272. Nacht – heute ist heute anders

Da ich Fernsehnachrichten eigentlich nur noch schaue, wenn ich mal in einem Hotel übernachte, also vielleicht fünf bis zehn Mal im Jahr, will sich dieses moderne Bild der ständig in den Teleprompter guckenden Models nicht richtig in meinen Kopf einprägen. Der Prototyp des Nachrichtensprechers wird für mich wahrscheinlich der Sprecher der heute-Nachrichten Gerhard Klarner bleiben. Ein dicker, gutmütig wirkender Onkel mit Schnurrbart und Brille, der mit sonorer Stimme die Nachrichten vom Blatt las. Wir waren ja, vor allem als Kinder, eher heute-Gucker, wahrscheinlich wegen der kinderkompatibleren Sendezeit. Aber der konservativere Touch des ZDF blieb auch mir nicht verborgen.
Schön, das mal wiederzufinden:

 

An einem einzigen Tag über 100 Tote durch Anschläge, aber nicht in Bagdad oder Kabul, sondern in London, Madrid und Amsterdam. Man schreibt das Jahr 1983, und die Themen scheinen dieselben wie die der letzten Jahre zu sein: Terrorismus und Palästinenser-Frage. Die Regierung und die Arbeitgeber fordern die Gewerkschaft zur Mäßigung auf. Der Gewerkschafts-Chef meint, von der 35-Stunden-Woche hinge Sein oder Nichtsein der Gewerkschaften ab – eine seltsame Logik im Übrigen: Als ob es nicht um die Zwecke der Organisation ginge sondern um die Organisation an sich. (Ob da das ZDF dahintersteckte, dass den Kanzler als bedächtig und den Gewerkschafts-Chef als Jammerlappen darstellte.) Kann man mit den Grünen koalieren? (fragte sich damals die SPD, heute die CDU.) Dass Hunderte Schriftsteller zur Wehrdienstverweigerung aufrufen (und damals gab es noch keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!), darauf kann man heute lange warten.

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Die Geschichte von Ma’n ibn Zâîda

Als Ma’n ibn Zâîda 272 eines Tages ausreitet, dürstet ihn, aber seine Diener haben kein Wasser. Drei Mädchen kommen des Wegs, die ihn aus ihren Wasserschläuchen trinken lassen. Da die Diener nicht nur kein Wasser haben, sondern auch kein Geld zum Bezahlen, vergilt er den Mädchen die gute Gabe mit den güldenen Spitzen der Pfeile aus seinem Köcher, woraufhin die Mädchen seine Identität erraten und jede einen Lobes-Vierzeiler improvisieren. Einer mag hier genügen

Er krönet die Pfeile mit Spitzen von Golde
Und sendet dem Feinde, was Großmut gewährt;
Verwundete finden durch ihn Heilung,
Ein Leichentuch, wer in die Grube fährt.

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Die Geschichte von Ma’n ibn Zâîda und dem Beduinen

Ma’n ibn Zâîda wieder auf Jagd. Diesmal begegnet er einem Gurkenbauer, der ihm verrät, dass er gedenkt, die Gurken Ma’n ibn Zâîda zu verkaufen, und zwar für tausend Dinare.

"Wenn er dir aber sagt, das sei zuviel?"
"Dann verlange ich fünfhundert Dinare."
"Wenn er dann wieder sagt, zu teuer?"
"Dann verlange ich fünfhundert Dinare."

Usw. Der Emir führt die Verhandlung praktisch schon hier.
Und wenn dreißig Dinare dem Emir noch zuviel sind?

"Dann lasse ich die Füße meines Esels in den Harem treten und kehre enttäuscht und mit leeren Händen zu meinem Volke heim."

Die beiden trennen sich, und Ma’n ibn Zâîda befiehlt seinem Kammerherrn, den Gurkenhändler, sobald er auftaucht, zu ihm zu führen. Tatsächlich handelt er ihn auf unter dreißig Dinare runter, bis sich der Gurkenbauer über die Situation im Klaren ist und Ma’n ibn Zâîda erkennt:

"Hoher Herr, wenn du mir nicht die dreißig Dinare gibst, du weißt, da ist der Esel an die Tür gebunden, und da sitzt Ma’n!"

Der Kommentar zu dieser Stelle bemerkt:

Dem Ganzen liegt ein obszöner Witz zugrunde, der nach der Kalkuttaer und der Kairoer Ausgabe verschieden ausgelegt werden kann.

Aber weder die eine noch die andere Auslegung bietet man uns an. Also: Soll nahegelegt werden, dass in diesem Harem genausogut ein Esel statt Ma’n ibn Zâîda Recht auf die Frauen habe?

