg" width="250" height="197"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Turbane, Pluderhosen, Bärte aller Art, Spitzpantoffeln, rund geformte Dächer und Dolche. Nichts davon wiederzufinden in Klein-Istanbul, wovon man in Ostberlin nur die seltsamen Zeilen aus dem Radio hörte&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;Kebabträume in der Mauerstadt, &lt;br&gt;Türk-Kültür hinter Stacheldraht &lt;br&gt;Neu-Izmir in der DDR, &lt;br&gt;Atatürk der neue Herr.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="300" height="200"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/pnP19Go7YVA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src="http://www.youtube.com/v/pnP19Go7YVA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="300" height="200"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;und sie nicht richtig politisch einordnen konnte. &amp;quot;DAF spielten dreist mit Faschismus, Fehlfarben ironisierte Ängste.&amp;quot; Und man glaubte beinahe, Politische Wissenschaft zu betreiben.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der seinen fiesen, aber glücklicherweise inzwischen toten Bruder in Fiesheit übertreffende Maure sucht nun, in China angelangt, eine weise alte Einsiedlerin namens Fatima auf, die er überfällt und deren Kleider er sich geben lässt und sich außerdem seine Haut von ihr färben lässt. Als er nun wie sie aussieht, bringt er sie um,&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;und warf sie in eine Grube, die sich vor ihrer Höhle befand.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Als Fatima heilt er vorm Palast Kranke, und wieder ist es Prinzessin el-Budûr, die auf die Maurenkünste hereinfällt, die Schein-Fatima in den Palast holt und ihr ein Gemach anweist.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" class="kommentar"&gt;Das Motiv der scheinbar Heiligen kennen wir bereits aus der &lt;b&gt; &lt;a href="http://www.blogger.com/post-edit.g?blogID=634298038827244929&amp;postID=2162244301836533272"&gt;Geschichte des Königs Omar ibn en-Numân und seiner Söhne Scharkân und Dau el-Makân und dessen, was ihnen widerfuhr an Merkwürdigkeiten und seltsamen Begebenheiten&lt;/a&gt;&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr"&gt;&amp;quot;Fatima&amp;quot; lobt das Gemach, bemängelt jedoch das Fehlen des Eis des Vogel Roch. Alâ ed-Dîn wünscht es sich vom Mârid, der außer sich gerät:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Du Undankbarer, ist es dir nicht genug, dass ich und alle Geister der Lampe dir zu Diensten sind? Nun verlangst du auch noch, dass ich dir unsere Herrin bringe, damit du sie zu deinem Vergnügen in der Kuppel deines Söllers aufhängst, auf dass du mit deiner jungen Frau dich daran ergötzest?&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch er verzeiht ihm, da es die Schuld des Mauren sei. Der listenreiche Alâ ed-Dîn gibt nun vor, Kopfschmerzen zu haben. Seine Frau führt ihn zur angeblichen Fatima, die ihm die Hand auflegen soll. Der Maure zückt schon den Dolch, aber Alâ ed-Dîn entreißt ihn und &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;bohrte ihn ihm ins Herz.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Heirat, Königreich erben. Alle glücklich. Mit dieser Coda endet die Geschichte, deren Wiedergabe ich hier vor über 1 Jahr begonnen habe. Sie mit der Disney-Version zu vergleichen, steht jedem frei. Sagen wir mal so: Disney erzählt stringenter.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-1091692900472310021?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/1091692900472310021/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-k.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1091692900472310021'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/1091692900472310021'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-k.html' title='269. Nacht k)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-6554490209494491447</id><published>2009-12-15T22:35:00.001+01:00</published><updated>2009-12-15T22:39:07.346+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Bendsch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1001'/><title type='text'>269. Nacht j)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Technologische Verschlechterungen durch Handys:&lt;br&gt;1. Seit es Handys gibt, werden weniger Armbanduhren verkauft und getragen. Man muss länger auf die Antwort warten, wenn man nach der Uhrzeit fragt.&lt;br&gt;2. Die Sound-Qualität der von Jugendlichen im öffentlichen Raum abgespielten Musik fällt hinter Ghettoblaster und Transistorradio (Hat eigentlich je irgendwer das Wort &amp;quot;Kofferheule&amp;quot; benutzt?) auf Grammophonstandard zurück.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In Antalya tragen nur wenige Frauen Kopftuch. Ob es hier auch schimpfende Konservative gibt, die meinen, man fühle sich schon wie in Klein-Berlin?&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine 30jährige Kellnerin bedient in akzentfreiem Deutsch. Wir fragen, wo sie herkommt. Berlin. Wir auch. &amp;quot;Wilmersdorf. Aber schon seit sechzehn Jahren nicht mehr. Typisch türkisch: Man wird verheiratet, in die Türkei geschickt, und das Leben ist ruiniert.&amp;quot; Traurig lächelnd nimmt sie unsere Bestellung auf.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;S. fragt ein japanisches Pärchen: &amp;quot;Are you here on a trip through Europe.&amp;quot; Mir ist die Frage peinlich, denn schließlich liegt Antalya in Asien, aber die Japaner nicken freundlich: &amp;quot;Yes.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Nacht wieder mein monatlicher Traum über Ralf. Und wie von fern weiß ich, dass er ja tot ist. Doch diesmal ist er, anders als sonst sehr nah, spricht mit mir, lächelt. In anderen Träumen entfernt er sich rasch. Ich frage, ob er mich nicht auch gegen den Arm boxen kann, damit ich wüsste, dass das kein Traum sei. Er tut es, aber es schmerzt nicht. &amp;quot;Dann bist du also doch nicht real?&amp;quot;, frage ich. Er lächelt und zuckt bedauernd die Schultern. Dann verschwindet er.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p align="left" dir="ltr"&gt;Alâ ed-Dîn wird eine Frist von vierzig Tagen eingeräumt. Das Volk jubelt, als es ihn frei sieht, doch er verlässt die Stadt betrübt und wandelt durch die Felder. Als er sich eines Tages zur religiösen Waschung über den Fluss beugt, reibt seine Hand den Siegelring, den er trägt, und ein Mârid erscheint.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Warum erscheint der erst jetzt? Hat Alâ ed-Dîn es mit den religiösen Waschungen vorher nicht so genau genommen?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der Geist trägt ihn auf Befehl &amp;quot;nach Afrika&amp;quot;, wo er unter dem Turm seiner Gemahlin nächtigt, die ihn am nächsten Tag durch eine Geheimtür hereinlässt. Alâ ed-Dîn verfällt auf den guten alten Bendsch-Trick: 2 Gramm auf dem &amp;quot;Drogenbasar&amp;quot; gekauft, Prinzessin el-Budûr spielt nun die Liebende gegenüber dem Zauberer, und schüttet ihm die Droge in den Wein. Nach langwierigen Flirtspielchen trinkt er endlich, fällt um und wird von Alâ ed-Dîn geköpft. Die Lampe wird gerubbelt, zack, ist man wieder in China, der König verzeiht, und die Geschichte könnte zuende sein, wäre da nicht ein&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Bruder, der noch durchtriebener war als jener in Zauberei; Geomantie und Astrologie.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-6554490209494491447?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/6554490209494491447/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-i.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/6554490209494491447'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/6554490209494491447'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-i.html' title='269. Nacht j)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-3943334162657436418</id><published>2009-12-14T17:35:00.002+01:00</published><updated>2009-12-15T22:41:05.913+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dämon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1001'/><title type='text'>269. Nacht i)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Aus Bachs Markus-Passion &amp;quot;Ich will daraus studieren&amp;quot; geklaut von Heinrich Isaacs &amp;quot;Innsbruck ich muss dich lassen&amp;quot;. Später hat er sich noch mal offensichtlicher in &amp;quot;O Welt ich muss dich lassen&amp;quot; bedient. Heute würden ihm Gema und WMG einen Strick draus drehen.&lt;br&gt;Haydn beklaut sich selbst: Kaiserquartett op. 76 C-Dur und Trompetenkonzert Es-Dur HOB VIIE 2. Satz benutzen dieselbe Anfangsfigur.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Am Ende von &amp;quot;The Man Who Shot Liberty Valance&amp;quot; sagt der Herausgeber des Shinbone Star den entscheidenden Satz: &amp;quot;If the legend becomes fact, print the legend.&amp;quot; Der Satz könnte auch von jedem Herausgeber deutscher Tageszeitungen über die Wende stammen. Die Geschichte ist offen. Und das war sie auch 1989/1990. Aus der bequemen Haltung des heutigen Status Quo sieht eben alles so schön folgerichtig und eindeutig aus:&lt;/p&gt;&lt;p&gt;1. Der Versprecher, der keiner war. Schabowski hat sich natürlich nicht verplappert, als er die Öffnung der Grenze verkündete. Es war schon mehrere Tage vorher abgesprochen. Momper wusste bescheid. Und alle befürchteten, dass die Situation unbeherrschbar würde. Und so hielt Schabowski erst mal bewusst eine langweilige Pressekonferenz ab, an deren Ende der die erstaunliche Nachricht wie nebenbei einflocht. Und auf das Nachhaken des Journalisten so antwortet, als hätte er nichts weiter damit zu tun.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/p61IlN04v4Q&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/p61IlN04v4Q&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;2. Die Demonstranten hätten gerufen &amp;quot;Wir sind ein Volk&amp;quot;. Es gab den gerufenen Slogan &amp;quot;Wir sind das Volk&amp;quot;, mit dem aber nicht die Zweistaatlichkeit attackiert wurde, sondern die Bewohner des Elfenbeinturms, die sich für die Elite hielten und die Augen vor dem Offensichtlichen verschlossen. Zwar wurde ab Dezember 1989 &amp;quot;Wir sind ein Volk&amp;quot; in Reden und auf Transparenten verwendet, nicht aber in Sprech-Chören. Ich behaupte das solange, bis mir jemand das Gegenteil beweist&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr"&gt;3. Die DDR-Bürger hätten im November 1989 die deutsche Einheit gefordert. Am 28. November 1989 legte Kohl den in jenen Wochen visionär erscheinenden Zehnpunkteplan vor.  &lt;a href="http://www.kas.de/wf/de/71.6032/"&gt;http://www.kas.de/wf/de/71.6032/&lt;/a&gt; Noch im Dezember 1989 war nur jeder Dritte für eine Wiedervereinigung. Kohls politischem Instinkt und Geschick ist es natürlich zu verdanken, dass er diesen Plan schleunigst über den Haufen warf, die Ost-CDU schluckte, und international die Weichen für den Anschluss der DDR stellte, allem Zweifel zum Trotz. Und als Trostpflaster für die Ostler holte er eine plump wirkende Trine ins Kabinett, die ihm garantiert nie gefährlich werden würde. Dabei wusste er doch selbst, dass man Plumpwirkende nie unterschätzen darf.