„In Stuttgart hab ich so ein Erlebnis gehabt, da bin ich dann irgendwie so auf die Bühne gegangen, wo ich gar nicht wusste, wo die ist. Und das war ein schöner Abend, da war auch noch Stromausfall. Und das kann dir beim Film nicht passieren. Du bist ja ständig am Planen. Wir haben zwar auch improvisiert in dem Film [Texas]…, „

Schlingensief: „Wo liegt eigentlich der Unterschied? Ich hab auch Klavierunterricht gehabt, ich kann überhaupt nicht improvisieren. Kriegt man das beigebracht oder kann man so was? Wie kommt das? Absolutes Gehör? Oder wie kommt das, dass man improvisieren kann?“
Helge Schneider: „Absolutes Gehör hab ich nur bedingt. Ich hab so ’ne Art Gewohnheitsgehör. Aber absolutes Gehör hab ich nicht. Das muss man auch nicht haben, das hat nichts mit Musikalität zu tun. Musikalität ist die Fähigkeit, etwas, das man singen könnte umzusetzen, auf irgendeinem Instrument. Es ist ganz egal welches. Deshalb spiele ich auch so viele Instrumente: Weil ich gelernt habe, das was ich gedacht habe, für mich zu spielen. Ich kann also jedes Instrument lernen, wenn ich weiß, wie das technisch funktioniert. [Und dass man improvisieren kann] das ist ne Gabe, die man nicht erklären kann. (…)
„Ich hab auch immer gemalt. Ich war ein besessener Zeichner und Maler.“
„Die Könnerschaft fängt nie an. Man hört ja nie auf zu lernen. Die Könnerschaft, die gibt’s gar nicht.“

Schlingensief: „Was ist das Helge-Schneider-System?“
Helge Schneider: „Ich hab da eigentlich ur so Bilder aneinandergereiht. Jetzt geht derjenige hin, der meint, er hätte auf der Filmhochschule alles gelernt und sagt: ‚Hörma Schneider, dein Film ist aber Scheiße, da sind ja furchtbare Schnitte drin, was isn das, da is ja gar kein Rhythmus drin?‘ Genau das ist das – das sind die Typen, die zu Technomusik sich den Arsch verrenken und von Rhythmusgefühl keine Bohne haben. Und ich hab das Rhythmusgefühl. Deshalb hab ich den Film so gemacht. Weil ich hab den Rhythmus nämlich breit gestreut, über den ganzen Film. Und der Film hat’n Rhythmus, den siehst du aber erst ganz zum Schluss.“

Wieder mal Helge Schneider übers Improvisieren
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