In der kommenden Nacht geht Azîz erneut in den Garten, wieder kann er der Versuchung nicht widerstehen und beginn zu essen, wird müde, schläft ei. Er erwacht am Morgen.

Da fand ich auf meinem Leibe einen Knochenwürfel, ein Schnellholz, den Stein einer unreifen Dattel und einen Johannisbrotkern.

Base weint daheim und rezitiert.

Anders wäre es auch schon komisch.

Sie deutet:

  • Knochenwürfel und Schnellholz = Du bist hier, aber dein Herz ist fern.

  • Dattel = Ein Liebender hätte nicht geschlafen

  • Johannisbrotkern = Des Liebenden Herz ward müde.

Die Message lautet:

Ertrag unsere Trennung mit einer Geduld von Hiobs Art.

Um ein weiteres Einschlafen/Bedecktwerden/Nachhausekommen/Weinende-und-rezitierende-Base-deutet-die-Zeichen zu verhindern, soll Azîz nun essen, bevor er in dn Garten geht. Dies tut er auch.

Unklarer Gegenstand: Schnellholz. Dass Würfel früher aus Knochen gemacht wurden, hatte ich bereits gehört. Aber es mutet seltsam an, und Würfelspiel bekommt dadurch so etwas Morbides. Man sieht schon die allegorienhaften Radierungen aus der Frührenaissance vor sich, in denen verschmitzte Bauern mit dem Tod würfeln, möglichst auf einer Militärtrommel. Ich habe kein konkretes Bild vor Augen, eher ein zusammengestückeltes. Aber das ergibt sich, wenn ich das Wort "Knochenwürfel" höre oder lese.

Im Übrigen ähnelt das Motiv des ständig im Garten vor einem Tisch einschlafenden Liebenden einem Motiv eines Märchens aus der Grimms-Sanmlung: Die Rabe. Ob es außerhalb dieses Märchens eine weibliche Form des Wortes "Rabe" gibt, ist mir unbekannt. Ich denke, heute zählt "Rabe" zu den wenigen deutschen Substantiven, die auf "e" enden und dennoch maskulin sind:

  • Käse

  • Bube

  • Knabe

  • Jude

  • Lude

  • Hase

  • Rabe

117. Nacht
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