Was ich mal nicht mochte, jetzt aber immer noch nicht
Tocotronic
Fisch
Orgelfugen
Samt
Kalt duschen
Fußballgucken
Walt-Disney-Comics
Was ich mal mochte, jetzt komischerweise immer noch
Boney M.
Honig
Früh aufstehen
atonale Musik von Hanns Eisler
Texte meiner Kollegen der Chaussee der Enthusiasten
Zaubertricks
***
Alâ ed-Dîn hört auf seine Mutter, schmeißt Ring und Lampe weg. Ende der Geschichte.
Alâ ed-Dîn besteht darauf, die Lampe zu behalten. In den folgenden Tagen leben sie vom Verkauf der Schüsseln, deren Wert Alâ ed-Dîn nicht kennt. Er nimmt eine nach der anderen zum Basar, und verkauft sie einem Juden,
der gemeiner war als der Teufel.
Für jede Schüssel erhält er einen Dinar und der Jude flucht insgeheim, dass er ihm
Scheint eine seltsame Übersetzung aus dem Französischen zu sein. Denn der Dreier als Kleinmünze war nur in Norddeutschland gebräuchlich, nicht aber in Frankreich. In China schon gar nicht.
Nachdem die zehn Schüsseln und auch noch der Tisch verkauft sind, rubbelt Alâ ed-Dîn wieder an der Lampe, alles wiederholt sich. Nach dem Verbrauch der Lebensmittel will er wieder die Schüsseln verkaufen, wird aber von einem muslimischen Händler abgefangen, der ihn darüber aufklärt, dass
den Juden das Gut der Muslime, die den einigen Allah, den Erhabenen verehren, als erlaubte Beute gilt.
Man beachte, dass diese antisemitischen Zeilen vom Franzosen Galland verfasst wurden.
Der muslimische Händler gibt ihm siebzig Dinar pro Schüssel, und Alâ ed-Dîn lernt nun auf dem Basar das Handeln, verkehrt auch unter Juwelieren und erfährt so, dass die Steine, die er aus der Höhle geholt hatte, keine Glasmurmeln sind, sondern Edelsteine. Eines Tages läuft ein Ausrufer durch die Straßen der Stadt und befiehlt allen, sich zu verbergen,
denn die Herrin Badr el-Budûr, die Tochter des Sultans will sich ins Bad begeben. Jeder, der diesen Befehl übertritt, wird mit dem Tode bestraft werden.
Wie lange war wohl die Prinzessin nicht mehr baden?
Um sie zu beobachten, versteckt sich Alâ ed-Dîn hinter der Tür des Badehauses.
Wer streute Zauberschminke wohl auf die Blicke ihr Und pflückte Rosenblüten wohl von der Wange ihr? Ein nächtlich Dunkel ziert der Haare schwarze Pracht, Doch ihrer Stirne Licht erhellt die finstre Nacht.
Die ersten Verse in dieser Erzählung. Man beachte den Primreim der ersten beiden Zeilen.
Alâ ed-Dîn kehrt heim, legt sich nieder und wird liebeskrank.
Am Jekaterinburger Flughafen empfängt uns Irina. Ich habe noch nie eine russische Reisebegleiterin erlebt, die nicht Irina hieß. Wahrscheinlich eine zwingende Voraussetzung bei der Bewerbung um diesen begehrten Job Womöglich legen russische Eltern per Namensgebung den beruflichen Weg ihrer Nachkommen fest. Gennadis werden Metro-Rolltreppen-Reparateure und Irinas Reisebegleiter für deutsche Touristen. Der vom Goethe-Institut angeheuerte Fahrer wirkt wie einer jener Schlägertypen des KGB aus amerikanischen Spionagefilmen. Schweigsam, aber irgendwann, wenn er von oben das Kommando bekommt, wird er uns umlegen und seinem Kommissar Bericht erstatten. Bis dahin verhält er sich zugeknöpft und korrekt. Das früher Swerdlowsk genannte Jekaterinburg ist, so berichtet uns der Fahrer-Agent, nach Moskau, Petersburg und Nishni-Nowgorod die viertgrößte Stadt Russlands. Allerdings wird man das in den Städten Omsk, Nowosibirsk und Krasnojarsk, die wir in den nächsten Tagen besuchen, ebenfalls behaupten. Jekaterinburg scheint sich in der Phase der ursprünglichen Akkumulation zu befinden (s. Karl Marx: Das Kapital Band I): Holzhäuschen, Beton-Glas-Stahl-Konstruktionen und Sowjetfassaden wechseln sich ohne Sinn und Verstand ab. Die Hauptstraßen sind, wie uns auch auch aus anderen russischen Städten bekannt ist, dermaßen breit, dass man als Fußgänger einen halben Tag braucht, um auf die andere Straßenseite zu gelangen. Dabei fuhr zur Zeit ihrer Entstehung höchstens alle zwei Stunden ein PKW den Leninprospekt herunter. Jochen Schmidt argumentiert, es läge an den extrem breiten Flüssen Russlands. Doch warum sind dann die Straßen des am Mississippi-Delta gelegenen New Orleans so wurschtelig schmal? Ich