(Ergänzung: Diese Gedanken habe ich bearbeitet und weiter ausgeführt im Buch „Improvisationstheater. Band 8: Gruppen, Geld und Management


Nachdem man körperlich und stimmlich wach ist und auch zu einem guten Miteinander gefunden hat, ist es Zeit, sich ein paar Spielen zu widmen, die tatsächlich auch mit der Show zu tun haben. Entscheidend ist, dass man noch genügend Scheiter-heiter-Energie hierher mitnimmt. Zu oft geschieht es nämlich, dass sich Spieler ihr Lampenfieber derart bündeln wollen, dass sie quasi die komplette Impro-Show vorwegnehmen wollen. So wichtig Fokus auch sein mag, er darf uns nicht lähmen und uns so unserer Spielfreude berauben.
Für diesen Punkt gibt es keine allgemein nutzbaren Spiele, da es sehr davon abhängt, was für eine Show man spielt. Wenn ihr ein musikalisch gewieftes Team seid, dann lohnt es sich vielleicht, sich mit mehrstimmigem Gesang aufzuwärmen, was in einer reinen story-basierten Show Quatsch wäre. Für eine Shakespeare-Show könnte man ein Fünfhebige-Jamben-Warm-Up vor die Show setzen (aber eben auch nur dafür).
Fast immer sind Übungen geeignet, die darauf fokussieren, rasch Charaktere zu erschaffen – aus Tieren, Objekten oder Personen.
In storybasierten Shows kann man noch eine Handvoll Fünf-Satz-Geschichten improvisieren.
Ich halte es durchaus für sinnvoll, wenn man vor der Show mit jedem anderen Spieler wenigstens eine kurze Szene improvisiert hat (was ab einer bestimmten Gruppengröße allerdings fast unmöglich ist ). Freeze Tags eignen sich da ganz gut, wenn man sie mit Spezial-Fokus spielt, da sie sonst allzu leicht in der Beliebigkeit verpuffen. Gute Fokuspunkte sind hier: Emotionalität, körperliche Orientierung der Charaktere, Veränderbarkeit der Figuren, Status, Pantomime, Nutzung des Raums. Man kann diesen Fokus allen Spielern zuweisen oder sich beim Spielen selber geben. Manchmal weiß man selbst am besten, was man braucht.

Backstage vor der Show – Fokus-orientiertes Warm Up
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