Wie kann ich, was ich heut mit Freuden les, behalten?
Mich packt die Freude, die Erkenntnis, wenn’s gelesen,
doch hinterher ist’s oft, als wär es nie gewesen.
Ach, könnte ich nur mein Gedächtnis klar entfalten.

Ich würd mein Denken und mein Singen ausgestalten.
Die Augen reib ich, leg das Büchlein auf den Tresen,
denn mein Versprechen, stets zu lesen, gilt es einzulösen.
Könnt ich mein Wissen, wie ein Archivar verwalten!

Soll ich denn die Lektüre ständig wiederholen,
so wie ein Kind – ’s liest hundertmal dasselbe Buch.
Doch will ich mehr. Und das ist wohl mein Fluch.

Als hätt das neue Wissen altem Platz gestohlen.
Ich fresse, statt zu lesen, es bleibt Zeitvertreib.
Nur wenn man’s neu verknüpft, es wirklich bleibt.

Lesen
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