vermute eher, dass die russischen Architekten nach der Oktoberrevolution alle erschossen wurden und man das Relaunch einer Kindergarten-Werkstatt übertrug: Patsche-patsche ? fertig ist die Straße. Der weitblickende Stalin ließ die Verantwortlichen erschießen, aber die Straßen wurden dennoch gebaut, denn die seherischen Fähigkeiten des Generalissimus ließen ihn schon damals erahnen, dass der zu hochprozentigem Alkohol neigende Russe als Autofahrer ein großzügig angelegtes Manövrierfeld benötigt. Das Hotel gehört zu den besten der Stadt. Falko Hennig, der vor kurzem ebenfalls in Russland aufgetreten war, hatte berichtet, dass man ihm die Rezeption per Anruf ein paar Abendhäppchen anbot, die nicht nur aus Kaviar, Wodka und frisch gezapftem Bier sondern auch aus frisch bezopften russischen Mädchen bestanden. Sollte man, nachdem man so oft derartige Angebote auf der Oranienburger Straße abgelehnt hat, sich nicht wenigstens mal nach dem Preis erkundigen. Aber was, wenn es nachher bloß 2,99 Euro kostet? Dann kann man sich schlecht rausreden, das es einem zu teuer wäre. Man könnte ja auch nur mal mit dem zu einer derart erniedrigenden Arbeit gezwungenen Mädchen reden, und das unter "Recherche" verbuchen, wobei ich natürlich nichts dagegen hätte, wenn mir das arme Mädchen während unseres Gesprächs den Nacken massiert. Oder die Füße, oder den Bauch, oder die Schläfen, den Rücken, die Oberschenkel. Ab welcher Art von Massage würde ich meine Freundin betrügen? Doch eigentlich nur, wenn das Mädchen einen Körperteil berührt, der von meinem Slip eingefasst wird. Aber heißt das, dass Beziehung, Treue und Liebe nur auf Hintern und Genitalien beschränkt sind. Treue oder Betrug ? das fängt doch im Kopf an. Und wenn es alles nur eine Frage des Kopfes ist, dann könnte ich auch gleich die Hose runterlassen. Angstvoll schiele ich nach 23 Uhr immer wieder auf das Telefon, aber es bleibt still. Glück gehabt.
***
Die Geschichte von Alâ ed-Dîn und der Wunderlampe (Aladin)
In einer Stadt in China lebt ein armer Schneider, dessen Sohn Alâ ed-Dîn heißt.
Und dieser Knabe war von seiner Jugend auf ein Tunichtgut und Taugenichts.
Schon dieser Anfang ist anders konstruiert als die bisherigen Erzählungen, und es ist unglaubwürdig, dass Galland die Geschichte woanders als in seinem Kopf "gefunden" hat:
Der Held ist bei 1001 Nacht in der Regel noch gar nicht geboren.
Warum hat er einen arabischen Namen, wenn er in China lebt?
Warum heißt er genau so wie der Held der vorherigen Geschichte?
Tunichtgut und Taugenichts scheinen auch eher vom europäischen Ethos geprägte Bezeichnungen zu sein als typische zu überwindende Eigenschaften.
Alâ ed-Dîn spielt nun auch lieber
mit den anderen Buben, Lehrlingen,
als seinem Vater zu helfen, welcher dann auch stirbt.
Seine arme, unglückliche Mutter aber musste ihn von dem ernähren, was sie durch Spinnen mit eigener Hand verdiente, bis er fünfzehn Jahre alt war.
Spinnen als Handwerk der Ärmsten - auch ein europäisches Motiv?
Eines Tages kommt ein maurischer Derwisch in die Stadt, der Alâ ed-Dîn beobachtet:
"Dieser Knabe da ist ja der, den ich suche."
Dass der Derwisch ein Maure sein soll, scheint mir ebenfalls eine europäische Projektion. In der Figur des Mauren sammelt sich das Unheimliche, das Exotische, das Dunkle, das Afrikanische verbindet sich mit dem Orient. Der Derwisch wäre eher im persischen Raum zu vermuten, bestenfalls in Ostafrika.
Der Derwisch gibt sich als Oheim Alâ ed-Dîns aus und beklagt den "Tod seines Bruders". Er erklärt, Alâ ed-Dîn solle nun wie sein Sohn sein, gibt ihm zehn Dinare und kündigt seinen Besuch bei ihm und seiner Mutter an. Die Mutter scheint einigermaßen verwundert über den nie gekannten Oheim, kocht aber am nächsten Tag, als Alâ ed-Dîn wieder mit zwei Dinaren heimkommt ein gutes Essen, um den Mauren zu empfangen. Langwierig erzählt der Maure (man könnte auch sagen Galland) eine dürre Geschichte, wie er von seinem angeblichen Bruder getrennt wurde und nun nach vierzig Jahren wieder zurückkehrte. Er fragt nach dem Handwerk Alâ ed-Dîns und die Mutter klagt:
"Mühsam spinne ich Baumwolle Tag und Nacht."