Ma’n ibn Zâîda gibt dem Bauern schließlich die Summer aller zwischenverhandelten Preise: 2180 Dinare.

Allah hab alle die großmütigen Männer selig!

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Die Geschichte von der Stadt Lebta

Im Land der Romäer gab es in der Stadt Lebta eine Burg, vor diese ließ jeder König ein neues Schloss anbringen, bis schließlich vierundzwanzig Schlösser davorhingen. Als ein neuer König aus einem anderen Geschlecht gekrönt wird, will dieser die Burg öffnen lassen, das Volk versucht in jedoch mit Geschenken abzuhalten.

Gemeint sind die Oströmer. Lebta ist evtl. verfälscht Ceuta, das zurzeit der kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Arabern noch in oströmischer Hand war.

Da bemerkte Schehrezâd, dass der Morgen begann, und sie hielt in der verstatteten Rede an.

 

272 Ma’n ibn Zâîda war ein wegen seiner Großzügigkeit berühmter Emir aus dem 8. Jh. u.Z.… Weiterlesen

Szenen-Musik vs. Song-Musik

Der Impro-Musiker unterstützt die Spieler in den Szenen am besten durch akzentuierte bzw. emotional gehaltvolle Musik. Song-Strukturen bieten sich eher in Musicals o.ä. an. In einer einfachen Szene erschwert Song-Musik dem Schauspieler oft, klare Akzente zu setzen. Und auch für den Zuschauer ist dahinperlende Musik gar nicht so wichtig. Wir brauchen Unterstützung bzw. Kontraste.

Liebe, Kunst und Eitelkeit

N. achtete immer sehr genau auf den Applaus jedes Spielers. Dass G. manchmal mehr Applaus bekam, wurmte ihn so sehr, dass er jedes Mal einen Tag brauchte, um sich aus seiner Depression hochzuarbeiten. Er machte ein halbes Jahr Pause und erkundigte sich immer wieder, ob das Publikum ihn vermisse. Tatsächlich fragten ab und zu Zuschauer nach G., aber „ab und zu“ war ihm zu wenig.
Und irgendwann hatten sie ihn vergessen. Schließlich kamen sie ja auch in erster Linie wegen der Gruppe.
G. verlor die Lust an der Kunst. „Wenn mich die Leute nicht lieben, dann brauchen sie meine Kunst ja nicht.“

„And, in the end, the love you take is equal to the love you make.“

Eitelkeit verdirbt die Kunst. Immer wieder. Sie mag als Kickstarter ab und zu funktionieren. Auf Dauer ist sie wie ein Geschwür, die das Spielerische der Kunst zerstört.
Du kannst Liebe nicht erwarten. Du kannst Liebe nur geben. Wenn sie zurückkommt, ist’s ein Geschenk.

271. Nacht – e)

Übe derzeit von Mozarts Klaviersonaten die langsamen Sätze aus:

– Sonate in F, KV 280
– Sonate in B, KV 281 (im Vibraphon-Sound)
– Sonate in Es, KV 282

Alle drei Sätze der

– Sonate in C, KV 545

Die Allegro-Sätze der

– Sonate in B, KV 333 (fast aufgegeben)
– Sonate in F, KV 332

Außerdem

– Mussorgskis Promenade aus "Bilder einer Ausstellung"
– Händels "Fantasie" G-Dur

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Perî Banû lässt nach ihrem Bruder Schabbar schicken. Dieser trifft ein:

Ein Männlein von Zwergengestalt, das nur drei Fuß hoch war, mit einem Höcker auf der Brust und einem Buckel auf dem Rücken; doch trotzdem trug er eine stolze Miene und ein geheimnisvolles Aussehen zur Schau. Auf seiner rechten Schulter lag eine Keule aus Stahl, die zweihundertsechzig Pfund wog. Sein Bart war dicht und zwanzig Ellen lang, aber so kunstvoll geflochten, dass er den Boden nicht berührte; auch trug er einen langen gedrehten Schnauzbart, der sich bis zu seinen Ohren hinaufkräuselte, und sein ganzes Gesicht war mit langen Haaren belegt. Seine Augen sahen ähnlich ie Schweinsaugen aus; sein Kopf, auf dem er einen kronenartigen Haarwulst trug, war ungeheuer groß und hob sich gewaltig gegen den winzigen Leib ab.

Als Ahmed und Schabbar nun in die Hauptstadt gehen, fliehen die Einwohner vor Schrecken in ihre Häuser und lassen Pantoffeln und Turbane fallen. Auch der König hält sich vor Grausen die Hände vors Gesicht, was den Zwerg erzürnt.