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;Der maurische Zauberer ist unterdessen in seiner Heimat wieder angekommen. Täglich freut er sich darüber,&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;dass dieser Bastard (= Alâ ed-Dîn) unter der Erde verreckt ist.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;und trauert über das Abhandenkommen der Lampe. Eines Tages wirft er geomantische Figuren, um zu sehen, was denn nun geschehen ist. Zu seiner Überraschung lebt Alâ ed-Dîn und die Lampe ist verschwunden. Da heißt es, hurtig das Ränzlein schnüren und ab nach China.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/6/67/Gema.JPG" width="573" height="506"&gt;&lt;br&gt;(Quelle Wikipedia)&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;Zu seinem Schrecken erfährt der Maure in China, wie reich und beliebt sein Widersacher geworden ist. Durch seine astrologischen Instrumente kann er die Lampe orten und lässt sich durch einen ortsansässigen Kupferschmied neue bauen. Verkleidet als Händler setzt er sich an den Markt und bietet diese Lampen zum Tausch:&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;O, wer vertauscht alte Lampen gegen neue Lampen?&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;Der weitere Verlauf ist vorhersehbar: Die Prinzessin Badr el-Budûr lässt die Zauberlampe durch den Obereunuchen eintauschen, und am Abend lässt der fiese Maure das Schloss samt Sklaven und Prinzessin nach Afrika abtransportieren.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="kommentar"&gt;Was die durch den Mârid herbeigezauberten Sklaven betrifft, frage ich mich auch, ob diese eine Vorgeschichte haben. Sind sie also von jemand anderem geraubt worden? Oder erschafft der Mârid Menschen und ist also gottgleich?&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;Als der Sultan das Verschwinden von Schloss und Tochter bemerkt, will er zunächst dem Rat des Wesirs nachgeben, doch nun geschieht etwas eigenartiges: Da Alâ ed-Dîn beim Volk so beliebt ist, &lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="1001zitat"&gt;taten sich alle Bürger zusammen, nahmen ihre Waffen in die Hand, verließen ihre Häuser und folgten den Soldaten.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;Sie drohen dem Sultan:&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;In diesem Augenblick werden wir den Palast über den Häuptern aller, die in ihm sind und auch über deinem Haupte niederreißen, wenn dem Alâ ed-Din das geringste Leid geschieht!&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left" class="kommentar"&gt;Das klingt mir denn doch sehr nach französisch-bürgerlicher Erhebung und nicht nach arabischer Story.&lt;/p&gt;&lt;p dir="ltr" align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-3943334162657436418?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/3943334162657436418/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/aus-bachs-markus-passion-will-daraus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3943334162657436418'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3943334162657436418'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/aus-bachs-markus-passion-will-daraus.html' title='269. Nacht i)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-8912677078907280936</id><published>2009-12-09T18:16:00.000+01:00</published><updated>2009-12-09T18:17:21.902+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Persisch'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Entjungferung'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Instrumente'/><title type='text'>269. Nacht h)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Auf dem Weg zur Physiotherapeutin. In der U-Bahn fährt meine Hand in die Hosentasche. Ein Bonbonpapier. Im Alter von 2 oder 3 Jahren lernte ich, Bonbonpapier nicht einfach auf die Straße, sondern in den Papierkorb zu werfen. Und wenn gerade keiner in der Nähe sei, behalte man es eben in der Hosentasche. Seitdem quellen meine Hosentaschen über mit Dingen, die später woanders abgelegt werden sollen. Wenn ich also jetzt plötzlich stürbe und man mich so fände, müsste man aus meiner Hose folgendes aussortieren:&lt;br&gt;- ein gebrauchtes Papiertaschentuch&lt;br&gt;- drei Euro&lt;br&gt;- mein heutiger Adventskalenderinhalt: zwei Hunde-Witze, einer gezeichnet, einer geschrieben, eingefaltet in eine Hundepostkarte&lt;br&gt;- mein Schlüsselbund mit Schlüsseln für: Wohnungstür, Haustür, Fahrrad, Briefkasten, drei nicht zuordenbare Schlüssel, ein Schlüssel aus meiner früheren Kammer in der Libauer Str. 9, der mir nun als Flaschenöffner und Erinnerungsstück dient, die Schlüsseltasche mit kaputtem Reißverschluss, ganz blass darauf noch zu entziffern: &amp;quot;Autohaus&amp;nbsp; [.....]sthof&amp;quot;&lt;br&gt;- meine Armbanduhr&lt;br&gt;- eine Rolle Tesafilm&lt;br&gt;- eine angerissene Kaugummipackung &amp;quot;Wrigley Extra Kariesschutz&amp;quot; (nicht empfehlenswert)&lt;br&gt;- eine leere (von mir taktil als Bonbonpapier) eingestufte Folie einer Lactaid-Kapsel&lt;/p&gt;&lt;p&gt;In der Tasche des Parka:&lt;br&gt;- zwei Wärmepads&lt;br&gt;- Inhalt des Adventskalendertürchens vom 7.12.&lt;br&gt;- Bandmaß aus dem Bauhaus&lt;br&gt;- leere Kaugummipackungen&lt;br&gt;- ein Stofftaschentuch (benutzt)&lt;br&gt;- eine Packung Aldi-Papiertaschentücher &amp;quot;Super Soft&amp;quot; (Wie kommen die zu mir?)&lt;br&gt;- Fünfteiliges Taschenmesser (Ausklappbar zu Messer und Gabel)&lt;br&gt;- zwei leere Mini-Haribo-Goldbären-Tüten&lt;br&gt;- eine abgelaufene Kurzstreckenfahrkarte, abgestempelt am S-Bahnhof Storkower Straße&lt;br&gt;- Küchenpapiertuch (zum Abwischen des Fahrradsattels benutzt)&lt;br&gt;- zwei schwarze Strickstoffhandschuhe&lt;br&gt;- zerknüllter Wegweiser für RAW-Besucher, die ins &amp;quot;Skandal&amp;quot; umgeleitet werden sollen&lt;br&gt;- Kaugummipapier&lt;br&gt;- Kaugummipackung&lt;br&gt;- kleines Taschenmesser meiner Oma, dass ich gestern geschenkt bekam: Perlmuttgriff, zweiteilig&lt;br&gt;- Portemonnaie mit etwas mehr als 100 Euro, eigene und fremde Visitenkarten, 10-Uhr-Monatskarte, Fahrrad-Ticket AB, Personalausweis, Krankenkassenkarte, Bahncard, Video-Collection-Karte, zerschnittene Kreditkarte, ohne die ich neulich nicht hätte reisen können, und das obwohl sie ungültig war.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Bin ich der Typ, der solche Dinge mit sich herumschleppt? Zwei Messer und lauter Kaugummis? Hundewitze und zerschnittene Kreditkarte? Tesafilm? &amp;quot;Kennen Sie diesen Mann?&amp;quot; Ich hätte verneint.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Der Sultan aber wunderte dich in Gedanken auch über die Mutter Alâ ed-Dîns, wie sie früher in ärmlichen Kleidern zu ihm zu kommen pflegte, während ihr Sohn doch über so gewaltige Reichtümer verfügte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Auch wir wundern uns, aber dieser Widerspruch scheint konsequenzlos zu bleiben.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Am Nachmittag findet noch ein kleines Turnier statt, bei dem &lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Alâ ed-Din sie alle besiegt hatte.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Dass er sich Reiterkünste vom Marid gewünscht hatte, erfahren wir nicht. Ebensowenig, dass er sie anderswo erworben habe, oder dass der Geist sie ihm überhaupt verleihen könne, denn bisher besteht ja seine Leistung vor allem in der überpünktlichen Lieferung von Waren und Dienstleistungen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Prinzessin Badr el-Budur betritt nun auch Alâ ed-Dîns Palast, doch zunächst, kommt noch eine 80köpfige Girlgroup des Wegs.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Nun begannen die Mädchen ihre Finger zu regen, so griffen in die Saiten und spielten klagende Wiesen, so dass sie die Herzen der Hörer zerrissen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Schließlich&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;erhob Alâ ed-Dîn sich und ging zu seiner Braut ein.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der böse Wesir bequatscht weiterhin intensiv den Sultan, es fehle noch ein Gitter am oberen Kiosk&lt;sup&gt; &lt;a href="#269-8a"&gt;269-8a&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; (welches Alâ ed-Din absichtlich freigelassen hatte). Der Sultan will es nun mit allem Gold und allen Edelsteinen fertigstellen, doch es will seinen Juwelieren einfach nicht gelingen. Der Marîd muss wieder ran.&lt;br&gt;Alâ ed-Din lebt glücklich und besiegt auch durch seinen Mut und seine Kampfkünste ein feindliches Heer. &lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Unklar, woher diese Fähigkeiten kommen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Lassen wir nun Alâ ed-Din und sehen wireinmal, was inzwischen aus dem maurischen Zauberer geworden war.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;&lt;sup&gt; &lt;a name="269-8a"&gt;269-8a&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Kiosk - eigentlich ein kleiner Pavillon. etymologisch aus dem Persischen (&amp;#1705;&amp;#1740;&amp;#1608;&amp;#1587;&amp;#1705;)&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-8912677078907280936?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/8912677078907280936/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-h.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8912677078907280936'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8912677078907280936'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/12/269-nacht-h.html' title='269. Nacht h)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-2249530498007296734</id><published>2009-11-04T19:59:00.002+01:00</published><updated>2009-11-04T20:01:12.506+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Galland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dinar'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Geschenke'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wesir'/><title type='text'>269. Nacht g)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Das Problem unter uns freiwurschtelnden Künstlern immer wieder: Wie hältst du's mit der Disziplin? Sie scheint uns zunächst wie eine Einschränkung der Freiheit, aber wenn wir ziellos durch die Tage mäandern, gehalten von den Verpflichtungen, die man irgendwann eingegangen ist, dann werden die als konservativ abgetanen Rituale ersetzt durch dumme Angewohnheiten. Niemand sagt mir, wann ich zu Bett gehen muss, niemand zwingt mich, den Wecker zu stellen. Und wenn ich dann um 3 Uhr schlafen gehe und um 10 Uhr gerädert aufstehe, weiß ich, dass der Tag nicht so abgelaufen ist, wie er es sollte. Schlimmer noch, wenn man Tätigkeiten als Arbeit verbucht, die eigentlich nur Privat-Entertainment sind, was ohnehin schon verschwimmt, wenn man im künstlerischen Sektor arbeitet und das auch noch mit einem Arbeitsmittel, das zugleich Inspiration beflügeln, Information besorgen, Unterhaltung bereitstellen, Verwaltung und Kommunikation erleichtern und beim Schreiben helfen soll.