Der Derwisch verspricht Alâ ed-Dîn, ihn zu einem feinen Kaufherrn zu machen. Da
freute er sich sehr; denn er wusste genau, dass diese Herren alle immer feine und saubere Kleider tragen.
Ich kann mir nicht helfen - auch das klingt für mich europäisch.
Am nächsten Tag führt der Maure Alâ ed-Dîn zum Basar, kleidet ihn ein, geht mit ihm ins Badehaus, trinkt mit ihm Scherbett und
zeigte ihm die Stadt, die Moscheen und alles Sehenswerte, was es in dem Orte gab.
Das sollte Alâ ed-Dîn, der Herumtreiber noch nicht gesehen haben?
Сибирь занимает большую территорию 2 Strickkleider und Schnarch-Lacher
Angeblich sind die Zwischenansagen des Kapitäns und der Stewardessen auch auf Deutsch. Erkennen kann man es nicht, der Tonfall und der Klang sind dieselben. Als wir in Moskau ankommen, jammert Jochen, er habe im Flugzeug nicht schlafen können. Somit ist Jochen Schmidt der einzige Mensch, den ich kenne, der auch im Wachsein schnarcht, von ein paar Schnarchlachern abgesehen, deren Vorkommen in meiner unmittelbaren Umgebung in den letzten Monaten zugenommen hat. Ein Schnarchlacher ist ein Mensch, dessen Lachen zwar einigermaßen verhalten klingt, der dann aber beim Luftholen kräftig grunzt. Haben die dafür zuständigen Ärzte den Grund für dieses Phänomen schon mal untersucht? Ich glaube nicht. Passkontrolle. Jochen wird angeschnauzt, weil er unverschämterweise kein Einreiseformular ausgefüllt hat. "Ot kuda?", fragt er und will wahrscheinlich wissen, woher man diese Papiere bekommt, ich vermute aufgrund der barschen Reaktion der Flughafenaufpasserin einen Vokabelfehler. Willkommen in Russland. In der Nähe des Flughafencafés, von dem wir abgeholt werden sollen, legen wir uns auf die Wartebänke zwischen die jemand Videosäulen gebaut hat, auf denen ein Drei-Minuten-Video des World Wildlife Funds läuft. Ein Jaguar und ein Hirsch. Der Hirsch, dann wieder der Jaguar. Der Jaguar im Schnee, der Hirsch im Schnee. Der Hirsch bei Nacht, der Jaguar bei Nacht. Wie in einem Liebesfilm fragt man sich: Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht? Oder anders gefragt: Unter welchen Umständen kriegen sie sich? Aber der Zuschauer wird enttäuscht. Wie in einer Liebeskomödie aus den 50er Jahren sieht man das Paar erst am Morgen danach. Der Jaguar kaut schon etwas übersättigt an den Hirschresten. Hab ich etwas verpasst? Ich habe in den nächsten 5 Stunden genug Gelegenheit, meine Filmanalyse zu verifizieren, denn der dreiminütige Jaguar-Hirsch-Clip läuft hier als Endlos-Schleife. Unsere deutsche Begleiterin Dana, die man uns für die nächsten Tage als Beschützerin zugeordnet hat, können wir gar nicht erkennen, so russisch ist sie gekleidet. Aber das ist ein Schicksal, das anscheinend jedem widerfährt, der länger als ein halbes Jahr hier lebt. In der Schule konnte man früher auch die Russischlehrerinnen, die ein Jahr lang in Moskau studiert hatten, an ihrer Vorliebe für unvorteilhafte Strickkleider, altmodische Tropfenformbrillen, unzweckmäßige Plastegürtel und eigenwilliges Naschwerk identifizieren. Der Binnenflughafen Scheremetjewo 1, zu dem uns Dana lotst, wirkt, als hätten ihn russische Leibeigene vor der Erfindung der zivilen Luftfahrt erbaut. Die slawische Rustikalität des Gebäudes und der hier angebotenen Nahrung kontrastiert auf beeindruckende Weise mit der distinguierten Preisgestaltung der Cafeteria. Ein gleichzeitig geschäftsmännisch aber auch polit-mafiös wirkender Bartträger, den ich instinktiv-rassistisch als Armenier einordne, setzt sich, drei Russen nehmen neben ihm Platz, und ein Sonnenbrillenträger baut sich ostentativ als Personenschützer am Eingang des Cafés auf. Die drei Russen sind die Idealtypen des russischen Mannes: 1. der fette Alkoholiker-Macho á la Jelzin 2. der fetthaarige Funktionär á la Karpow 