Und so hob der Dämon, ohne einen Augenblick zu zögern, seine stählerne Keule, schwang sie zweimal durch die Luft und traf, ehe der Prinz Ahmed den Thron erreichen konnte, den Sultan so gewaltig auf den Kopf, dass sein Schädel zerschlagen und das Hirn über den Boden gespritzt ward.

Den Großwesir kann Ahmed gerade noch so retten.

Warum eigentlich?

Doch die anderen Minister und die Hexe werden von Schabbar erschlagen.
Ahmed wird nun zum König, macht seinen Bruder Alî mitsamt Gattin Nûr en-Nahâr zum Statthalter einer großen Stadt und bietet dies auch Husain an, der aber das Derwischleben vorzieht.

Bemerkenswertes Happy End: Der Vatersmörder als neuer König.

 

Die Geschichte von Hâtim et-Tâi

Hâtim et-Tâi (ein für seine Großzügigkeit berühmter vorislamischer Held der arabischen Welt) wurde auf einem Berg bestattet, um ihn herum Statuen junger Mädchen.
Der König von Himjar Dhu el-Kurâ lagerte dort eines Nachts mit seinen Gefährten und spottet vorm Schlafengehen:

"O Hâtim, wir sind heute abend bei dir zu Gaste, und wir verschmachten vor Hunger."

Des Nachts erscheint ihm Hâtim et-Tâi im Traum und erschlägt die Reitkamelin, die tatsächlich stirbt, als Dhu el-Kurâ erwacht und gebraten wird.
Als sie am nächsten Tage weiterreiten begegnet ihnen Âdi, der Sohn des Hâtim et-Tâi und bietet ihnen eine Reitkamelin an, da ihm dies sein Vater im Traum befahl. So war Hâtim et-Tâi selbst im Tode noch großzügig.

Der Weise

271. Nacht – d)

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Gebrauchsanweisung für Großstädte

1. Das Dörfchen in der Stadt
Glaube nicht, die ganze Stadt bewohnen zu müssen. Nutze ein paar wenige Orte, in denen du arbeitest, wohnst, dich erholst. Vor allem junge Kleinstadtbewohner, die in die Großstadt ziehen, sind zunächst vom kulturellen Überangebot fasziniert, dann gestresst und irgendwann überfordert. In deiner Kleinstadt gab es alle 10 Wochen eine Theaterpremiere. Hier gibt es 10 Theaterpremieren pro Tag! Vergiss das "Das muss man gesehen haben", das dir deine neuen Freunde einzureden versuchen. Gar nichts muss man. Behalte die Übersicht über deine Gegend.

2. Behalte die innere Ruhe inmitten der Hektik.
Hektik steckt an. Behalte deine innere Ruhe. Vor allem im Straßenverkehr. Bedenke, dass jeder sein eigenes Timing hat. Lass es ihnen.
Wenn dich die Hektik erfasst hat, tu weniger und das richtig.

3. Ignoriere das Ignorierbare.
Wie du schon bemerkt haben dürftest: Die Stadt ist voller Freaks und Verrückter. Aber du bist einer von ihnen. Lass dich nicht vom Wahnsinn in die Irre oder in den Ärger treiben. Kleine Regelverstöße sind Teil des Großstadtalltags.

4. Bewahre dir Empathie und Zivilcourage
Ignoriere nicht das, was man nicht ignorieren darf. Dutzende mögen an einem Mann der auf einer Treppe zusammengebrochen ist, vorübergehen. Hilf ihm!
Schreite ein, wo man einschreiten muss. Du kannst den Hundebesitzer, der den Dreck seines Tieres nicht beseitigt, ignorieren, nicht aber jemanden, der einen anderen bedroht.

5. Natur
Großstädte sind Betonwüsten. Großstadtbewohner leben tendenziell kürzer. Suche Luft, Licht, Natur und Bewegung. Täglich.

6. Sei ein guter Nachbar.
Je mobiler wir sind, umso distanzierter wird unser Verhältnis zu unseren Nachbarn. Baue zu ihnen ein gutes Verhältnis auf. Gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme ist wichtiger als Recht behalten.

7. Nimm Übles nicht persönlich
Der blökende Busfahrer, die betrunkene Radfahrerin, der fiese Fahrkartenkontrolleur – sie scheinen es alle auf dich abgesehen zu haben. Haben sie nicht. Sie leiden heute lediglich an der Großstadt. Es hat nichts mit dir zu tun.

8. Entdecke die Stadt
Wohne in deinem Viertel, aber suche von Zeit zu Zeit immer wieder ungewöhnliche Orte in deiner Stadt auf.