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Für den Sultan ist die Annullierung der Ehe ein dicker Brocken, denn&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;er hatte schon vor Freuden die zehn Heiligen angerufen, weil ihm ein solches Glück widerfahren war.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Das wäre natürlich mal interessant zu erfahren, von welchen Heiligen hier eigentlich die Rede ist. Im Islam gibt es sie jedenfalls nicht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Inzwischen sind die drei Monate verstrichen und Alâ ed-Dîns Mutter kommt wieder zum Sultan, um die Vermählung mit ihrem Sohn einzufordern. Der Sultan grämt sich, da&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;sie arme Leute sind und nicht zu den Vornehmen gehören.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Wesir rät, vierzig Schüsseln aus reinem Waschgold zu verlangen, ferner vierzig Sklavinnen, die die Schüsseln tragen, und vierzig Sklaven.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Soll der Wesir wirklich Waschgold (statt Berggold) gefordert haben? Die Sklavinnen müssten dann aber auch ordentlich durchtrainiert sein, wenn sie die Schüsseln schleppen sollen.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Der Lampengeist sorgt erwartungsgemäß für die Erfüllung des Auftrags. Die Sklavinnen (nebst Eunuchen) marschieren durch die Stadt,&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;von denen eine jede sogar einem Gottesmanne den Verstand hätte rauben können.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Doch der Wesir ist immer noch von Neid zerfressen:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Hoher Herr, alle Schätze der Welt sind nicht so viel wert wie ein Nagel von der Hand deiner Tochter.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Diesmal jedoch lässt sich der Sultan nicht abbringen und lässt nach Alâ ed-Dîn schicken. Dieser lässt sich vom Mârid noch ein Bad bescheren, Scherbett und ein Königsgewand. Weiterhin: 48 Mamluken mit Rössern, Rüstungen und Waffen, einen Hengst, wie ihn die Perserkönige reiten, achtunvierzigtausend Dinare und zwölf Sklavinnen. Auf seinem Weg zum Palast wird er vom Volk, dem er Geld zuwirft, bejubelt. Der Sultan ist entsprechend überrascht.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Frage liegt nahe, warum dann Alâ ed-Dîn seine Mutter andauernd in Lumpen herumlaufen lässt.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Dann bedachte er auch die reine und feine Redeweise Alâ ed-Dîns.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Wo Alâ ed-Dîn die so schnell gelernt hat, erfahren wir allerdings nicht. Es sprengte vielleicht auch die Macht der Geister, Wünsche nach geistigen Gütern zu erfüllen:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;Der Sultan begann, sich mit Alâ ed-Dîn zu unterhalten und mit ihm zu plaudern, während dieser ihm mit aller Höflichkeit und Feinheit der Rede antwortete, als ob er in den Palästen der Könige erzogen wäre.&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;&amp;quot;Joanne K. Rowling: &amp;quot;Während ich am ersten Band arbeitete, habe ich zahllose Notizen gemacht, wie Zauberei funktioniert, und - ganz, ganz, ganz wichtig - wo ihre Grenzen sind.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Alâ ed-Dîn will aber noch mehr, nämlich für die Prinzessin ein Schloss bauen:&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich kann nicht eher zu ihr eingehen, als bis das geschehen ist.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Süße Tugend. Ich hab nicht mal eine Eigentumswohnung.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Und natürlich erledigt der Geist auch diese Aufgabe, ohne groß rumzunörgeln. Seitenweise Beschreibungen des Interieurs. Aber dann&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Ich wünsche mir von dir eins, das noch fehlt und das ich dir zu sagen vergessen habe (...) einen großen Teppich aus Brokat (...), der, wenn er ausgebreitet ist, sich von meinem Schlosse bis zum Sultanspalast erstreckt.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="kommentar"&gt;Man muss wohl annehmen, dass hier nicht Alâ ed-Dîn etwas vergessen hat, sondern Galland, der zu faul war, sein Geschreibsel neu zu ordnen. Sloppy writing in den Zeiten vor Copy&amp;amp;Paste.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Das Ehebündnis wird vor den Kadis geschlossen.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-2249530498007296734?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/2249530498007296734/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/11/269-nacht-g.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/2249530498007296734'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/2249530498007296734'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/11/269-nacht-g.html' title='269. Nacht g)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-4221097791905343979</id><published>2009-10-27T16:50:00.001+01:00</published><updated>2009-10-27T16:52:30.392+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='China'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Galland'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='1001'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Wesir'/><title type='text'>269. Nacht f)</title><content type='html'>&lt;p&gt;Nun also endlich weiter an den 1001 Nächten. Nach über einem Jahr Pause. Die Lektüre führt, so muss ich mir eingestehen, schnell zu Übersättigung. Nur weil ich weiß, dass es weiter hinten noch ein paar hübsche Perlen gibt, lese ich weiter. Aber der Rhythmus ewiger Wiederholungen, redundanter Beschreibungen und flacher Charaktere ermüdet schnell. Hätte man sich nicht doch etwas wie Luhmanns &amp;quot;... der Gesellschaft&amp;quot;-Werke oder Shakespeares Dramen herauspicken können? Aber die Orient-Faszination lässt mich nicht los, selbst wenn es der Galland-gefälschte Orient ist. Als Kind haben mich diese Pluderhosen-und-Turban-Träger aus den Digedag-Comics schon mehr fasziniert als beispielsweise Indianer. Hauff, der mit den 1001-Nacht-Elementen sowieso viel erzählerischer spielt, hatte es mir dann schon angetan, sobald ich lesen konnte. Mein Vater hatte Gott sei Dank ein großes Vertrauen in meine psychische Stabilität. Wer gibt sonst seinem sechsjährigen Kind eine Story wie &amp;quot;Die abgehauene Hand&amp;quot; zu lesen? Meine erster Horror-Erzählung, die ja eigentlich in Florenz spielt, aber aus Sicht eines Griechen berichtet wird, und zwar in einem Zelt einer Karawane.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Ungeordnet ein paar Ereignisse seit meiner letzten Lektüre der 1001 Nächte&lt;/p&gt;&lt;p&gt;- Schmidt-liest-Proust-Lektüre&lt;br&gt;- Impro-Reisen nach Halle/Saale und Chicago&lt;br&gt;- Auszug mit der Chaussee erst aus dem Ambulatorium, dann aus der Stenzerhalle&lt;br&gt;- Umzug von Foxy Freestyle aus dem Edelweiss in die Alte Kantine&lt;br&gt;- Geburt von Kirstens Kind&lt;br&gt;- Ich wurde 40.&lt;br&gt;- Facebookmitgliedschaft&lt;br&gt;- Silvester in Matzes Theater&lt;br&gt;- Obama wird Präsident&lt;br&gt;- Westerwelle wird wohl Außenminister&lt;br&gt;- Das Görlitzer Kantinenlesen etabliert sich&lt;br&gt;- Pinguin-Impro-Show im Zebrano&lt;br&gt;- sieben Workshop-Serien unterrichtet, an einem einzigen teilgenommen&lt;br&gt;- Juror bei der deutschen Theatersport-Meisterschaft&lt;br&gt;- 2 Mal in Buckow&lt;br&gt;- 152 Artikel bei Ebay verkauft&lt;br&gt;- Keinen Baum gepflanzt&lt;br&gt;- Kein Kind gezeugt&lt;br&gt;- Kein Haus gebaut.&lt;br&gt;- Kein Buch geschrieben&lt;br&gt;- In Amerika ein wirkungsvolles Mittel gegen Laktose-Intoleranz gefunden.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Als Alâ ed-Dîns Mutter ihm die Edelsteine überreicht, sagt der König:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Wahrlich, wer mir solche Juwelen schenkt, der verdient es, der Gemahl meiner Tochter zu werden; denn soweit ich sehe, ist keiner würdiger als er.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Aber wie auch schon in der Erzählung von &lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/2007/03/34-nacht.html"&gt;Nûr ed-Dîn 'Alî und Enîs el-Dschelîs&lt;/a&gt; ist es ein neidischer Wesir, der hier die Pläne zu vereiteln sucht,&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;weil der König ihm versprochen hatte, er wolle seine Tochter mit seinem Sohne vermählen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Der entscheidungsunfreudige Sultan gewährt drei Monate Aufschub. Alâ ed-Dîn wartet zwei Monate ab, bevor seine Mutter wieder auf den Basar begibt, wo er erkennt, dass die Stadt zu einer Feier geschmückt ist - der Hochzeit zwischen Sultanstochter und Wesirssohn.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Mein Sohn, ich will dir eine Kunde melden; aber der Kummer, den sie dir bereitet, wird schwer auf mir lasten.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Hoffentlich nicht so schwer, wie der Kummer des Dorfpfarrers in &amp;quot;Das weiße Band&amp;quot;, den dieser erleidet, als er sich gezwungen sieht, seine Kinder mit der Rute zu züchtigen.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;Wie Alâ ed-Dîn das hören musste, erfasste ihn ein Fieberanfall vor Kummer; aber gleich darauf dachte er an die Lampe, und erfreut sprach er zu seiner Mutter &amp;quot;Bei deinem Leben, liebe Mutter, ich glaube, der Sohn des Wesirs wird sich ihrer nicht so erfreuen, wie du denkst. Doch lass uns jetzt davon schweigen! Setze das Abendessen vor, auf dass wir speisen.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Die unmittelbare Wirkung psychosomathischer Phänomene ist erstaunlich. Andererseits aber auch, dass niemand auf die Idee zu kommen scheint, dies bewusst zu nutzen. Zumindest bis hier wird nicht einmal dem Gebet eine solche Wirkung zugesprochen Dabei denke ich Inzwischen, dass das islamische Gebet gesundheitlich außerordentlich wirkungsvoll sein muss:&lt;br&gt;- Die Waschung zuvor ist ja nicht nur rituell, sondern auch ein tatsächliches Waschen.&lt;br&gt;- Um gültig zu sein, muss das Gebet in völliger Demut erfolgen. Und so erleichtert es das innere Loslassen von Sorgen, Problemen usw. erleichtert psychisch.&lt;br&gt;- Die Positionen erinnern teilweise an den Sonnengruß im Yoga. Die geöffneten Hände öffnen sich aufs neue der Welt, statt sie dominieren zu wollen.&lt;br&gt;- Und schließlich ist der Ablauf eine gute Dehnung der Bänder und Muskeln, der Ablauf kann sogar als Gymnastik empfunden werden.&lt;/p&gt;&lt;p align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2e/Salat_positions.jpg/180px-Salat_positions.jpg" width="180" height="246"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;In der Hochzeitsnacht lässt Alâ ed-Dîn den Wesirssohn von seinem Lampengeist auf den Abort schaffen und legt sich selbst neben die Prinzessin,&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Geklautes Motiv aus der &lt;a href="http://www.danrichter.de/leckerbissen/2007/02/24-nacht.html"&gt;Geschichte von den drei Äpfeln&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;legte ein Schwert zwischen sich und sie und ruhte an ihrer Seite auf demselben Lager, ohne etwas Schmähliches zu tun.