Wie ich bereits mehrmals schrieb, fiel es mir (und offenbar auch anderen Lehrern) immer leicht, Elemente des Improtheaters zu lehren, die ich mir selber bewusst aneignen musste: Schauspieltechniken, Erzähltechniken, radikales Akzeptieren usw.
Schwieriger zu vermitteln hingegen erschienen mir Dinge, die für mich nie ein Thema waren, hier vor allem der Spieltrieb.
Anfängerkurse beginnen in der Regel mit einer Botschaft der Hemmungslosigkeit: Alles ist OK, spiel einfach, au ja! Fast jeder springt darauf recht schnell an, und doch gibt es Schüler, denen das Spielerische so abgeht, dass sie stets den Sinn einer Übung oder eines Spiels hinterfragen, sich in „Kann-ich-nicht“ oder „Will-ich-nicht“ zurückziehen.
Oft ließ mich das sprachlos zurück. Ich fühlte mich an die alte Sanostol-Fernseh-Werbung erinnert, in der eine Gruppe Kinder fröhlich schreiend durch nasses Herbstlaub um die Ecke rennt. Hinterher trottet das eine lustlose sanostolbedürftige Kind.
Die Spielfreude immer wieder zurückzuerobern – darum geht’s. Und dafür brauchen wir immer wieder neue Übungen.

fehlender Spieltrieb
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