3. der Bodybuilder á la Iwan die Kampfmaschine in Rocky IV Um ein Binnenflugzeug in Russland zu besteigen, muss man sich beim Sicherheits-Check fast bis auf den Leoparden-Schlüpper ausziehen. Ich vermute, dass sie nur von ihrer mangelhaften Durchleuchte-Technik ablenken wollen. Wenn man kein Messer mitnehmen darf, warum gibt es dann in der Ersten Klasse Stahlbesteck und Glasflaschen? Die Sitzreihen sind diesmal so eng, dass sogar Jochen Probleme hat. Falls sich mein Vordermann anlehnt, werde ich mir die Kniescheiben brechen. Jochen hat den Gangsitz, aber sobald er seine Beine etwas rausschiebt, pfeifen ihn die Stewardessen zusammen. Müssen die eigentlich auch einen Freundlichkeitskurs belegen. Der Umstand, dass sie auf diesem Flug nur sachlich und nicht mürrisch sind, scheint das zu belegen. Ankunft Jekaterinburg. Die übliche Hektik bei der Landung. Diesmal ist das Flugzeug gerade erst einmal aufgedetscht und noch nicht mit dem Bremsen fertig, als schon einige Eifrige aufstehen. Es nutzt ihnen nichts. Beim Warten aufs Gepäck sehen wir uns alle wieder. Eine Gruppe Kaukasier hat Pech gehabt. Das Gepäck ist auf dem Rollfeld vom Laster gefallen, aber jetzt ist leider Mittagspause in Jekaterinburg, da könne man nichts machen. Kaukasier sind in Russland eben nur Kaukasier und stehen in der sozialen Hierarchie irgendwo zwischen Dieb und Hund. Und so müssen die Kaukasier bis zum nächsten Flug warten und der kommt in fünf Stunden.
Als genuesische König erwacht,
sah er Alâ ed-Dîn und seine eigene Tochter auf seiner Brust sitzen,
die ihn auch noch mit Waffengewalt überreden wollen, zum Islam zu konvertieren.
So könnte im Jahre 2008 ein Horrorfilm beginnen: Ein Staatsoberhaupt wacht auf, und auf seiner Brust sitzt seine plötzlich zum Islam konvertierte Tochter, begleitet von einem grimmigen Moslem.
Da zückte Alâ ed-Dîn den Dolch und durchschnitt ihm die Kehle von Ader zu Ader. Dann schrieb er auf ein Blatt, was sich zu getragen hatte, und legte es ihm auf die Stirn.
Die Prinzessin ist in der Lage, den Zauberstein zu bedienen, den sie reibt. Es erscheint ein Ruhelager, mit dem sie sich in die Lüfte erheben und fliehen. Der Stein versetzt sie außerdem in die Lage,
in einem öden Tal Bäume wachsen und einen Fluss fließen zu lassen, an dem sie die religiöse Waschung vollziehen können
einen Tisch mit Speisen erscheinen zu lassen
einen Ritter erscheinen zu lassen, der die Truppen bekämpft, die der Bruder der Prinzessin ihnen hinterhergeschickt hat
vgl. Tischlein-deck-dich bei Grimms, wo der Reiter seine Entsprechung im Knüppel-aus-dem-Sack hat
Man reist weiter nach Alexandrien, wo sie Ahmed ed-Danaf treffen. Mit dem fliegenden Ruhelager reisen sie über den Umweg Kairo, wo Alâ ed-Din seinen Vater wiedertrifft, nach Bagdad, wo er seinen nun zwanzigjährigen Sohn Aslân zum ersten Mal sieht. Der Kalif führt den Erzdieb Ahmed Kamâkim vor.
Sofort zog Alâ ed-Dîn sein Schwert und schlug ihm den Kopf ab.
Der Kalif lässt den Ehevertrag für Alâ ed-Dîn und die genuesische Prinzessin Husn Marjam schreiben.
Als er dann zu ihr einging, fand er, dass sie eine undurchbohrte Perle war.
Aslân wird zum Hauptmann der sechzig ernannt.
Hier endet die Geschichte, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass am Ende Zauberstein und Dämonen quasi hervorgezaubert wurden, um die Handlungsstränge zusammenzuknoten. Die Idee von einer erzählenswerten Geschichte ist hier völlig anders - es geht viel mehr ums Erzählen selbst, die Geschichte von Alâ ed-Dîn ist die einer seltsamen Biografie, weniger die von einer seltsamen Begebenheit.
Ende
Die 269. Nacht wird zwar fortgesetzt, ist aber außergewöhnlich lang, da Galland hier die (wahrscheinlich von ihm selbst erfundene) Geschichte von Alâ ed-Dîn und der Wunderlampe eingefügt hat.