&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="kommentar"&gt;Das Motiv, das Schwert als Trennlinie zwischen zwei züchtig Ruhenden zu verwenden, ist weit bekannt und verbreitet, etwa Ring des Nibelungen oder auch im Grimms-Märchen &amp;quot;Die zwei Brüder&amp;quot;. Galland hat sich also ordentlich bedienen können. Fragt sich nur: Woher hat der arme Alâ ed-Dîn auf einmal ein Schwert?&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Verstörung der Prinzessin erklärt die Königin dem Sultan am nächsten Morgen:&lt;/p&gt;&lt;p align="left" class="1001zitat"&gt;&amp;quot;... das ist so bei Neuvermählten; am Tage nach der Hochzeitsnacht schämen sie sich und zieren sich ein wenig.&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p align="left"&gt;Die Hochzeitsfeiern gehen weiter und Alâ ed-Dîn wiederholt das Spiel in der folgenden Nacht. Prinzessin und Wesirssohn berichten das Vorgefallene ihren Eltern und annullieren die Ehe.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-4221097791905343979?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/4221097791905343979/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/10/nun-also-endlich-weiter-den-1001.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/4221097791905343979'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/4221097791905343979'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/10/nun-also-endlich-weiter-den-1001.html' title='269. Nacht f)'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-7869009231347268561</id><published>2009-08-18T11:23:00.000+02:00</published><updated>2009-08-18T11:24:27.212+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>McEwan</title><content type='html'>&lt;p class="blog"&gt;J. borgt mir in einem hellseherischen Anflug, den ich habe sie gar nicht darum bitten müssen, &amp;quot;Ein Kind zur Zeit&amp;quot; von Ian McEwan, eines der wenigen Bücher von ihm, die ich bisher ausgelassen habe. Die anderen:&lt;/p&gt;&lt;p class="blog"&gt;&amp;quot;Tagträumer&amp;quot;, das ich 2001 in Freiburg begonnen habe, während S.? Mutter den alten Hund von Zecken befreite, und das ich nach wenigen Seiten beiseitelegte, ich konnte einfach nichts damit anfangen. Das andere der Kurzgeschichtenband &amp;quot;Letzter Sommertag&amp;quot;, dessen Erscheinen ich wohl verpasst habe. Die anderen Bücher in der Reihenfolge ihrer Lektüre:&lt;br&gt;- &amp;quot;Unschuldige&amp;quot;, das mir Ph. zum Geburtstag (?) schenkte. Ich ging skeptisch und gelangweilt an dieses Buch, und es wurde meine Einstiegsdroge.&lt;br&gt;- &amp;quot;Zementgarten&amp;quot;, das ich aus Ratlosigkeit kurze Zeit später auf Verdacht E. zum Geburtstag kaufte und dann in einer Nacht durchlas, damit ich es ihr noch rechtzeitig überreichen könnte, ohne Geld für ein zweites eigenes Exemplar ausgeben zu müssen.&lt;br&gt;- &amp;quot;Amsterdam&amp;quot;, das einen mit diesem moralischen Dilemma vor den Kopf stößt und die unvergessliche Anfangsszene auf dem Friedhof. Sommer 2001, nachts um 4 Uhr zuende gelesen, mir dann eine Zigarette auf dem Balkon meiner Wohnung in der Libauer anzündend, während Matze, mit dem ich damals die Grundlagen der Improvisation studierte, auf dem Fahrrad von einer Party in Kreuzberg über die Warschauer Brücke, also praktisch nebenan, zurück in den Friedrichshain radelte.&lt;br&gt;- &amp;quot;Erste Liebe, letzte Riten&amp;quot; ? 2003 mit in die USA genommen, zum Glück ein Kurzgeschichtenbuch. Denn immer wenn ich glaubte, dafür nicht richtig Zeit zu haben, war die Story schon vorbei. Und die letzte las ich dann zwischen Amsterdam und Berlin.&lt;br&gt;- &amp;quot;Schwarze Hunde&amp;quot;, bei dem ich mich eigentlich nur noch erinnere, dass ich es an meinem unaufgeräumten Tisch beendet habe, was psychologisch gesehen wahrscheinlich der Grund dafür ist, dass ich so wenig von seinem Inhalt behalten habe.&lt;br&gt;- &amp;quot;Der Trost von Fremden&amp;quot;, ein vielleicht inhaltlich eher harmloser Thriller, der einen eher wegen der seltsamen Leere verunsichert. Weil er mich an den Regenroman erinnert, schenke ich ihn Jochen und sorge somit dafür, dass er wohl nie wieder ein Buch von McEwan anfassen wird.&lt;br&gt;- &amp;quot;Abbitte&amp;quot;, der komplexeste Roman McEwans. Die gekränkte Eitelkeit der frühpubertären Schriftstellerin ist ja letztlich die eines jeden Autoren, nur eben unterm Brennglas. Und wie aus einem Vielleicht eine Affirmation wird, wie die Kränkung verstärkt wird durch die pubertäre Scham, durch Klassendünkel, durch sexuelle Prüderie und (wie auch schon in &amp;quot;Zementgarten&amp;quot;) durch die drückende Hitze, das löst die Katastrophe aus, und der Krieg setzt den Schlusspunkt. Abbitte kann es nicht mehr geben, nur noch in den Szenarien, die sich die Phantasie der Schriftstellerin zusammensetzt.&lt;br&gt;- &amp;quot;Saturday&amp;quot;, mit dem ich eigentlich nicht viel anfangen konnte. McEwan anscheinend in seiner eigenen ethischen Unentschlossenheit gefangen: Soll England Truppen in den Irak schicken? Von Deutschland aus gesehen, schien schon die Frage deppert. Und dann steht er stundenlang am Fenster ? grübel, grübel und studier, und bleibt so klug als wie zuvor. Die McEwan-Action im zweiten Teil, in dem er wieder erzählerisch aufblüht, wirkt aber narrativ aufgesetzt.&lt;br&gt;- &amp;quot;On Chesil Beach&amp;quot;, ein Bahnhofskauf. Das einzige McEwan-Buch, das ich im Original gelesen habe. Ein junges Paar scheitert an der Hochzeitsnacht. Wie McEwan hier mit Timing spielt, ist unübertroffen, das ist ihm nirgendwo sonst gelungen. Das Ende unerbittlich. Ich schließe das Buch, und werde von einem Weinkrampf gepackt, wie ich es noch nie bei einem Buch erlebt habe. Die absolute bittere Trostlosigkeit der ungelebten und vertanen Liebe.Und nun eben &amp;quot;Ein Kind zur Zeit&amp;quot;, das ich wohl irgendwie übersehen haben muss. Der Beginn klassisch-mcewanesk: Ein perfektes Paar wird in die Katastrophe gestürzt, und danach ist nichts wie zuvor. Nur diesmal liegt das Ereignis schon zwei Jahre zurück: Das Verschwinden des Kindes. Was heißt Kindheit, was sollen Kinder lernen, wie unterdrücken wir das eigene Kind, das ewige Kindbleiben gegenüber den eigenen Eltern, worin unterscheiden sich Kinderbücher von Erwachsenenbüchern? Unbemerkt dekliniert McEwan all diese Facetten von Kindheit durch, anhand der Lücke, die das verschwundene Kind im Leben des Kinderbuchautors gerissen hat.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat"&gt;&amp;quot;Noch Tage später, bis die Sache endlich vergessen war, wollte sie immer wieder wissen, wann sie denn nun zurückgehen und ihr neues Leben in der Strandburg beginnen würden. Ihr war es ernst damit gewesen. Stephen dachte, wenn er nur alles mit derselben Hingabe tun könnte, mit der er Kate beim Bau der Sandburg geholfen hatte, wäre er ein glücklicher Mensch von außerordentlichen Fähigkeiten.&amp;quot; &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-7869009231347268561?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/7869009231347268561/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/08/mcewan.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7869009231347268561'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7869009231347268561'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/08/mcewan.html' title='McEwan'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-8102408848713458206</id><published>2009-07-21T22:14:00.000+02:00</published><updated>2009-07-21T22:17:21.847+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='USA'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>28.-29.4.09</title><content type='html'>&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;Dienstag, 28. April 2009&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Man hat so wenige Tage nur. Sich für einen Ort in New York zu entscheiden, heißt auch, so viel anderes zu ignorieren. Sollte ich mir doch mal die Bronx anschauen oder den legendären gigantischen Friedhof in Queens?&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Gebe doch der nostalgischen Seite meines Herzens nach und fahre mit Steffi nach Brooklyn, von wo ich damals 1997 die Stadt erkundete: Damals von der Carlton Avenue zu Fuß bis zur 42nd Street über die Manhattan Bridge, über U-Bahn-Gleise und den Highway. Dynishal und Jessica hatten mich tatsächlich in ihrer kleinen 2er-WG wohnen lassen. Und obwohl es insgesamt vielleicht nur sieben Tage waren, ist mir zumute, als führe ich zurück zu einer früheren Wohnung, die mir so viel bedeutet hat. Wir steigen aus der U-Bahn und ich erinnere mich kaum an irgendetwas. Block für Block neu erkunden, und man weiß nicht, ob die Irritation an den Gedächtnislücken oder an den vielen Veränderungen liegt. Dann endlich das erste Wiedererkennen - der Friseur &lt;i&gt;Snip Snap&lt;/i&gt; und der &lt;i&gt;Lafayette Grocery &amp;amp; Dairy, &lt;/i&gt;den ich schon fast vergessen hatte, obwohl ich mich doch bei ihm immer noch mit Kleinkram eindeckte, den ich beim Großeinkauf vergessen hatte - also Bier und Schokolade. Würde am liebsten hineingehen und hemmungslos fotografieren.&lt;sup&gt; &lt;a name="us14" href="#us14"&gt;us14&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; Und so bleibe ich zwanzig Meter entfernt stehen und zoome mit Steffis neuer Super-Zoom-Kamera von Weitem auf die Schaufenster und die Auslage.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/lafayette-groceries.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Schwieriger noch: Das Haus von damals zu finden. Stelle das Foto von damals nach, ungefähr an jenem Eingang von damals, aber eben nur ungefähr, wie ich später feststelle.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dan-carlton.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Zeitungslektüre im arabischen Restaurant. Alle sind sauer auf Obama, weil ein Regierungs-Flugzeug  am Vortag über Manhattan gurkte, gerade zu der Zeit, als wir dort langspaziert sind. Seltsam - in Washington vor ein paar Tagen hat sich ja auch ein Flugzeug zur Zeit unserer Anwesenheit verirrt. Komisch, wenn man als Reisender das Gefühl hat, Ereignisse herbeizuprovozieren. So ging es mir, als ich 1991 gerade in der Nacht von Simferopol nach Moskau fuhr, als dort der Putsch gegen Gorbatschow stattfand - das Weiße Haus (das Moskauer Parlamentsgebäude) wurde besetzt. Zwei Jahre später - im Herbst 1993 war ich wieder in Moskau. Wieder wurde das Weiße Haus wieder besetzt, diesmal von Kommunisten, die ein demokratischeres Procedere von Jelzin forderten. Jelzin war nicht so feinfühlig wie seine Gegner zwei Jahre zuvor - er ließ das Weiße Haus mit Artillerie beschießen. Jochen ging es ja ähnlich, als er immer dort auftauchte, wo gerade Terroristen etwas in die Luft jagten: 1) Anschlag auf die Moskauer Metro, 2) Anschlag auf den Moskauer Fernsehturm, 3) Anschlag auf die Zwillingstürme es WTC in New York.