9. Tu Gutes, aber erwarte es nicht.

10. Sieh das Ganze
Eine Großstadt ist ein ungeheuer komplexer Prozess. Mach dir die Mühe und versuche, sie dir vorzustellen, als von dir geschaffenes Räderwerk, in dem alles seinen Platz hat. Sei jedem dankbar für seine Arbeit hier.

11. Genieße die Freiheit.

 

***

 

Man hätte es sich denken können, aber die Hexe rät nun dem trübsinnigen König, den Sohn eine weitere Aufgabe lösen zu lassen:

"Du brauchst dem Prinzen Ahmed nur zu befehlen, dir Wasser aus dem Löwenquell zu bringen. Er muss notgedrungen um seiner Ehre willen deinen Wunsch erfüllen."

Tatsächlich wünscht sich der Vater dies, und Ahmed trägt Perî Banû diesen Wunsch vor, die Böses ahnt, aber ihn instruiert, wie Egon Ohlsen einst seine Gefährten. Um die wilden Löwen, die das Wasser hüten, zu besänftigen, braucht er:
– einen Garnball
– Zwei Rosse
– ein in vier Teile zerlegtes, frisch geschlachtetes Schaf
– eine Phiole
Statt zu Bang Johansen reitet Ahmed nun zur Löwenquelle, besänftigt die Löwen mit dem geschlachteten Schaf, die ihn, nachdem er das Wasser geschöpft hat, auch noch in die Stadt seines Vaters begleiten.

 

Das Wasser der Löwenquelle hat übrigens dieselbe allheilende Wirkung wie der Apfel, den Ahmed zu Beginn der Geschichte bereits besorgt hatte und welcher Nur en-Nahâr geheilt hatte.
Doch auch ein drittes Mal setzt die Hexe dem König einen Floh ins Ohr, und er verlangt nun von seinem Sohn:

"Ich möchte, dass du mir einen Mann bringst, der an Wuchs nicht mehr als drei Fuß misst, aber einen Bart von zwanzig Ellen Länge hat; der soll auf seiner Schulter einen kurzen stählernen Stab, zweihundertsechzig Pfund schwer, tragen, den er mit Leichtigkeit hebt und, ohne die Stirne kraus zu ziehen, um seinen Kopf wirbelt, so wie die Menschen hölzerne Keulen schwingen."

Einen solchen Mann gibt es – den Bruder von Perî Banû.… Weiterlesen

Dumm & Schlau

Dumm zu sein ist keine Entschuldigung. Lerne.
Schlau zu sein macht aus dir noch keinen guten Improvisierer. Manchmal stellt sich das Hirn dem Herz in den Weg. Denk dran, Spock, du bist zur Hälfte ein Mensch.
Jason Chin: „Long-Form Improvisation & The Art Of Zen: A Manual For Advanced Performers“

271. Nacht – c)

Was ich dann alles doch nicht oder nur mal kurz geworden bin:

– Mathematiker
– Informatiker
– Mathe/Physik-Lehrer
– Filmregisseur
– Filmschauspieler
– Großhandelskaufmann
– Leichtathlet
– Opernsänger
– Jurist
– Sozialwissenschaftler
– Rockmusiker
– Stand Up Comedian
– Entwicklungs-Consultant
– Linguist
– Politiker
– Ruderer

***

Mein Jahr 2009
Januar – April

 

Mai – August

 

***

Tatsächlich wünscht sich der König ein derart gigantisches Zelt:

"Sollte es dir etwa nicht gelingen, und solltest du mir die gewünschte Gabe nicht bringen, mein Sohn, so möchte ich dein Antlitz niemals wiedersehen. Dann wärest du fürwahr ein trauriger Gatte, wenn deine Gemahlin dir ein so geringfügig Ding abschlagen würde."

Wer hört so etwas nicht gern vom eigenen Vater?

Perî Banû willigt traurig ein, denn sie weiß sicher,

"dass sein Ende nahe ist (…) und dass dein Vater, der von dem kommenden Unheil nichts ahnt, seinen eigenen Untergang betreibt."

Auf Ahmeds Erschrecken hin, klärt sie ihn auch über die alte Zauberin auf:

"Jenes Weib ist eine Hexe aus Satans Brut."