Mein Neffe Matti reagiert erstaunlich freudig auf Bau, den "Nüdlüchen Hund"
***
Erst von den Dienern erfährt Alâ ed-Dîn, dass sein Vater Vorsteher der Kaufmannsgilde ist,
"und er gilt als Fürst unter den Arabern."
Er gestattet es sogar seinen Sklaven, bis zum Wert von 900 Dinaren, Geschäfte ohne seine Zustimmung abzuschließen.
Sklaven als Prokuristen?
Alâ ed-Dîn bittet nun seine Mutter, seinen Vater umzustimmen, damit er gegenüber den anderen Händlern als Sohn seines Vaters angesehen werde und dadurch in den Genuss dieser Privilegien komme, falls sein Vater stürbe. Der Vater ist einverstanden. Man ist und trinkt Scherbette. Als sie jedoch nach dem Bad zum Basar gehen, ernten sie misstrauische Blicke, und die Kaufleute wollen ihn absetzen, da sie glauben, er hege
König el-Ghajûr nimmt nach vier Wochen seine Tochter Budûr wieder mit in seine Heimat. Ebenso el-Amdschad, den er zum Herrscher macht. El-As'ad wird zum Herrscher über die Ebenholzinseln, und Kamar ez-Zamân reist mit seinem Vater zurück nach Chalidân, wo er von nun an herrscht.
Unklar bleibt außerdem: Was geschieht mit Hajât en-Nufûs?
Ende
***
Da sprach der König: "Schehrezâd, dies ist wirklich eine ganz wundersame Geschichte!" Doch sie erwiderte: "Hoher König, sie ist nicht wundersamer als
Die Geschichte von Alâ ed-Dîn Abu esch-Schamât
In Kairo lebt ein reicher Kaufmann namens Schams ed-Dîn, dessen Reichtümer uns Schehrezâd aufzählt.
Und er war Vorsteher der Kaufmannsgilde von Kairo.
Er ist mit seiner Frau schon vierzig Jahre verheiratet, doch sie können keine Kinder bekommen. Als er eines Tages die Söhne der anderen Kaufleute betrachtet, beneidet er diese.
Jener Tag aber war ein Freitag, und so ging der Kaufmann in das Badehaus und vollzog die Freitagswaschung.
In diesem Kontext anscheinend religiös besetzt, aber auch in deutschen Arbeiterfamilien kannte man das: Die Arbeitswoche war vorbei. Es wurde gebadet - erst die Kinder, dann die Mutter, am Schluss der Vater. So wie man auch beim Abwasch erst die Gläser, dann die Teller und am Schluss die Töpfe spült.
Meine Großeltern mussten immer noch extra einen großen Wassertopf zum Kochen aufsetzen, um in der großen Zinkwanne zu baden. Ein Badezimmer erschien ihnen als großer Luxus. Ich erinnere mich, dass, wenn mein Großvater uns besuchte, er es für völlig abwegig hielt, an einem anderen Tag als einem Freitag zu baden. Selbst im Urlaub. Aber auch in unserer Familie hielt sich die Tradition des Freitagsbads. Wir Kinder wurden zwar dreimal wöchentlich gebadet. Aber kein Freitag ohne Bad.
Elfentanz und Tortenschlacht
Bei uns wurde nicht geduscht, bei uns wurde gebadet. Zwei bis dreimal pro Woche, je nach Verschmutzungsgrad. Die Badetage waren flexibel, nur der Freitag war fix. Am Freitagsbad wurde nichtgerüttelt. Vielleicht ein Überbleibsel aus der proletarischen Tradition meiner Eltern, als Baden ein Topluxus war. Wurde beim Essen in den Familien darauf geachtet, dass das erste Stück und größte Fleisch der Vater bekam, dann die Mutter, die großen und am Schluss die kleinen Kinder, war es beim Baden andersrum: Erst stiegen die Kinder in die Wanne, an deren kleineren Körpern befand sich vermutlich wesentlich weniger Schmutz, dann die Mutter und am Ende der Vater, auf dessen Körper eine Schicht aus Schweiß, Ruß und Schmieröl lag.
Soweit zur Tradition des Freitags. Aber Freitag war bei uns nicht nur Bade-, sondern auch Lern- und Spaß-Tag. Meine ausführlichen Untersuchungen der Konsistenz von Badeschaum, der Einfangbarkeit von Furzblasen mit dem durchsichtigen Zahnputzbecher meiner Schwester, der Luftanhalte- und Seifenblasentest, der meditativen Betrachtung der Finger beim Schrumpeln, fanden spätestens 18.15 Uhr ein jähes Ende. Dann nämlich war die langweiligste Fernsehsendung aller Zeiten namens "Drehscheibe" vorbei, und es blieben mir noch fünf Minuten, bis "Spaß" anfing. "Spaß" war der familieninterne Titel für eine wöchentliche ZDF-Zusammenstellung alter Stummfilme, die offiziell "Väter der Klamotte" genannt wurde. In diesen fünf Minuten musste ich gewaschen und abgetrocknet sein und im Schlafanzug auf dem Sessel sitzen.