&lt;br&gt;Es ist unglaublich heiß, und obwohl uns Brooklyn gefällt, macht es doch nicht wirklich Spaß, hier herumzulaufen. Nach einer Pause im Park geht's uns besser. Ich nutze die Zeit, um meinem neuen voyeuristischen Hobby nachzugehen.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/uM7XDEJzgzQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/uM7XDEJzgzQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Sowohl Steffi als auch ich haben Schulfreunde, die es hierher verschlagen hat - sie B., ich C.. Man trennt sich für diesen Abend und sucht seine Erinnerungen zusammen. C. nimmt die Mühe auf sich, sich mit dem Bus durch New Jersey zu quälen. Vom Bus-Terminal bis zum ersten Restaurant sind schon mal alle wesentlichen Fakten abgehandelt - Wie sind die letzten Jahre verlaufen (d.h. nach dem Klassentreffen 1999), in terms of kids, home, work. Das Tempo überrollt einen fast, aber dann kann man zum Eigentlichen kommen. Meistens bemerkt man ja bei Schulfreunden, wenn man sich nach Jahren wiedersieht, eine leichte Entfremdung, was wohl der Grund ist, warum viele Klassentreffen so sehr hassen: Man müsste so tun, als sei alles in Butter. Aber hier ist es eher umgekehrt. Ich erinnere mich nicht, mich in Schulzeiten je so gut mit ihr verstanden zu haben. Und die Wende ist natürlich auch ein Thema. Ich dachte, sie wäre damals '89 per Ausreiseantrag abgehauen, aber sie gehörte zu den Ungarnflüchtlingen. Und irgendwie spielt mir meine Erinnerung einen Streich, was die Gründe anbetrifft. Nein, keine familiären, ihre Eltern haben sie immer unterstützt. Und die Reise in die USA war dann nur ein konsequenter weiterer Schritt. Jetzt ist sie glückliche US-Staatsbürgerin und muss, weil der Gatte einen Job in Bayern ergattert hat, zurück nach Deutschland, wobei &amp;quot;zurück&amp;quot; natürlich geprahlt ist, denn was hat Süddeutschland schon mit ihr zu tun? Ein vermittelter Blick auf mich damals: Wie ich im Unterricht politische Diskussionen vom Zaun brach - die eine Hälfte der Klasse war froh, dass es keinen Unterricht gab, die andere Hälfte starrte fasziniert auf den Schlagabtausch, den ich mir mit den Lehrern lieferte. Ich bekam ja nur selten mal moralische Unterstützung. Wieviel Zivilcourage darf man von jemanden erwarten? Wenn es schon in der Schule nicht geht? Niemand wird weggesperrt, niemand hätte mit ernsten Konsequenzen zu rechnen. Aber man schweigt diesmal, es ist ja nur eine unbedeutende Sache und man will sich nicht den Ruf versauen. Und allem, was politisch konnotiert war, haftete sowieso ein Ruf an, man könne sich daran die Finger verbrennen.&lt;br&gt;Eine schöne, warme Nacht. Am liebsten würde ich die ganze Zeit filmen und fotografieren, wie es so aus C. heraussprudelt. Aber man will es ja nicht durch die Linse vermittelt erleben, und als ich dann am Ende doch noch mal den Apparat anschalte, ist die Batterie alle.&lt;br&gt;Es ist viel zu spät, als wir uns verabschieden, der Bus fährt lange nach New Jersey, und sie wird früh aufstehen. Aber sie klagt nicht.&lt;br&gt;Steffis Treffen mit B. endet unwesentlich später. Zurück im Hostel. Es ist heiß. Unsere letzte Nacht in New York. Und wie ich bei solchen Gelegenheiten immer denke - vielleicht für immer.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;***&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Mittwoch, 29. April 2009&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Früh aufstehen ist wichtig, wenn man Richtung Osten fliegt und den Jet Lag auf ein erträgliches Maß begrenzen will. Schlimm erging es mir letztes Jahr auf dem Flug von Berlin nach Shanghai. Ich brauchte drei Tage, um einigermaßen eingependelt zu sein. Und extrem war es 1997, als ich von Jet Lags nur die milde Variante kannte, im Flugzeug nicht schlief und dann 12 Stunden in Amsterdam auf das Anschlussflugzeug warten musste. Todmüde, und ich fand keinen Ort zum Schlafen. Bis in die hintersten Treppen ungenutzter Gates drangen die Durchsagen auf Niederländisch, Englisch und Deutsch. Bis ich schließlich den International Prayer Room fand - ohne singende Hare Krishnas oder Gymnastik treibende Muslime. Ich stellte den Wecker und ruhte immerhin noch eine Stunde. Zuhause hatte mein Untermieter inzwischen die Wohnung komplett umgestaltet, was mich nicht weiter scherte, denn es wartete auf mich - das Bett. Inzwischen war schon wieder richtige Bettgehzeit: 22 Uhr, und man könnte denken, besser geht's doch nicht, aber nach vier Stunden, also 2 Uhr nachts wachte ich blitzartig auf, ohne zu wissen, wo ich sei und wie ich hierherkam. Dass das alles irgendetwas mit mir zu tun haben müsse, erkannte ich ja an den Möbeln, die mir bekannt vorkamen (schließlich waren es meine eigenen), aber das bereits erwähnte Umgeräume hatte zur Folge, dass ich mich wie in einem Alptraum fühlte oder besser gesagt: Ich glaube, dass diese Momente ein Vorgeschmack dessen ist, was einen bei Demenz erwartet - ein Gefühl permanenter Verunsicherung und Konfusion; denn da einem die äußere Orientierung fehlt, weiß man auch kaum mehr&lt;i&gt;wer &lt;/i&gt;man ist. Da Demenz inzwischen so weit verbreitet ist, dass jeder vierte von uns daran erkranken wird, sollte man sich schon mal vorbereiten - Training der Hirnzellen, z.B. indem man seltsame Handlungen lernt, z.B. ein Musikinstrument oder links und rechts vertauschen. Aber was tut man, wenn es erst mal so weit ist? Bei Walter Jens, so beschrieb Inge Jens in einem Interview, ging es so rasch voran, dass jeder Plan, den er und seine Frau sich zurechtgelegt hatten (vom anfänglichen &amp;quot;Wie soll jetzt der Roman beendet werden&amp;quot; bis hin zur Option Selbstmord), immer wieder eingeholt wurde vom neuen Zustand der Krankheit, bis er dann völlig entrückte, so dass sie sich sagte: Das ist nicht mehr mein Mann. Wie weit muss das gehen? Man sieht dem Menschen in die Augen, den man jahrelang liebte und von dem man geliebt wurde, und es kommt kein Zeichen des Erkennens zurück. Und selbst dieses Gefühl ist in Momentaufnahmen schon erlebbar, streckt wie ein Monster aus der Zukunft schon seine Tentakeln kurz in die Gegenwart. Als ich nämlich vor ein paar Wochen erwachte, noch in der dämmernden Phase, fragte ich mich, mit welcher Frau ich denn gerade zusammen sei, deren Bein ich da an meinem spüre. Ich ging sie alle durch in meinem Kopf, die mit denen ich länger zusammen war und die, mit denen man es bei einer Affäre beließ, ich kam einfach nicht drauf. Ich hätte mich natürlich umdrehen können und nachschauen, aber es war wie bei einem eingeschlafenen Arm oder Bein, man scheut die schmerzende Bewegung, die auch nicht recht funktionieren will und hofft, dass es gleich von selbst wieder geht. Und ging es ja dann auch. Gerade sie, die ich so liebe, war meinem Geist entflogen.&lt;br&gt;Wir packen. Es ist nicht gerade viel, in diesem kleinen Zimmer haben wir ja aus den Rucksäcken gelebt. Der Metallspind war ja eher ein Witz, der schon, wenn man nur ein Buch darin abzulegen beabsichtigte, ins Wackeln geriet.&lt;br&gt;Eine gute Stunde haben wir noch. Sagen wir doch dem Central Park &lt;i&gt;Good-bye.&lt;/i&gt;Ich versäume die russische Tradition, eine Münze ins Reservoir zu werfen. (Der Gedanke dahinter ist, dass man auf diese Weise die Rückkehr an den Ort beschwört, da man etwas zurückgelassen hat), aber es ist illegal, und wer weiß, was man uns aufbrummen würde fürs Geld reinschmeißen. Ein letztes Mal also Rumalbern an diesem großartigen Ort. Der große See. Im schönen Park. In der beeindruckendsten Stadt. In diesem großartigen und doch seltsamen Land.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dan-richter-gerda-pingae.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/stefanie-winny-gerda-pingae.JPG.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dan-steffi-central-park.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Unser Gabelflug zwingt uns, wieder den Weg über Detroit zu nehmen, und deshalb fliegen wir nicht vom JFK-Airport, sondern von Newark. Im vollen Bus. Und noch einmal muss ich darüber lächeln, dass ich die ganze Zeit meinen Laptop mitgeschleppt habe, und ihn nur 2 Stunden benutzen konnte, da das Netzteil zuhause liegt. (&amp;quot;Da liegts jut.&amp;quot;) Die letzten Dollars für Imbiss ausgeben. Erwartungsgemäßes Warten im Flughafen. Wir setzen uns abseits vom Trubel in den entferntesten Winkel und dort liegt eine alte Jacke und etwas Krempel. Man will ja kein Schwarzmaler sein - aber eine alte Jacke im Flughafen? Dazu überall die Schilder, man möge rumliegende Gegenstände melden. Also geben wir einer Flughafendame bescheid, die netterweise erst mal selber nachschaut, bevor sie Remmidemmi veranstaltet. Sie hebt die Jacke hoch und kommt in Riechweite. Ja, sagt sie, der Geruch komme ihr bekannt vor, der gehöre zu einem Obdachlosen, der sich hier manchmal ausruhe, den kenne sie schon. Dass sie hier einen Stammobdachlosen haben, den sie am Geruch erkennen, wundert einen dann auch wieder. Überall sonst müssen sich die armen Kerle Mühe geben, nicht als solche identifiziert zu werden.&lt;br&gt;Mit leichter Verspätung landen wir in Detroit. Nun doch noch einen Happen essen. Gab es nicht noch mal eine Zeitumstellung? Doch erst schauen, von welchem Flugsteig wir abfliegen sollen? Nein, erst essen. Nein, erst schauen. Diesmal bin ich es, der auf Nummer Sicher gehen will. Und siehe da, für unseren Flug, der von der anderen Seite des Flughafen abgeht, ist schon seit 10 Minuten Einsteigen. Wir hetzen über die Laufbänder. Beim Einsteigen der bei solchen Gelegenheiten übliche freundliche Blick der Angestellten, in dem man eine Spur mahnendes &amp;quot;Beim nächsten Mal aber bitte pünktlich!&amp;quot; herauszulesen glaubt, oder ist das Einbildung.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/gerda-flugzeug.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Neben uns zwei iranische Kinder und eine Frau, hinter mir auch ein Perser, die aber, wie sich bald herausstellt, nicht zusammengehören, aber alle auf dem Weg in den Iran. Ich schließe die Augen, und während ich in den wenigen Stunden, die die Nacht nur dauert, ein bisschen Schlaf zusammenklaube, sucht mein Hirn, immer wenn ich aufwache, nach persischen Vokabeln, um wenigstens ansatzweise ein bisschen Konversation zu betreiben. Das Einfachste wäre natürlich Englisch, aber sollen die zweieinhalb Jahre Persischlernen reiner Selbstzweck gewesen sein? Verben: Sein, Haben, Gehen, Kommen und natürlich Geben, das auf wundersame Weise den Wortstamm &amp;quot;da&amp;quot; (plus Infinitiv-Endung) im Spanischen (&lt;i&gt;dar&lt;/i&gt;), Russischen (&lt;span lang="RU" style="font-size: 15.0pt; line-height: 150%; font-family: Garamond"&gt;&amp;#1076;&amp;#1072;&amp;#1090;&amp;#1100;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size: 15.0pt; line-height: 150%; font-family: Garamond"&gt;)&lt;/span&gt;, und eben auch im Persischen ( &lt;span style="line-height: 150%; font-family: Arial"&gt;&amp;#1583;&amp;#1575;&amp;#1583;&amp;#1606; )&lt;/span&gt;behält. Aber was hieß noch mal &lt;i&gt;Fliegen&lt;/i&gt;? Ich komme nicht drauf Und ich brauche eine Minute, bis mir die persische Vokabel für &lt;i&gt;Essen&lt;/i&gt; einfällt. Am Morgen, als die Kinder auch aufwachen, lasse ich Gerda mit ihnen kommunizieren. Sie kommt auch mit weniger Sprache aus und ist für die Kinder sicherlich faszinierender, als ein 40jähriger, persische Vokabeln zusammenstoppelnder Deutscher.