Der Wunsch wir allerdings flugs von Perî Banûs Schatzmeisterin Nûr Dschehân erfüllt. Prinz Ahmed überreicht seinem Vater das Wunderwerk, und gleich einem Kinde, das einen unverschämten Wunsch erfüllt bekommen hat, reagiert auch er:

Es ist seltsam aber wahr, dass im Herzen des Sultans, als er dies seltene Geschenk von dem Prinzen erhalten hatte, Furcht und Zweifel, Neid und Eifersucht auf seinen Sohne, die von der Hexe und dem boshaften Wesir und seinen anderen üblen Beratern in ihm erregt waren, nur noch größer und lebhafter wurden.… Weiterlesen

„Sei langweilig!“

Die seltsame Aufforderung Johnstones „Sei langweilig!“ steht ja im enormen Widerspruch zur allgemeinen Bühnenregel: Man darf auf der Bühne alles außer langweilig sein.
Aber genaugenommen fordert uns Johnstone hier auf, die Ruhe zu bewahren, konsistent zu bleiben, d.h. das Naheliegende zu tun oder zu sagen. Denn Johnstone weiß genau, dass man dem Publikum eigentlich eine Menge zumuten kann, ohne dass es sich langweilt, vor allem, wenn es darum geht, erst mal eine Plattform für die Szene zu schaffen. Wenn wir etablieren, wer wir sind, wo wir uns befinden und was wir hier tun, sind Handlungsbrüche, emotionale Ausbrüche, verrückte Wendungen usw. eher hinderlich. Als Zuschauer will man erst mal an die Hand genommen werden.
Für uns Schauspieler heißt das, Liebe zum Detail zu finden. Je größere Sicherheit wir im Improvisieren erlangen, umso eher wird es uns auch gelingen, das allzunaheliegende Klischee zu vermeiden, und stattdessen das naheligende Konkrete zu etablieren.
Oder wie Gunter Lösel es mal so schön beschrieb: Als Werkzeug nicht den Hammer wählen, der wäre zu klischiert. Aber auch nicht die Bockwurst, die wäre zu „originell“. Nimm den Schwingschleifer, der ist spezifisch.

Ironie

Nimm das Spiel nicht ironisch. Ironie ist nur eine Form, sich über das Spiel zu erheben. Distanzierst du dich vom Spiel, bist du auch nicht dabei.
(Was nicht heißt, man dürfe keine ironischen Figuren spielen oder ironisch mit bestimmten Themen umgehen.)

Gewalt

Manchmal vergesse ich, in Workshops Dinge zu unterrichten, die für mich selbstverständlich waren, z.B. Einsatzfreude, Ausprobieren. Aber auch sensibler Umgang mit Mitspielern. Tatsächlich spielen sich manche Anfänger in einen regelrechten Wahn und leben die schauspielerische Gewalt regelrecht aus. Der Kampf der Figuren wird zum Kampf der Spieler. In eine ähnliche Richtung geht natürlich auch der intime Übergriff – extreme körperliche Nähe zu Leuten, die man kaum kennt. Highlights:
– Beim Workshop in einem Konservatorium kämpfen zwei Spieler mit aller Kraft um die Herrschaft auf der Bühne, zerren an ihren Klamotten. Am Ende zerdreschen sie den Notenständer.
– Beim Casting-Impro für eine Improgruppe verpasst ein Bewerber in einer Szene einem Mitglied der Gruppe eine Maulschelle. (Ob er genommen wurde, ist mir nicht bekannt.)
– Bei einer Anfängershow wird eine Armrede gespielt. Herr X die Arme, Frau Y hält die Rede. Vom Publikum wird ein etwas anzügliches Thema vorgegeben. Herr X begrabbelt nun die Spielerin Y. Zunächst an den Hüften, dann ein kurzer Griff an die Brüste – es verschlägt ihr den Atem, aber the show must go on. Dem kurzen Griff folgt ein längerer, und dann als Höhepunkt tatsächlich ein Griff in den Schritt. Niemand schreitet ein, und das Publikum windet sich vor Fremdscham.

Hilfe! Blogger stellt FTP-Service ein. Was nun?

Glücklicherweise hatte ich die Mail von Blogger.com noch aus meinem Spamfilter gefischt. Die Nachricht: Der FTP-Service von Blogger (Betreiber ist Google) wird zum Mai eingestellt. http://blogger-ftp.blogspot.com/
Dieser Impro-Blog hier hat auch von dem Service profitiert. Angeblich ist es für Google zu aufwendig, das weiterzubetreiben. Und so macht man es einfach platt. Die umständliche „Hilfe“ ist bisher zumindest nur auf Englisch formuliert. Für mich ist noch unklar, ob ich den Blog hier so weiterbetreiben kann.
Ich frage mich schon seit einer Weile, ob man sich nicht zu sehr auf Web-Dienstleister stützt, die von heute auf morgen Schluss machen können. Bei Google ist es nicht das erste Mal. Vor gut einem Jahr hat Google z.B. seinen Video-Upload-Service eingestellt. Und zwar nur wenige Wochen, nachdem sie Youtube geschluckt hatten. Google-Video hatte ja der Konkurrenz von Youtube etwas entgegenzusetzen müssen: Längere Videos etwa. Vorbei.
Ein anderes Beispiel aus der Impro-Community: Bis vor anderthalb Jahren gab es ein unschätzbar wertvolles Impro-Forum namens Yesand.com. Hier diskutierten Profis und Neulinge Ideen und Konzepte über alles, was mit Improtheater zusammenhängt. Für mich war es die wichtigste Erfahrungsquelle zum Thema im Internet. Außerdem stritt man über Politik. Es gab ein intelligentes Fun-Forum, Auftritte wurden angekündigt usw. usf. Eines Tages fand der Administrator, dass ein paar Seiten zu langsam abrufbar sind und die Seite zu schwer administrierbar sei. Alle zwei Tage oder so verirrten sich nämlich auch Forumspammer auf die Seite. Also wurde das ganze Forum auf einen neuen Server gelegt, der layoutmäßig eine Katastrophe war, das Spammen nur scheinbar erschwerte, und nur mit Nerd-Kenntnissen von Skripts zu bedienen. Vielleicht funktioniert solch ein Forum für Mathematiker, nicht aber für Impro-Schauspieler. Jetzt ist das Forum wieder umgezogen. Nach außen hat sich nichts verändert. Aber es macht einfach keiner mehr mit, einfach weil es keinen Spaß mehr macht. Ein User schrieb auf Facebook: „Ich schaue ab und zu noch mal vorbei und lese die vereinzelten Beiträge, die dort traurig alleine stehen, wie Plakate an einem geschlossenen Club, an dessen Außenseite der Sticker Keine-Plakate-ankleben hängt.“ Das Schlimmste aber: Der gesamte Wissensschatz ist verloren, die alten Beiträge fort. Als wäre eine Bbliothek abgebrannt. In einer Art Vorahnung habe ich kurz bevor das geschah, die 30 wichtigsten Threads runtergeladen.
Wenn Google seinen Suchmaschinen-Service aufgäbe, wäre das kein allzugroßes Problem. Man würde auf eine andere Suchmaschine umsteigen. Aber bei Youtube oder Facebook wäre das schon was anderes – überall dort, wo Arbeit drinsteckt, wo Netzwerke entstehen….
Hab ich mich jetzt vergaloppiert?
Wir werden sehen.
Auf jeden Fall werde ich in der nächsten Zeit weiterbloggen.

Unwichtigkeit von Plots

Ricky Gervais erklärt, dass sie schon auf eigene Faust eine 20-Minuten-Folge von „The Office“ vorproduizert hatten: „Wenn wir ihnen das Skript gegeben hätten, läge das jetzt in einer Schublade. Und zwar verständlicherweise; denn es gab keine Witze. Ich denke, es 20 % gingen nur um Schweigen. Es gab keine berühmten Leute, keine Plots. Aber als sie [die Leute von der BBC] es sahen, wussten sie, was wir meinten.“

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271. Nacht b)

Kantinenlesen-Essen mit Uli Hannemann Ahne, Hans Duschke, Jakob Hein, Anselm Neft, Stefanie Winny, Falko Hennig, Robert Rescue, Frank Sorge, Bohni, Micha Ebeling, Volker Strübing, Volker Surmann, Ivo Smolak und Kirsten, Lea Streisand, Kirsten Fuchs, Daniela Böhle, Paul Bokowski. Heiko Werning, Thilo Bock, Michael-André Werner, Sarah Schmidt, Manfred Maurenbrecher. Im persischen Restaurant Sufissimo. Gutes Essen, nette Bedienung, ein wenig Slowfood-Tradition, durchaus empfehlenswert. Kein einziger Wein wurde verkauft. Im letzten Jahr noch mehr Freundinnen dabei. Die Kellnerinnen tun einem leid, weil bei uns reflexartig jeder zu seiner Bestellung noch einen lustigen Spruch glaubt machen zu müssen oder an der eigenen Entscheidungsunfähigkeit (es gibt nur 4 Gerichte) scheitert. Aber Mascha verliert den ganzen Abend über ihr Lächeln nicht. Mit einigen kommt man dann doch nicht ins Gespräch. Aber ich habe mir abgewöhnt, bei solchen Feiern mich verpflichtet zu fühlen.
Ein Lesebühnen-Gruppenfoto kommt nicht zustande. Ein bis auf zwei Autoren fast komplettes hätten wir auf Steins Beerdigung schießen können, selbst aus alten Zeiten waren noch Kollegen da. Die Chance gibt es wahrscheinlich (oder sollte man sagen "Hoffentlich"?) nicht so schnell wieder.

Ingeborg Junge-Reyer ist der Name jener Sozialdemokratin, deren Aufgabe es ist, für eine angemessene Stadtentwicklung in Berlin zu sorgen. Zum Thema Gentrifizierung fällt ihr allerdings nur ein, dass es doch gut sei, wenn in ein Haus, in dem sonst nur Arbeitslose wohnen, jemand einzieht, der einen Job hat. Anscheinend bezieht die Dame ihr Wissen über das Thema aus einer halbseitigen Zusammenfassung, die ihr ein Referent auf den Schreibtisch gelegt hat. Fazit: Man kann sowieso nichts machen.
Natürlich ist es begrüßenswert, wenn die Qualität der Häuser verbessert wird, wenn in einen armen Bezirk auch Wohlhabende ziehen, wenn es neben Eckkneipen auch Cafés gibt usw., aber ab einem bestimmten Punkt kippt es. Die Prognosen des guten alten Häußermann haben sich in dem Punkt bisher ziemlich bewahrheitet: Mietenexplosion in Mitte und Prenzlauer Berg. Massive Verdrängung der lange dort wohnenden Bevölkerung, teilweise sogar mit Gewalt. Aber von brennenden Dachstühlen, verstopften Schornsteinen, vermauerten Türen, abgestelltem Wasser lässt sich weniger knackig schreiben als von brennenden Autos.
Soviel zur Tagespolitik.

*

Es folgen: Zimmer aus Gold, Silber, Edelsteinen, köstliche Mahlzeiten, Sängerinnen, Tänzerinnen, Polster und

Kissen, die aus Stickperlen und altpersichen Geweben gearbeitet waren,

Gäste, Sklavinnen usw.

Sechs Monate flossen ihm so im Feenlande dahin, neben Perî Banû, der er in so zärtlicher Liebe zugetan war, dass er es auch nicht einen Augenblick ertragen konnte, sie nicht zu sehen. (…)
Doch nach einer Weile erwachte sein Gedächtnis aus dem Schlummer, und bisweilen ertappte er sich dabei, wie er sich danach sehnte, seinen Vater wiederzusehen.

Die großzügige Prinzessin gestattet ihm die Reise, obwohl sie vor Sorge vergeht. Unterdessen grämte sich natürlich Ahmeds Vater, und wie so oft kooperieren ein böser Wesir, der dem Herrscher einen Floh ins Ohr setzt, der Sohn könne etwas gegen ihn im Schilde führen und eine alte Zauberin, die sich zum Werkzeug des Bösen machen lässt. Sie findet zunächst heraus, dass Ahmed noch lebt. Cut! Unterdessen nimmt Perî Banû ihrem Gatten das Versprechen ab,

"dass du mit aller erdenklichen Eile hierher zurückkehren willst, und dass du mir nicht durch langes Fernsein schmerzliche Sehnsucht und banges Warten auf deine sichere Heimkehr verursachen wirst."

Natürlich darf er nichts vom Feenland erzählen. Sie gibt ihm noch zwanzig Ritter mit, und der grandiose Einzug in die Hauptstadt ist garantiert.

Dort ward er mit so lautem Jubel empfangen, wie man ihn noch nie zuvor im Lande vernommen hatte.

Als er sich seinem Vater nähert gibt er ihm ein redundantes Verlaufsprotokoll der Ereignisse, das wir uns hier sparen. Der Sultan bittet nun seinen Sohn, ihn einmal pro Monat zu besuchen. Als Ahmed nach vier Tagen zu Perî Banû zurückkehrt, gewährt sie ihm von nun an bedingungslose Reisefreiheit.
Als Ahmed zum zweiten Mal seinen Vater besucht, wird der Neid des Wesirs angestachelt:

"Niemand vermag zu sagen, woher der Prinz kommt und auf welche Art er sich solch ein prächtiges Gefolge verschafft hat."

Und wie es in dieser Art von Geschichten eben geht: Die Charaktere bleiben konstant. Psychologisierung oder gar Soziale Konditionierung entfällt. Er ist neidisch = er war neidisch = er wird immer neidisch sein.

Der König wird nervös und beauftragt die Zauberin, herauszufinden, wo Ahmed immer verschwindet, doch die Tür zum Feenpalast bleibt dem menschlichen Auge verborgen, also muss sie eine List anwenden und verkleidet sich als alte, kranke Bettlerin. Prinz Ahmed erbarmt sich ihrer und nimmt sie mit zur Pflege in den Palast.

Wieder einmal das Motiv der listigen Alten, die sich verkleidet einnistet. Fehlte nur noch, dass sie die Fromme mimt und alleingelassen werden will. Doch das bleibt uns diesmal erspart.

Perî Banû entdeckt den Schmu:

"Diese Frau ist nicht so krank, wie sie sich stellt, nein, sie übt Betrug an dir, und mir ahnt, dass irgendein Neider gegen dich und mich Arges im Schilde führt."

