In seltsamer Einhelligkeit wird von Musikwissenschaftlern und -liebhabern auf Mozarts Moll-Kompositionen verwiesen, die ein Beleg für seinen persönlichen Schmerz seien und angeblich beweisen, dass er ein ernstzunehmender Komponist sei. Bestes Beispiel: Die „kleine“ g-moll-Sonfonie, die er im Alter von nur 17 Jahren geschrieben hat. Diese Sinfonie ist tatsächlich unglaublich, aber soll denn tatsächlich, alles, was er vorher geschrieben hat, Pillepalle gewesen sein, nur weil es eben heiter ist?
Es erinnert mich an die endlose Diskussion von Komödie und Improtheater.

Mozarts Dur-Kompositionen
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Ein Kommentar zu „Mozarts Dur-Kompositionen

  • 2009-07-01 um 05:59
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    Eine Anmerkung zu Mozart:
    Er hat seine Werke größtenteils in Dur geschrieben (dürften 90% sein, kann es nicht bestätigen). Offenbar hat er sich damit dem Musikgeschmack seiner Zeit angepasst, denn bei Barockkomponisten wie J.S. Bach oder Vivaldi ist das Dur-Moll-Verhältnis ausgewogener.
    Die wenigen Stücke in Moll sind dafür außergewöhnlich gefühlstief und dramatisch.
    Allerdings muss man sagen, daß auch seine Werke in Dur nicht fröhlich vor sich hinplätschern, sondern einige dennoch eher als traurig zu bezeichnen sind.

    Und zurück zum Impro: Ein Mozart des Impro würde also Szenen spielen, die lustig sind, ohne dabei flach zu sein und gelegentlich eine ernsthafte Szene spielen, die die Zuschauer zum Weinen bringt.

    Gruß von McCoy

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