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ECe_CNaSFlg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/ECe_CNaSFlg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Es klappt. Beide amüsieren sich königlich, und ich erfahre, dass sie &lt;span lang="fa"&gt;&amp;#1575;&amp;#1586; &amp;#1578;&amp;#1607;&amp;#1585;&amp;#1575;&amp;#1606; &amp;#1607;&amp;#1587;&amp;#1578;&amp;#1606;&amp;#1583;.&lt;/span&gt; Eine so schöne Sprache, so schöne Menschen, gutes Essen, eine farbenprächtige Geschichte, ein wundervolles Land, und ich kann doch, gerade wenn ich die Sprache lange nicht gehört habe, den Gedanken daran abschalten, wie dort das Denken unterdrückt wird, wie die Menschen, ähnlich wie im postrevolutionären Russland abgeschlachtet wurden - für nichts als eine vermutete Abweichung.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;&lt;span lang="ru"&gt;&amp;quot;&lt;/span&gt;Good-bye, America. &lt;span lang="ru"&gt;&amp;#1043;&amp;#1076;&amp;#1077; &amp;#1103; &amp;#1085;&amp;#1077; &amp;#1073;&amp;#1091;&amp;#1076;&amp;#1091; &amp;#1085;&amp;#1080;&amp;#1082;&amp;#1086;&amp;#1075;&amp;#1076;&amp;#1072;&amp;quot;&lt;/span&gt;, hieß es in einem russischen Lied, von dem ich mir nur diese Zeile gemerkt habe - sonst kenne ich nichts, weder Strophe, noch die weitere Melodie, und nicht einmal Titel oder Sänger - vielleicht Kino oder Wyssozki? Nautilus Pompilius. Icke war schoma da. Und es war sicherlich nicht das letzte Mal. Inschallah.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/QGJQNsgRneA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/QGJQNsgRneA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;&lt;sup&gt; &lt;a name="us14"&gt;us14&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;&lt;span style="font-size: 70%"&gt;Und jetzt frage ich mich natürlich, warum ich den Betreiber nicht einfach drum gebeten habe, er hätte es sicherlich erlaubt.&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-8102408848713458206?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/8102408848713458206/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/07/28-29409.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8102408848713458206'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/8102408848713458206'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/07/28-29409.html' title='28.-29.4.09'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-5049750652136779410</id><published>2009-07-08T01:31:00.001+02:00</published><updated>2009-07-08T01:31:50.717+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='USA'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>27. April 2009</title><content type='html'>&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;27. April 2009&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Ich liebe es, einfach zu Fuß die Insel zu durchqueren, von Süden nach Norden. Wenn man selbst frei ist von Verpflichtungen, springt man praktisch in den Strom der Passanten und lässt sich treiben. Wir starten an der Brooklyn Bridge. Zwei Wasserverkäufer-Pärchen. Das ein steht am Anfang der Brücke und zelebriert das Wasser, den Verkauf, das Leben; es fühlt sich fast wie Betrug an, nichts von ihnen zu kaufen. Das andere lümmelt im Schatten des Turms und bietet schlechtgelaunt seinen Vorrat an. Man glaubt zu wissen, dass die hier den Gewinn sowieso nur in Drogen umsetzen werden. Die beiden Pärchen wissen sicherlich voneinander nichts. Und wüssten sie voneinander, würden sie ihr Verhalten kaum ändern.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dan-steffy-brookly-bridge.JPG" width="482" height="361"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Touristenproblem: An Orten auf Toilette müssen, die keine Toilette haben. Ein ständiges Kalkulieren: Wie lange hält man's noch aus? Soll man im Wall Street Bezirk in ein schickeres Restaurant gehen und sein Anliegen vortragen oder pro forma einen Kaffee für 4 Dollar bestellen? Oder vielleicht doch darauf hoffen, dass bald ein McDonalds auftaucht, der es einen gratis erledigen lässt. Je länger man sich mit der Entscheidung Zeit lässt, umso mehr verringert man seine Optionen. Für wieviele Jahre man in den Knast muss, wenn man von der Brooklyn Bridge pisst? Und gibt es da unterschiedliche Strafen für Frauen und Männer?&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;Pflichtgemäß kurz zum WTC. Die Lücke schmerzt. Von der Baustelle ist nicht viel zu sehen, alles mit hohen Bretterzäunen abgesperrt. Vielleicht täte das alles nicht so weh, wenn sie es ähnlich wie am Potsdamer Platz mit Offenheit und Optimismus betrieben.&lt;br&gt;Im Village. Ich finde den schönen kleinen Buchladen nicht, in dem ich vor sechs Jahren meine Finanzreserven ließ. Nach und nach gelingt es auch Steffi, sich treiben zu lassen.&lt;br&gt;Pause auf dem Washington Square. Schade. Die Hälfte ist wegen Baumaßnahmen gesperrt. Also auch keine Open Stage Performances, die ich so geliebt habe. Steffi ruht, während ich die Zoom-Technik ihrer neuen Kamera ausprobiere und mich gleichzeitig bemühe, die Grenze zum Spannen nicht zu überschreiten. Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht. Erleichtere mein Gewissen, indem ich das Video veröffentliche. Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder und verklagt mich wegen Spannens. Der Arm des amerikanischen Gesetzes lauert, denn ich hatte ja schließlich auf meinem Visa-Waiver angekündigt, nichts Unmoralisches auf dem Boden der USA zu tun. Immerhin ist ja niemand nackig oder halbnackig gewesen.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/NUeLtCPXcRg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/NUeLtCPXcRg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/JTLiC9ecLmk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/JTLiC9ecLmk&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;Überlegungen zur Abendgestaltung: Ich würde gern eine gute Off-Tanz-Performance sehen. Steffi &amp;quot;Avenue Q&amp;quot;. Die billigsten Karten laut Time Out 80 Dollar. Steffi spekuliert darauf, dass wenn sie am frühen Abend an die Kasse geht, der Kassierer ihren Internationalen Studentenausweis für ein VIP-Dokument hält und sie für umsonst reinlässt oder dass Gott ein Ticket auf sie regnen lässt oder dass just in dem Moment ein Touri-Pärchen hereinkommt, dass genau noch eine Karte für 12 Dollar übrig hat - erste Reihe natürlich. Ich verschwende nicht viel Energie darauf, sie umzustimmen. Das Musicaltheater liegt sowieso auf meinem Weg, und falls sich der Kassierer nicht erweichen lässt, Gott sich wieder mal nicht blicken lässt und das spendable Touri-Pärchen doch nicht auftaucht, muss Steffi eben mit zur Tanzperformance.&lt;br&gt;Die Sonne brennt, der Broadway wird immer dichter, man wühlt sich ohne Stress durch den Menschenstrom. Vor dem John Golden Theater in der 45th die Ankündigungen für &amp;quot;Avenue Q&amp;quot;. Steffi bequatscht den Kassierer und missdeutet wohl, wie ich aus dem Augenwinkel zu erkennen vermute, seine Höflichkeit als Verhandlungsbereitschaft. Aber da ist nichts zu machen, Studentenrabatt - wo gibt's denn sowas? Sie spielt tatsächlich mit dem Gedanken, 80 Dollar für ein Musical auszugeben. Ich halte mich zurück. Die Eingangstür öffnet sich. Ein Touri-Pärchen tritt ein. Sie wollen ihre Karte zurückgeben. Leider nur eine. Kostet 12 Dollar. Erste Reihe. Sie machen Steffi glücklich. Und mich auch. Denn ein Mann kann nur glücklich sein, wenn seine Frau glücklich ist. Katzen würden vielleicht Whiskas kaufen, Männer sollten Musicalkarten kaufen.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/steffi-avenue-q.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;Und noch einmal Zeit verplempern im Starbucks. Blättere in der Zeitschrift &lt;i&gt;mental_floss,&lt;/i&gt; die ich mir eben gekauft habe, ohne recht zu wissen warum. &amp;quot;The 10 issue&amp;quot; präsentiert im ganzen Heft nur &amp;quot;10 Dinge, die...&amp;quot;. Als Mann bin ich wohl für Top-Ten-Listen empfänglich. Und beim Kaufen dachte ich, dass dies &lt;i&gt;überhaupt&lt;/i&gt; eine Top-Ten-Zeitschrift sei. Aber am Ende enttäuscht es dann doch. &amp;quot;Ten important kisses in the universe&amp;quot; und &amp;quot;The 10 messiest food festivals&amp;quot;. Gepflegte Langeweile vor nicht mal so schlechtem Kaffee.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;Die Tanzperformance in derselben Straße, im &amp;quot;The Tank&amp;quot;. Ich komme, als noch oder schon wieder rumprobiert wird. Kulissen hin und her geschoben, Soundchecks, kurios kostümierte Tänzerinnen. Aber irgendwie wirkt alles mehr wir ein Ab- oder Aufbau, die Vor- oder Nachbereitung einer Probe. Jemand erbarmt sich meiner. Nein, die Show wäre zwei Etagen drüber. Vor der Tür verkauft ein etwas zu lauter Typ Karten für die Show. Nein, keine Tanzperformance. Aber eine Impro-Comedy-Show. Es koste 20 Dollar und ich könne soviel Bierdosen mitnehmen wie ich wolle. Ich wäge ab. Die Tanzperformance fällt also aus. Ob ich auf die Schnelle eine gute Abendgestaltungs-Alternative finde, ist fraglich. 20 Dollar? Der in der BWL sogenannte Snob-Effekt tritt ein: &amp;quot;20 Dollar? Dann &lt;i&gt;kann&lt;/i&gt; es ja nicht schlecht sein.&amp;quot; Ich gebe ihm den Schein, er befüllt meine Tüte mit fünf Dosen, ich stoppe ihn und sage, das genügt, trete ein und im selben Moment beginnt die Show. Fünf Frauen spielen eine Show, die offenbar alles andere als improvisiert ist, sondern choreographiert. Der Inhalt (es scheint wie ein Fluch): Sex und Gewalt. Vielleicht wäre ich, wenn dies die erste Woche meines Aufenthalts wäre, noch etwas toleranter, aber ich habe die Nase voll von der billigen &lt;i&gt;sex sells&lt;/i&gt;&amp;nbsp;Attitüde, die die Inhaltslosigkeit nur verdeckt. Nach 10 Minuten gehe ich und bin zu stolz, mein Eintrittsgeld zurückzufordern. Idiotisch. Setze mich wieder nach unten. Sie bauen also ab. Auch das ist schön: Professionelle Künstler beim selbstverständlichen Abbauen ihres Equipments zu beobachten. Die Sorgfalt, die Eleganz, die gelassene Großzügigkeit im Umgang miteinander. Ein angenehmer Sommerabend im April. Als dann doch alle aufbrechen, setze ich mich vor die Tür und will mir eines der Biere, die ich immerhin noch vom zweiten Stock bei mir habe, öffnen, da fällt mir &amp;quot;the law&amp;quot; ein. Wie schade. &lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&amp;nbsp;&lt;iframe width="425" height="240" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.de/maps/sv?cbp=12,204.63,,0,5&amp;amp;cbll=40.760042,-73.990485&amp;amp;panoid=&amp;amp;v=1&amp;amp;hl=de&amp;amp;gl=de" name="I1"&gt;&lt;/iframe&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left" dir="ltr"&gt;Dafür setzt sich eine Tänzerin zu mir, die sich die Achillessehne gezerrt hat. Sie fürchtet, zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres wegen einer Verletzung auftrittsunfäig zu sein. Verglichen dazu sind die Ängste eines Berliner Lesebühnenautors Pimpelpampel. Schlendere zurück zum John Golden Theater, die Vorstellung müsste bald vorbei sein. Steffi kommt mir auf der Straße glücklich entgegen und berichtet von einem weiteren Unterschied, der einem im Film oder Fernsehen nicht deutlich gemacht wird: Amerikaner verlassen nach kurzem Applaus sprunghaft, ja regelrecht panisch das Theater. Da Steffi noch mal auf Toilette musste, wäre sie beinahe eingeschlossen worden. &amp;quot;So! Man hat sich amüsiert! Was kommt als nächstes dran?&amp;quot;, mag das Mantra des nimmermüden Otto-Normal-Amis lauten.&lt;br&gt;Langsam wandern wird zurück, widerstehen dem &lt;i&gt;Hereinspaziert&lt;/i&gt;, lassen die Wärme, die Stadtgeräusche und die bunten Lichter auf uns einprasseln.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/manhattan-night.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center" dir="ltr"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/manhattan-m+m.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-5049750652136779410?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/5049750652136779410/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/07/27-april-2009.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5049750652136779410'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/5049750652136779410'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/07/27-april-2009.html' title='27. April 2009'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-3684102763335508918</id><published>2009-06-24T16:36:00.000+02:00</published><updated>2009-06-24T16:37:34.360+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='USA'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>26. April 2009</title><content type='html'>&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;26. April 2009&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;Am letzten Abend in Washington noch drei Bücher gekauft: Steinbecks &amp;quot;Of Mice and Men&amp;quot;, Philip Roth' &amp;quot;Portnoy's Complaint&amp;quot; und noch mal ein philosophisch-spirituelles Lebenshilfebuch: David Ricchio: &amp;quot;The Five Things We Cannot Change... and the Happiness We Find By Embracing Them&amp;quot;. Nicht dass ich letzteres von vorn bis hinten lesen würde, dafür ist es auch etwas zu spröde geschrieben. Aber es eignet sich ganz gut als Zwischendurch-Lektüre. Hier also die fünf Dinge, die wir nicht ändern können:&lt;br&gt;(1) Alles ändert sich, und alles vergeht.&lt;br&gt;(2) Die Dinge laufen nicht immer nach Plan.&lt;br&gt;(3) Das Leben ist nicht immer fair.&lt;br&gt;(4) Schmerz ist ein Teil des Lebens.&lt;br&gt;(5) Menschen sind nicht immer loyal und fair.&lt;br&gt;zu 1) Schon allein die Tatsache, dass das Leben endet, bekommt man eigentlich nur schwer in den Kopf. Für ein Kind ist Tod doch etwas sehr abstraktes oder zumindest fernes. Aber sobald wir erwachsen werden, scheint unser Bewusstsein angesichts der Unabwendbarkeit des Sterbens durchzudrehen. Wir phantasieren ein Jenseits herbei, und wenn man sich anschaut, mit welchen Mitteln dieser völlig an den Haaren herbeigezogene Glaube über die Jahrtausende verteidigt wurde, kann man sich schon vorstellen, wie wichtig es den Christen und Moslems ist mit ihrem schönen After-Life-Paradies. Angenommen eine Gruppe intelligenter Aliens landete auf der Erde, ich wäre gespannt, wie ein Theologe denen erklären wollte, wie er darauf kommt, dass er &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; sterblich sei. Aber nicht nur die Religion ist eine der Ausflüchte, auf die wir zurückgreifen. Sucht oder auch Ablenkung überhaupt werden auch &lt;i&gt;immer wieder gern genommen&lt;/i&gt;.&lt;br&gt;Ich entdecke hier eine interessante Mini-Meditation: Man suche einen Ort der Stille, setze sich und konzentriere sich auf den Atem, ohne ihn zu forcieren. Dann denke man an etwas, das ein gerade belastet und atme diese Belastung ein; das Ausatmen hingegen sei pure Liebe. (Ich visualisiere das als Goldstaub.) Tatsächlich probiere ich diese Meditation beim Gehen aus, es scheint zumindest ansatzweise zu wirken. Scheinbar seltsam, dass man das Negative einatmet, aber irgendwann hat man das Gefühl, dass einem nichts mehr anhaben kann.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="center"&gt; &lt;a href="http://www.amazon.de/Five-Things-Cannot-Change-Happiness/dp/1590303083/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1245760163&amp;sr=1-1"&gt;&lt;img border="0" src="http://images.amazon.com/images/P/1590303083.01.MZZZZZZZ.jpg" width="108" height="160"&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;In welches Zimmer sollen wir nun wechseln? Lange Diskussionen mit dem Rezeptionisten - inzwischen der Dritte, mit dem wir nun über unsere Buchung hier verhandeln.. Am Telefon der Chef, der meinte, er habe uns extra für alle Tage das bessere Zimmer reserviert. Bin misstrauisch, aber der Ton ehrlicher Verzweiflung in seiner Stimme überzeugt mich dann doch. Die Buchungsgebühren standen natürlich nur als Fußnote im Internet. Heißes Wasser käme, wenn man nur lange genug darauf warte. Länger als 15 Minuten? Oder meint er bis zur Renovierung des Gebäudes? Am Nachbarhaus sind sie ja schon beschäftigt. Und in unserem Nebenzimmer wird ab 10 Uhr gebohrt, wofür wir dem Bohrer dankbar sein müssten, denn er erleichtert uns die Wahl, ob wir noch ein wenig faul im Bett dösen wollen oder den Tag aktiv beginnen.&lt;br&gt;Das Gratis-Frühstück des Hostels wenig beeindruckend, also im benachbarten Café, das offenbar ein Drittel seines Publikums aus dem Hostel bezieht. An dessen Wänden Fotos der Präsidenten und ihrer Hunde. Das Angebot schmal und mäßig schmeckend. Eier und Schinken, man kriegt's runter. Zum Hostel Kitchen noch zu bemerken, dass es mit den Figuren von &amp;quot;Green Eggs and Ham&amp;quot; illustriert ist. &lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" align="left"&gt;I would not, could not, in a box. &lt;br&gt;I could not, would not, with a fox. &lt;br&gt;I will not eat them with a mouse. &lt;br&gt;I will not eat them in a house. &lt;br&gt;I will not eat them here or there. &lt;br&gt;I will not eat them anywhere. &lt;br&gt;I do not eat green eggs and ham. &lt;br&gt;I do not like them, Sam-I-am. &lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Der Hintergrund dazu fehlt mir komplett. Der aggressive Ton deutet auf eine ugly version von Garfield. Immer, wenn ich diese heiße, nach altem Fett riechende Küche betrete, denke ich, dass ich das mal googlen müsste (Gibt es schon ein entsprechendes Verb für &amp;quot;Bei Wikipedia suchen&amp;quot;?), aber dann erscheint es mir doch zu unwichtig, wenn ich mich mit MasterCard einlogge (der PC dafür steht passenderweise in der Küche, und die Tastatur fühlt sich entsprechend an).&lt;br&gt;Die Hitze, das Sich-Sortieren, die Wünsche aufeinander abstimmen, ausgiebiges Frühstücken, wir kommen nicht recht vom Fleck.&lt;br&gt;Einkaufen müssen wir auch noch. Versuche jedes mal, Steffi davon zu überzeugen, die Gepäckmenge gering zu halten. Aber ohne Kekse, Buch, Reiseführer, Schal, Wasserflasche, Fotoapparat geht sie nicht los. Und wenn das so ist, kann ich ja noch ein zusätzliches Buch in ihren Rucksack stecken. Und Gerda.&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/gerdakopf.jpg" width="30" height="25"&gt;&lt;br&gt;Da ich meine Zahnbürste in Washington liegengelassen habe, kaufe ich nun hier eine in der Drogerie. Aber da wir nun mal langsam aufbrechen müssen, bestehe ich darauf, mir meine Zähne unterwegs zu putzen und jetzt nicht noch mal ins Hostel zurückzulatschen.&lt;br&gt;Die Gegend hier war lange Zeit deutsch geprägt. Man erschrickt immer ein bisschen.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/luther.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Spazieren Richtung Süden am East River entlang. In New York muss ich immer erst kurz überlegen, wo East und wo West ist. Zwar weiß ich meistens, wo ich gerade bin, dass Straßensystem ist für einen Orientierungsidioten wie mich geradezu geschaffen, aber ob wir jetzt in der Upper East oder Upper West wohnen, kann ich erst sagen, wenn ich es mir vor Augen führe. Genauso geht es mir mit dem Hudson und dem East River. Queens auf der anderen Seite. So langsam fängt Steffi an, die Stadt zu genießen. Ein zehn Quadratmeter großer Park. Ich putze mir die Zähne. Das teure Mineralwasser!&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/east-r.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Nun also in den Central Park. Habe Steffi schon so viel davon vorgeschwärmt, dass ich fast befürchte, sie könne enttäuscht sein. Aber wie kann man den Central Park nicht lieben. Eine Oase in der schnellsten Stadt der Welt. Beinahe wie in Tucholskys Gedicht &amp;quot;Das Ideal&amp;quot;&lt;/p&gt;&lt;p class="vers" align="left"&gt;Ja, das möchtste: Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,&lt;br&gt;vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße&lt;br&gt;(...)&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/central-park-lake.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Kekse und Hot Dogs. Ruhe.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dan-gerda-cp.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Die Ruhe wird nach und nach gestört durch immer näher kommende Humptata-Musike. Wir tippen auf Familienunterhaltung, wahrscheinlich wegen der kreischenden Kinder. Aber es ist, wie wir später erfahren, griechischer Unabhängigkeitstag, und den zelebrieren die Griechen, wie alle anderen in New York, mit einer Parade. &lt;br&gt;Und noch einmal treffen mit Rebecca, ihren Kindern und ihrem alten Dad, der mir vor sechs Jahren unermüdlich die UCB empfahl, bis ich schließlich nachgab und eines der großartigsten Improtheater erlebte. Der Zoo von Manhattan freilich mickrig. Da bietet selbst Eberswalde mehr. Immerhin Pinguine und zufällig ist auch gerade Fütterung. Gerda stiehlt den &amp;quot;echten&amp;quot; Tieren beinahe die Show.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&amp;nbsp;&lt;object width="425" height="344"&gt;&lt;param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6icSMmOszdE&amp;hl=de&amp;fs=1"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowFullScreen" value="true"&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name="allowscriptaccess" value="always"&gt;&lt;/param&gt;  &lt;embed src="http://www.youtube.com/v/6icSMmOszdE&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Am Lennon-Gedenkstein. Yoko wohnt immer noch im Dakota Building, man könne sie manchmal hinter den Fenstern sehen, und am 8. Dezember steht immer eine Kerze im Fenster.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/merlin.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dakota.JPG" width="336" height="448"&gt;&lt;br&gt;&lt;span style="font-size: 75%; font-style: italic"&gt;Suchbild: Finde die Yoko&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/imagine.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/hudson.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;*&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;Am Abend geben wir dem UCB noch eine zweite Chance. Wieder eine Enttäuschung. Vulgäre Sexphantasien ohne Witz. Man hat langsam den Kanal voll. Und die Toleranzschwelle verschiebt sich, bis man schon angewidert reagiert, wenn überhaupt Sex erwähnt wird. Man kann ihnen noch zugute halten, dass sie jung sind und in der Phase sind, die Keith Johnstone als &amp;quot;obszön und psychotisch&amp;quot; beschreibt, d.h. man muss da mal durch, um es hinter sich zu lassen. Das Tabu brechen, um sich der eigenen Freiheit zu vergewissern und letztlich auch zu erkennen, wo das Tabu überhaupt liegt. Aber es scheint fast Konzept zu sein. In dem Moment, wo eine Szene zwischen einem Liebespaar zärtlich zu werden droht, kann man schon darauf warten, dass die Schauspielerin aufspringt, sich obszön positioniert und &amp;quot;Fuck me!&amp;quot; schreit oder der männliche Spieler irgendwas von Schwanzlutschen oder Vergewaltigen erzählt. Vielleicht sollten die Amis das Wort &lt;i&gt;Fuck&lt;/i&gt; endlich im Fernsehen zulassen, dann verlöre es seine Brisanz. Aber auch den Chefs des UCB scheint jeder Geschmack abhanden gekommen zu sein. Warum sonst würden sie mit einem Plakat werben, dass das berühmte Foto eines afghanischen Mädchens nutzt?&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/dick.JPG" width="100" height="134"&gt;&lt;br&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: 75%"&gt;&amp;nbsp;&amp;quot;Schaut mal, wie frech und tabulos wir sind&amp;quot; oder was?&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-3684102763335508918?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/3684102763335508918/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/06/26-april-2009.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3684102763335508918'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/3684102763335508918'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/06/26-april-2009.html' title='26. April 2009'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-634298038827244929.post-7836589833229212503</id><published>2009-06-20T14:46:00.001+02:00</published><updated>2009-06-20T14:46:54.916+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='USA'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Blättern'/><title type='text'>25. April 2009</title><content type='html'>&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;25. April 2009&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;Eigentlich wäre ich gern von Washington nach New York mit der Bahn gefahren, aber wie schon auf den letzten beiden USA-Reisen muss ich mir eingestehen, dass vor der letzten Woche der Finanzvorrat zusammengeschmolzen ist.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/fahrplan.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="center"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.danrichter.de/bilder/09/04/fahrplan2.JPG" width="448" height="336"&gt;&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;Viel langsamer ist der Bus auch nicht, und Rachel ist so nett, uns mit dem Auto bis zur Bushaltestelle zu chauffieren. Ähnlich wie Steffi geht sie keine zeitlichen Risiken ein. Wenn alles glatt geht, sind wir locker eine halbe Stunde vor Abfahrt da. Es geht dann überhaupt nichts glatt. Washington im Totalstau. Wenn jetzt auch unser Bus nicht von der Stelle kommt, haben wir natürlich Schwein gehabt. Rachel schlägt Haken und fährt gigantische Umwege. Ich kann meinen Blick nicht von der Uhr des Navigationssystems wenden. &lt;blink&gt;&lt;b&gt;&lt;font color="#FF0000" face="Lucida Sans Unicode"&gt;15 minutes left&lt;/font&gt;&lt;/b&gt;&lt;/blink&gt;. Kurze Zeit später sind es 16 Minuten. Wir sind einfach zu langsam. Rachel fühlt sich uns verpflichtet und nimmt eine rote Ampel. Ich beruhige meinen Atem. Das sind die Situationen, in denen man Unfälle baut, denke ich. Und noch zehn Minuten bis Buffalo. Wir kommen an, sind aber noch nicht die letzten. Der kleine Latino in seinem Büro schnauzt die Kundin vor mir an. Ich nehme es als soziale Herausforderung und lobe ihn für seine harte Arbeit. Sofort glätten sich seine Gesichtszüge und er ist nicht nur mir gegenüber nett, sondern auch gegenüber dem folgenden Kunden. Busse sind was für die Ärmeren. Schwarze, Touristen und Arbeiter mit Sorgenfalten.&lt;/p&gt;&lt;p class="1001zitat" dir="ltr" align="left"&gt;Aus den Greatest Hits des Supreme Court:&lt;br&gt;Wer kennt das nicht: Eine verlassene Lagerhalle. Hinter einer Kiste verstecken sich eine verängstigte Frau und der bereits angeschossene Held. Der widerliche Ganove durchsucht die Halle. Da auf einmal Sirenen, Flutlicht und die Stimme des Inspector, der Ganove solle die Waffe fallenlassen und mit erhobenen Händen herauskommen, was dieser auch tut. Und während ihm die Handschellen angelegt werden, wird ein Sergeant aufgefordert: &amp;quot;Read him his rights.&amp;quot; Was dieser auch tut: &amp;quot;You have the right to remain silent, anything you say can and will be used against you in a court of law. You have the right to an attorney present during questioning. If you cannot afford an attorney, one will be appointed for you. Do you understand these rights?&amp;quot;&lt;br&gt;Wenn eine solche Szene in einem Film auftaucht, dessen Handlung vor 1966 spielt, haben die Drehbuchautoren einen Fehler gemacht, denn erst seit 1966 hat ein Verdächtiger nicht nur diese Rechte, sondern sie müssen ihm erklärt werden, sobald er verhaftet wird und verhört werden soll. Nach dem Burschen, der sich damals bis zum Supreme Court hochgeklagt hat, weil er Entführung und Vergewaltigung gestand, heißen diese Rechte im Juristenjargon auch &amp;quot;Miranda-Rechte&amp;quot;. Pech für &lt;a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Ernesto_Arturo_Miranda"&gt;Miranda&lt;/a&gt;: Man rollte den Fall noch einmal auf und er wurde abermals für schuldig befunden.&lt;br&gt;Und selbst das in allen Staaten verbindliche Recht auf einen Verteidiger wurde per Beschluss des Supreme Courts erst 1961 eingeführt.&lt;/p&gt;&lt;p class="blog" dir="ltr" align="left"&gt;Ähnlich wie vor sechs Jahren quält sich der Bus nach Manhattan rein. Stop and Go, wir sind nicht mal mehr 2 km von unserem Ziel entfernt. Dieses Zuckeln ist für eine untrainierte Seele schwerer zu ertragen, als wenn wir jetzt noch zwei Stunden in raschem Tempo auf dem Highway fahren würden. Extrem heiß, Fußgänger behindern den Busfahrer am Weiterfahren, der es ohnehin schwer hat, auf diesen schmalen Straßen auch nur rechts abzubiegen. In der 34th Street/Ecke 7th Avenue werden wir ausgespült. Schon die Straßennamen lösen Song-Assoziationen aus, die mein New York Bild sicherlich etwas verquer beeinflussten. Lexington an Lou Reeds &lt;i&gt;Waiting for My Man&lt;/i&gt;: &amp;quot;Going to Lexington 125, feel sick and dirty more dead than alive&amp;quot;, 42nd Street an Grandmaster Flash's New York, New York: &amp;quot;On 42nd Street, lookin for some action /Women standing on the corner selling satisfaction&amp;quot;, und eben 7th Avenue an Simon and Garfunkel: &amp;quot;&lt;span id="konasapn0"&gt;I get no offers/ Just a come-on from the whores on 7th avenue/I do declare, there were times when I was so lonesome/ I took some comfort there, hmmm...&amp;quot; New York schien voller Prostituierter zu sein, zumindest auf der 7th Avenue und der 42nd.&lt;br&gt;&lt;/span&gt;Steffi hat fast durchgeschlafen und ist benommen und bedrückt, als wir aussteigen. McDonalds mal wieder.&lt;br&gt;Unterkunft im &amp;quot;Tone on Lex&amp;quot; (gemeint ist natürlich die Lexington, s.o.). Upper East Side. Ein kleines Hostel. Wir dürften eigentlich zumindest eine Nacht auch bei Rebecca und Gogo bleiben, aber man will ja nicht zur Last fallen, schließlich haben sie Kleinkinder. Der Rezeptionist spricht französisch und versteht unser Anliegen nicht. Wir haben für heute gebucht und für die übernächste Nacht. Ob es noch ein Zimmer für die Nacht dazwischen gäbe, und außerdem wollen wir die Zimmer wenigstens mal besichtigen. Er zeigt mir beide, ich erachte sie für OK. Wir brauchen 20 Minuten, um ihm die zwei, drei Details unserer Planung zu verklickern. Er ist nervös, da er auch mit dem Computerprogramm nicht zurechtkommt, und seine Lösungsstrategien nicht funktionieren, was mich allerdings auch gewundert hätte: Strategie Nr.1: Dieselbe Prozedur von vorne starten. Strategie Nr. 2: Doller auf die Tasten hauen. Sein Chef kommt vorbei, regelt alles schnell und ohne zu fragen.&lt;br&gt;Steffi fast entnervt, weil es in der dritten Etage zum Duschen kein warmes Wasser gibt. Eine Frage des Drucks. Im Erdgeschoss verbrüht man sich offenbar.&lt;br&gt;Smsen mit Rebecca, die auf uns wartet. Als die Kinder kamen, sind sie umgezogen. Ein Haus weiter. Immer noch in der 8th Avenue. Der Hochhauskomplex wurde eigentlich als &lt;i&gt;project&lt;/i&gt; gebaut, aber es wohnt eigentlich die ordentlich verdienende Mittelklasse drin, die sich sonst hier keine Wohnung leisten könnte. Die Wohnung ähnelt eigentlich der meiner Eltern in Lichtenberg, wo ich aufwuchs. Den Kindern wird's schon nichts schaden. Sie wissen ja noch nichts von diesen Mieten. Wie aber soll man das Wohnen in solch einer attraktiven Stadt wie New York organisieren, wenn man verhindern möchte, dass die mittelmäßig und unterdurchschnittlich Verdienenden wegziehen. Man braucht ja immer noch die Polizisten, Krankenschwestern usw. Zuteilung? Mietobergrenzen? Aber wer darf dann in die Innenstadt und wer nicht? Ich versuche, mir den schönen Abend mit meinem Gspusi, den beiden alten Freunden und ihren zwei Kindern nicht durch solch trübe Gedanken verderben zu lassen. Zum Abend gibt es Fisch. Ich sage Ja. Allmählich taste ich mich wieder ran. Da ich so viele Einschränkungen durch meine Laktose-Intoleranz erdulden muss, versuche ich, mir neue kulinarische Gebiete zu erschließen und wenigstens ab und zu Fisch zu testen. Gar nicht so übel.&lt;br&gt;Müde verlassen wir die kleine Familie gegen 23.30 Uhr und werfen noch einen Blick ins United Citizens Brigade Theater, das für mich vor sechs Jahren so inspirierend war. Tatsächlich startet gerade eine Gratisvorstellung. Warum nicht hineingehen. Wieder Sex-Trash, wir können es schon nicht mehr ertragen, geben der Sache eine halbe Stunde und verschwinden dann. Schade. &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/634298038827244929-7836589833229212503?l=www.danrichter.de%2Fleckerbissen%2Findex.html' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/7836589833229212503/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/06/25-april-2009.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7836589833229212503'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/634298038827244929/posts/default/7836589833229212503'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://www.danrichter.de/leckerbissen/2009/06/25-april-2009.html' title='25. April 2009'/><author><name>Dan Richter</name><uri>http://www.blogger.com/profile/14128761097161007138</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:extendedProperty xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' name='OpenSocialUserId' value='03623210372539923784'/></author><thr:total xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'>0</thr:total></entry></feed>