Mit einem Trunk aus der allheilenden Löwenquelle wird die Alte wieder auf die Beine gebracht und entlassen. Am Tor sieht sie sich um und findet den Eingang nicht mehr. Dem Sultan berichtet sie alles und stachelt ihn auf:

"Wer weiß, ob er nicht mithilfe von Perî Banû Zwietracht und Zwiespalt im Reiche hervorrufen wird? Hüte dich vor den Listen und der Tücke der Frauen."

Der letzte Satz entfaltet natürlich seine Ironie, wenn er von einer listigen und tückischen Frau ausgesprochen wird.

Den Rat seines Ministers, den Sohn hinrichten zu lassen, verwirft er, lieber will er ihn in den Kerker werfen lassen, aber die Zauberin rät ihm ab, da die Knappen von Prinz Ahmed schließlich Dämonen sind. Lieber möge er seinen Sohn "auf die Probe stellen" und ihn ein Zelt besorgen lassen, dass den ganzen Hofstaat aufnehmen könne. Daraufhin würde sie sich eine weitere Probe ausdenken, usw., bis er am Ende seiner Kräfte sei und endlich gedemütigt und beschämt sich nicht mehr in die Hauptstadt wagen.

Verknüpfungen und Wiedereinführen

Das Maß der Verknüpfung der bereits eingeführten Elemente ist sowohl bei narrativen als auch nicht-narrativen Formen eine entscheidende Geschmacksfrage.
Anfänger tendieren in der Regel, zu viel zu verknüpfen. Vor allem freie Formate wie Harold, Collagen usw. verleiten dazu. Am Ende legt man zuviel fest, nichts bleibt mehr offen, und die Schönheit des angedeuteten Gleichklangs verschwindet zugunsten eines festgeknüpften Knotens.
Das Format Quintett (auch bekannt als 5-4-3-2-1) startet mit fünf verschiedenen Szenen, von denen eine abgewählt wird, vier werden weitergespielt usw., bis eine übrigbleibt. Es gibt Gruppen, die es darauf anlegen, die Szenen immer mehr miteinander verschmelzen zu lassen. Ich glaube, dass den Szenen dadurch die Schönheit genommen wird. Jede Story entfaltet ihr eigenes Narrativ. Warum zusammenmantschen, was nicht zusammengehört?
Umgekehrt – aber das ist ja Storytelling-ABC – wissen wir, dass erst durch Verknüpfung Storys entstehen.

PS: Hab ich das hier schon mal geschrieben?

Magic Moments: Er ist ein Maulwurf

Einer jener seltenen magischen Momente entstand bei der zweiten Show von Foxy Freestyle in der Alten Kantine. Die Schluss-Szene einer zwar witzigen, aber doch recht verwickelten Geschichte mündet in ein Abschluss-Lied zwischen Matze Fluhrer und mir.
Die letzte Zeile singen wir gemeinsam, ohne uns anzuschauen: Gleicher Text, gleiche Melodie. Das Video ist wie immer lediglich ein müder Abklatsch, aber die Zuschauer sind von diesem besonderen Moment auch begeistert.
Ich denke, die Chance, solche Momente zu erleben, erhöht sich, wenn wir nicht nur aufmerksam sind, sondern vor allem auch mutige Entscheidungen treffen.

Der Song startet ca. bei Minute 3:30… Weiterlesen

Die vierte Wand durchbrechen

Ich kann mich nicht erinnern, es irgendwo gelernt zu haben: Ich habe aber bei Shows fast von Anfang an die vierte Wand durchschritten. Szenen im Publikum, Zuschauer einbeziehen.
Im Improvisation liegt es praktisch auf der Hand, da die Zuschauer durch Vorschläge oder auch Abstimmungen und die ganzen Impro-Zirkus-Rituale ans Mitmachen gewöhnt sind.

Impro für Improvisierer – Rapid Fire

Auftritt von Amy Shostak und Kurt Smeaton (Rapid Fire) im Bühnenrausch. Von 50 Zuschauern sind mindestens 40 Improspieler. Davon kritzelt die Hälfte während der Show Notizen. Von Kanada lernen heißt Impro lernen. Keith Johnstone, The Crumbs Rapid Fire.
Die beiden spielen zwei Langformen. Sehr entspannt, sehr gutes Miteinander. Sie gehen so locker miteinander um, dass es fast scheint, als seien sie langsam. In Wirklichkeit bauen sie Schritt für Schritt aufeinander auf, führen Elemente wieder ein, bleiben im Moment, und behalten das bereits Etablierte im Blick. Schöne Figuren. Alles spezifisch. