Show mit „The Crumbs“ am 14. Mai 2008Angenehme Atmosphäre, RAW-Tempel fast so voll wie bei der Chaussee, je zur Hälfte Foxy-Fans und Crumbs-Fans, auch Lesebühnen-Kollegen.Die geringste Herausforderung war anscheinend die Sprache, oder anders gesagt: Die Lücken und Fehler haben das
Scheinbares Blockieren
A: „Ach, ist das heute warm!“B (ausdruckslos oder irritiert): „Das ist doch nicht warm!“ A: „Ach, ist das heute warm!“B (Schließt B bemutternd den oberen Knopf der Jacke): „Das ist doch nicht warm!“ Im ersten Beispiel klassisches Blockieren – die
Immanente Komik des Improtheaters
Allein, dass der Mitspieler auf unerwartete Angebote zu reagieren hat, macht das Improvisationstheater tendenziell komisch. Viele Games betonen auch gerade dieses Element. Aber auch in collagierten Langformen oder im Storytelling ist es oft weniger die Geschichte, die komisch ist, sondern
Klaus Kinski
KK bekommt im Theater des Kriegsgefangenen-Lagers die FrauenrollenEr studiert für die Rolle eines Epileptikers Elektroschock-Therapien in einer Anstalt1949 wird ein Stück verboten, weil er darin eine Frauenrolle spielt.Als junger Mann hat er verblüffende Ähnlichkeit mit Brando.Adorf über Kinski: „Der Wille
Schach
Selbst Schach hat ein situatives, intuitives Moment, wenn nicht stur gerechnet wird, sondern man gewissen Impulsen folgt (wenn auch gewiss in geringerem Maße als beim Tischtennis).
Hirnforschung
Unterschiedliche Hirnareale sind am Werk, wenn wir ein Musikstück nachspielen oder wenn wir es improvisieren.http://www.plosone.org/article/fetchArticle.action?articleURI=info:doi/10.1371/journal.pone.0001679Für Improvisierer ist das im Grunde der Beleg einer Binsenweisheit, denn wir spüren, dass wir anders denken, wenn wir improvisieren.
Einsatzfreude
Bei improvisierten Handlungen können wir zwischen Entscheidungen und Einsatzfreude entscheiden. Es ist nicht so wichtig, welche Art von Entscheidungen wir treffen, sondern mit welchem Einsatz, mit welcher Hingabe. Und in diesem Sinne gibt es keine „falschen“ Entscheidungen, sondern nur mangelnden
Commitment
Im Film „The Commitments“ erklärt der alte Joey „The Lips“ Fagan seinem Bandkollegen Dean, warum Blues-Musiker ihren Instrumenten oft Frauennamen geben: Es kommt nicht so sehr darauf an, was man auf dem Instrument spielt, sondern wie man es spielt, eben
Interview Jack White & Keith Richards
Jack, what did you learn about the Stones when you opened for them?White: How good they were. You could see the comfort level between them, in Keith’s guitar playing and Ron’s slide playing. It’s impressive, man, when that confidence is
Status in Politik und Wirtschaft
Interessante Bilderstrecke zum Status-Verhalten von Frauen und Männern in Unternehmen.http://www.n-tv.de/914819.htmlFragt sich, wie es in frauendominierten Unternehmen läuft. Ich vermute: Ähnlich. Die Signale für Hierarchie werden universal verstanden, wenn auch nicht von jedem gleichermaßen eingesetzt.
Amadeus
Den schönen Forman-Film Amadeus nun noch mal im Director’s Cut gesehen.Interessant ist ja, dass gerade das Ringen Salieris um Ausdruckskraft ihn scheitern lässt. Seine Gebete sind nicht kontemplativ, sondern er fordert Gott heraus. So bleibt sein Verhältnis zur Kreativität ein
Gewohnheiten
Sowohl physische als auch sprachliche Gewohnheiten schleichen sich immer wieder ein, und man braucht schon jemanden, der einen darauf hinweist – manchmal einen sehr guten Beobachter. Alles, was zur Gewohnheit wird, schränkt unseren improvisatorischen Geist ein.
Entfremdung
Der Gedanke, dass es darauf ankommt, beim Schöpfen den Prozess statt das Produkt in den Vordergrund zu stellen, findet sich auch bei Marx im Konzept der „entfremdeten Arbeit“, der wir in der kapitalistischen Produktionsweise ausgesetzt sind. Marx dürfte den Begriff
Karl Valentin – ein Blockierer?
Aus der Impro-Perspektive muss man Valentin wohl als Blockierer oder zumindest als ewigen Nein-Sager bezeichnen. Seine Partnerin muss das Kleinholz seiner Logik wieder zusammensetzen, und er zerstört es umso mutwilliger. Allerdings hält er permanent den improvisatorischen Ball in der Luft.
Barack Obama on Basketball and Improvisation
„People who keep on shooting even though they have no jump shot, you can tell that there’s a certain self-delusional aspect to their game, right? That says something about who they are.“ „There is something about basketball and our culture
Pennerhaftigkeit
Eine ältliche Musikertruppe zu Gast bei der Chaussee der Enthusiasten. Einerseits kommen sie in sympathischer hemdsärmeliger Lockerheit daher und bringen ihren eigenen Bierkasten mit, den sie im Laufe des ersten Drittels bereits leeren. Der Alkoholpegel steigt und parallel dazu das
Weitere Gedanken zum Thema Akzeptieren
Aus einem Interviewspiel heraus, in dem es in er Logik der Spieldynamik lag, Fragen zu verneinen, diskutierten wir noch einmal die Frage Akzeptieren/Blockieren. Neue Arbeitshypothese: Wir akzeptieren, wenn wir den Grundgedanken des Angebots konstruktiv weiterführen, was in der Regel zwar
Du siehst etwas, was du nicht siehst
Eine gewisse Erfahrung in der Kommunikation zwischen Spielern bedarf es, wenn Spieler A sene Figur A etwas tun lässt, was Figur B nicht sehen soll, deren Spieler aber sehen muss, um zu kapieren, wo es lang geht.Klassisch: Der Diener rührt
Der zweite Schritt
Beobachtung von J.T.:Es gibt eine Angst vor dem zweiten Schritt. Manchmal sind wir mutig genug, ein starkes Angebot zu setzen und etwas hält uns davon ab, weiterzugehen. Als fürchteten wir die Implikationen unserer eigenen Courage. Unbeirrbarkeit als Impro-Tugend?
Haltung der Schüler
Johnstone nennt es „Die Haltung der Schüler ändern“. Allzu oft erwarten Schüler eine ganz konkrete Lektion oder sie haben ganz konkrete Vorstellungen, wie ein Workshop abzulaufen habe. Die Kunst des Schülerseins besteht aber – im Improtheater ganz besonders – darin,
Free Play beim Improfestival
Die Workshops der Teilnehmer des Berliner Improfestivals mit Stephen Nachmanovitch münden in eine Art musikalische/klangliche Harolds. Die beiden Shows, die ich sehe, sind ziemlich gelungen. Auch wenn in einer ein toter Dan vorkommt.
Positive Pädagogik
Bei der Präsentation seines Buches Tao der Kreativität in der Urania gibt Stephen Nachmanovitch das Beispiel des Kindes, das Laufen lernt: Jeder weiß, dass das Kind höchstens drei Schritte gehen kann und dan umfallen wird, aber alle Umstehenden werden schon
Profipopofi
Bei der Erföffnungsshow der Impro 08 spielt ein seltsames Duo namens „Bright Blue Gorillas“. Obwohl recht sympathisch fragt man sich, was sie auf einem Improfestival tun. Sie spielen ein paar Hippiesongs und von ihrem 12minütigen Auftritt nutzen sie fünf Minuten,
Stephen Nachmanovitch als Lehrer
Stephen Nachmanovitch beim Unterricht kommt fast völlig ohne Worte aus. Ein paar Hinweise, ein paar Formen-Abwandlungen. Wenig Hinweise. Es geht ihm darum, den Spielern Dinge zu entdecken, und dabei nicht im Wege zu stehen.
Randy Dixon
Nach den Kurzauftritten bei der Eröffnungsshow wurde noch mal deutlich, dass Randy Dixon nicht nur ein beachtlicher Lehrer, Impro-Theoretiker und Formate-Erfinder ist, sondern auch ein begnadeter Spieler. Dabei ist es durchaus nicht so, dass er die größten Lacher auf der
It’s the singer not the song
Vielleicht ein entscheidendes Kriterium für das Potential einer Gruppe: Wie man scheitert.Eine Szene kann elegant scheitern – man sieht als Zuschauer immer noch den Humor der Spieler, ihr Engagement für die Szene und füreinander.Andere Gruppen rudern und versuchen, es „richtig“
Gute Kunst / Schlechte Kunst
Es ist besser das Gute zu fördern als das Schlechte zu bekämpfen.Hanns Eisler führte sein ganzes Leben lang eine persönliche Kampagne „Gegen die Dummheit in der Musik“ und musste sich am Ende eingestehen, diesen Kampf verloren zu haben. Gegen das
Ritt zum Ox-bow
Aus story-struktureller Perspektive ein sehr seltsamer Film aus dem Jahr 1944.Zunächst werden wir irritiert, was das Genre betrifft: Es wirkt eher wie eine Farce oder eine Western-Komödie. Außerdem werden wir über den Helden getäuscht, der zunächst wie ein Troublemaker wirkt.Dann
Willensfreiheit
Der Psychologe Julian Jaynes stellte 1970 die These auf, vor den Zeiten Homers „hätten sich die Menschen gar nicht als Agenten ihres eigenen Willens erlebt, sondern als eine Art Instrument der Götter.“ (zit. nach Gehirn und Geist 4/2008)Im zen-orientierten Denken
Szenenrettung – Aktion oder Zurückhaltung
Zurückhaltung beim Retten der Szene ist angesagt, wenn die Szene zwar schwierig ist, aber die Spieler und das Publikum Freude daran haben, wie die Schwierigkeit gelöst wird. Man lerne also, zwischen Aktivität und Zurückhaltung das rechte Maß.