Das Intro war ein Reigen fulminanter Explosionen kindlichen Wahnwitzes: Eine Frau verliert beim Tanz ihren Rock und steht in Unterwäsche da, einer Ritterrüstung wird der Kopf abgeschossen, es wir geschielt, geschüttelt, gestürzt, geschlagen, Menschen fliegen durch die Luft, Flüssigkeiten und Sachbeschädigungen haben einen prominenten Platz in diesem Höllenkurzfilm, dessen Tempo und Schnittfrequenz die Musikvideoclips der 90er Jahre antizipiert. Der Text des Intro-Lieds, dessen Melodie Fröhlichkeit suggerierte und dessen alberne Instrumentierung signalisierte, jetzt komme etwas Ulkiges, bei dem gelacht werden dürfe, gab mir Rätsel auf. Bekannte Floskeln wie "Guten Abend, liebe Leut?" wechselten sich ab mit einer Kaskade an Fremdwörtern wie "Motto", "Kapriole" und "Elfentanz".
Teilweise thematisierte der Songtext genau das, was zu sehen war ? eine Tortenschlacht, einen wilden Löwen. Aber wenn bei der Zeile "Schöne Frauen" eine alte Transe gezeigt wurde, war selbst einem Fünfjährigen klar, dass das nicht ernstgemeint sein konnte. Bei "Kapriolen" sah man einen sich in einem fort überschlagenden Radfahrer. Jahrelang waren Kapriolen für mich genau das: Sich in einem fort überschlagende Radfahrer. "Muskelpracht" ? ein Boxer spannt seinen Bizeps so sehr an, dass es aussieht, als röche er an seinem Boxhandschuh, ich glaubte jahrelang, dass das alle Boxer vor einem Kampf täten. Dass der Cowboy in der Zeile "Starke Helden" mit seinem Revolver zittert, hielt ich auch für üblich unter Revolverhelden. Was ein Elfentanz (ich verstand immer Elfertanz) ist, blieb mir unklar, und statt "Vagabunden" verstand ich "wohl verbunden", was auch die beiden nebeneinander ruhenden Penner nahelegten.
Das sich verschiebende Drei-D-Gemälde gehört zu den besten Special Effects der Filmgeschichte, ich habe so etwas nie wieder gesehen.
Die Filme selbst dürften jedem Stummfilmliebhaber Tränen in die Augen getrieben haben, für Kinder waren sie genau die richtige Mischung aus Anarchie und Blödelei: Zunächst wurde alles ins ZDF-20-Minuten-Format gepresst und entsprechend beschnippelt. Was aber mit der Stummheit der Stummfilme tun? Im Fernsehen darf es per definitionem keine Stille geben, sonst weiß der Zuschauer nicht, ob sein Apparat eine Tonstörung hat. Und so kommentierte Hanns Dieter Hüsch jede Szene und verdoppelte das Gesehene: "Hups, Charley, das ging ins Auge!" ? "Dieses Gewicht hält keine Unterhose aus!"
Oder er verlieh den eigentlich stummen Akteuren eine Stimme: "Her mit dem Teller!" ? "Hier nimm die Torte!" ? "Nanu, der Bart ist angeklebt!" ? "Lieber angeklebt als angeschmiert!"
Die Musik des ZDF-Hauskomponisten Fred Strittmatter lud den Filmen eine dritte Ulkigkeitsebene auf, und zwar mit einer Kompositionstechnik, die man Mickymousing nennt und die Leopold Mozart in seinen Kinderkompositionen vorweggenommen hat: Rennt Micky die Treppe runter, vollführt die Musik dieselbe Bewegung, dasselbe bei Ohrfeigen, Ausrutschern, Sprüngen usw. Kein Gag darf unbemerkt bleiben, jede Derbheit muss unterstrichen werden.
Man lernte die Creme de la Creme der amerikanischen Slapstickfilme kennen: Charley Chase, Harold Lloyd, Charley Chaplin und den dicken Fatty Arbuckle, den wir nur "fette A-Backe" nannten, schon klar, dass man im Fernsehen nicht "Arschbacke" sagen durfte. Mein Liebling war schon damals Buster Keaton, der keine Miene verzog, wenn sich die Welt der Apparate gegen ihn verschwor.
Beim Abspann poltert ein Fettwanst durch den Kamin und ist mit Spaghetti oder einer schleimigen Suppe beschmaddert. Lächerlicherweise wird ihm von Hüsch dabei der Ruf "Schööön!" untergelegt, wie übrigens jedem, der sich bei "Spaß" mit irgendetwas bekleckerte. Und während ich quasi intuitiv die Bedeutung des Wortes Kapriolen lernte, glaubte ich hier, das Wort "schön" habe noch eine andere, vielleicht anzügliche, nur Erwachsenen verständliche Bedeutung. Vielleicht verhörte ich mich ja auch, und die Schmadderopfer sagten gar nicht "schön", sondern "Schöb" oder "Schöm" oder "schöl".
Unmissverständlich war jedoch: "Gute Laune, gute Laune, gute Laune Tag und Nacht!", gebadet, und gereinigt an Körper und Geist ging ich freitags um 19 Uhr gut gelaunt ins Bett.
Väter der Klamotte
Guten Abend, liebe Gäste, wir erfreuen euch aufs Beste. Mit Klamotten, Komödianten, die schon unsre Väter kannten.
Guten Abend, liebe Leut', Lachen ist das Motto heut'. Tempo jetzt! Die Zeit verrinnt! Vorhang auf! Der Spaß beginnt.
Schöne Frauen, wilde Löwen, Elfentanz und Torten-Schlacht, starke Helden, Vagabunden, selten hat man so gelacht.
Süße Worte, Kapriolen, Wasserstrahl und Muskel-Pracht machen Spaß am Feierabend. Gute Laune, gute Laune, gute Laune, Tag und Nacht.
Tempo jetzt! Die Zeit verrinnt! Vorhang auf! Der Spaß beginnt.
"Schööööön..."
Nach dem Bad
blickte er auf seinen Bart und sah, dass die weißen Haare darin die schwarzen bedeckten, und dachte daran, dass die weißen Haare Vorboten des Todes sind.
Zuhause tritt er den von seiner Frau gedeckten Tisch um und fährt sie an:
El-Amdschad erfährt, dass er sich in der Stadt der Magier befindet:
"Ihre Bewohner beten zum Feuer anstatt zum allmächtigen König."
Unklar, wer diese Auskunft erteilt, wenn doch alle Bewohner Magier sind. Erinnert an die lügenden Kreter. Auch unklar: Ob es dieselbe Magier-Stadt ist, in der Kamar ez-Zamân als Gärtner arbeitete
Der Weg zur Ebenholzstadt, so erfährt er, ist
zu Land eine Reise von eine Jahr, zur See aber eine Fahrt von sechs Monaten.
Wieder diese seltsame Zeitverschiebung. Die Brüder waren doch lediglich ein paar Tage unterwegs.
El-Amdschad trifft auf einen muslimischen Schneider, der ihm anbietet, bei ihm zu wohnen.
Nun blieb der Prinz eine Reihe von Tagen bei ihm, während dieser ihn tröstete, ihm Mut zusprach und ihn im Schneiderhandwerk unterrichtete, bis er es gelernt hatte.
Mein Laptop-Kabel war defekt. Ich kaufte mir ein neues bei Ebay. Kann man dem Verkäufer vorwerfen, dass das Kabel nach billigem Parfüm stinkt? Ich sehe regelrecht den einsamen dicken Laptop-Kabel-Händler in seiner traurigen mit Laptop-Kabeln zugehängten Wohnung, und stündlich versucht er, sich über seine Existenz mit Parfüm zu trösten. Da aber der Laptop-Kabel-Handel nicht so viel einbringt, langt es nur zu billigem Parfüm. Ich kann den Laptop nur noch im Batteriebetrieb bedienen und muss die Akkus in meinen Arbeitspausen über besagtes Kabel aufladen. Wichtig: Händewaschen nicht vergessen, sonst träumt man beim Mittagsschlaf von einsamen dicken Laptop-Kabel-Händlern, die sich über ihr billiges Leben mit billigem Parfüm trösten. Das Tolle am Internet ist, dass man andere an sinnlichen Wahrnehmungen teilhaben lassen kann: Musik, Texte, Bilder, Filme usw. Nur Geruch- und Geschmackswahrnehmungen waren bisher von er Datenfernübertragung ausgeschlossen. Ich habe nun extra das Dateiformat .muff kreiert, dass einfache Gerüche wie z.B. billiges Russenparfüm digital komprimiert speichern kann: Download: www.danrichter.de/leckerbissen/2008/parfum.muff Den Muff-Player veröffentliche ich demnächst.
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Regal Soziologie
Elftes Buch von links
Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft
Erworben: 26.1.2003 im 10bändigen Schuber Status: Von 2003 bis 2006 ca. 1 Seite täglich gelesen. Erster Satz: "Die folgenden Untersuchungen betreffen das Sozialsystem der modernen Gesellschaft. Kommentar: Im Nachhinein bereue ich es beinahe, diesen Blog nicht zu "Gesellschaft der Gesellschaft" zu schreiben, sondern manchmal mich durch langwierige Storys über orientalische Liebende, die nicht zueinander kommen, zu fräsen. "Die Gesellschaft der Gesellschaft" ist eines der wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Das letzte große von Luhmann zu Lebzeiten fertiggestellte Werk. Er schreibt hier völlig auf der Höhe seiner intellektuellen und stilistischen Fähigkeiten. Die Zeiten des vorsichtigen Stocherns im Moor der neuen Theorie (wie z.B. in "Soziale Systeme) sind vorbei. Er weiß, worum es ihm geht, er bewegt sich sicher in seiner eigenen Theorie und muss sich nicht in einem fort links und rechts mit hölzernen Begriffen und unübersichtlicher Syntax absichern.
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Prinzessin Budûr nimmt ein Bad
Offenbar allein, sonst flöge der Schwindel auf.
Armanûs, der König der Ebenholzinseln ist erfreut über die Ankunft Budûrs, da er glaubt, nun einen Schwiegersohn gefunden zu haben:
"Drum soll sie dein sein, mein Sohn." (...) Da senkte die Herrin Budûr ihr Haupt und vor Verlegenheit perlte ihre Stirn von Schweißtropfen.
Sie befürchtet, Armanûs würde, falls sie ablehnt und weiterreist, ihr hinterherjagen und sie töten lassen, andererseits käme bei einer Hochzeit die Wahrheit heraus.
Intoleranz gegenüber Homo-Ehe auf den Ebenholz-Inseln
Budûr willigt ein, und der König verpasst ihr die Sultanswürde. Es wird ein Fest gefeiert, die Emire einberufen,
und ein jeder, der sie anblickte, ward durch das Übermaß ihrer Schönheit und Anmut so erregt, dass er seine Hosen nässte.
Die Hochzeit mit Hajât en-Nufûs wird rasch gefeiert, und als die beiden alleingelassen werden, tut Budûr nichts als Trauer-Verse rezitieren und Hajât en-Nufûs auf den Mund zu küssen. Dann dreht sie sich um und schläft. Am nächsten Tag regiert Budûr und spricht Recht. Sie verleiht den Emiren Ehrengewänder und schafft die Gebühren ab. Als sich Budûr auch in der zweiten Nacht nicht um die Entjungferung Hajât en-Nufûs' kümmert, beklagt sich diese am nächsten Morgen bei ihrem Vater, der ihr verspricht, Budûr in dem Falle der weiteren Penetrations-Veweigerung ihrer Ämter zu entkleiden und sie aus dem Land zu jagen.
Endlich sind Kamar ez-Zamân und Marzuwân allein, und dieser berichtet dem Prinzen die ganze Geschichte.
Wenn je ein Freund der Freundin abhold ward, Und immer in der Abkehr noch beharrt, So eine und verbinde ich die beiden, Gleichwie die Zapfen in der Schere Schneiden.
Und beide gingen ins Badehaus, wo sie sich den Leib badeten und sich wuschen.
Die beiden Jünglinge Azîz und Tâdsch el-Mulûk werden vom Wesir ins Badehaus geführt.
und im Badehaus schien es, als habe der Dichter ihnen die Worte geweiht:
Wohl seinem Badediener, wenn dessen Hand berühret Den Leib, der wie aus Wasser und Licht geschaffen ward! Ohn Unterlass übt er sein Handwerk fein behutsam, Dann ist's, als gewönne er Moschus vom Leibe wie Kampfer so zart.
Gemeinsam mit dem Vorsteher begeben sie sich zurück zum Markt und gehen vor ihm her.
Nun sah er ihre Hüften sich bewegen, und da begann die Leidenschaft sich in ihm immer stärker zu regen; er schnaubte und schnaufte und konnte sich kaum noch beherrschen, er wollte sie mit den Augen verschlingen und begann, diese Verse zu singen:
Das Herz liest das Kapitel alleinigen Besitzes; Den Abschnitt über die Teilung mit anderen schlägt es nicht auf. Kein Wunder ist's, wenn es ob solcher Last erhebet; Bewegen sich doch am Himmel die Sphären im Lauf.
und ferner sprach er:
Mein Aug erblickte die zwei, die auf die Erde traten - Die beiden liebt ich auch, wenn sie ins Aug mir träten
Man stelle sich heute einen Marktvorsteher (Börsenvorstand) vor, der solche Lieder singend den Markt betritt.
Als sie solches von ihm hörten, beschworen sie ihn, mit ihnen wieder ins Bad zu gehen.
Dies nun scheint völlig unklar. Sind sie auf einmal selbst nicht abgeneigt, Dunja hin oder her? Oder sind sie für die erotische Komponente der Verse völlig taub? Außerdem unklar: Azîz ist ja nun kastriert. Ist dies dem Vorsteher entgangen oder ist es gerade das, was ihn anmacht?
Tâdsch el-Mulûk besteht darauf, den Vorsteher selber waschen zu dürfen.
Früher hätte man gesagt: "Ist ja nur ein Märchen."
Man lobt die Vorzüge des Bades. Und nach diesem Tag spricht sich die Schönheit von Tâdsch el-Mulûk in der Stadt herum.