Die meisten Improvisationsspieler scheinen der Auffassung zu sein, man müsse genügend Techniken, Schemata und Formeln lernen oder sich Listen zulegen, um immer besser spielen zu können. Man habe dann einen großen Sack an Erfahrungen und Möglichkeiten, aus dem man sich bedienen könne.
Ich sehe das anders: Natürlich benötigt man Techniken, das sind in unserem Falle vor allem Schauspiel- und Bühnentechniken. Improvisation hingegen ist kein Regelset: Es geht vielmehr darum, die inneren Schranken und Blockierungen zu überwinden und den Geist des freien Spiels freizusetzen. Das bedarf einer offenen und subtilen Geisteshaltung. Die in der Improvisation gelehrten „Regeln“ (Akzeptieren, Zuhören, Beteiligung usw.) sind eher Hilfestellungen, um diese Freiheit zu erreichen.
Um diese These zu prüfen möge man sich an talentierte Anfänger erinnern, die zwar stellenweise etwas grobschlächtig oder ungelenk spielen, die aber eine Freiheit ausstrahlen, die einen einfach mitreißt.

Auffassungen von Improvisation
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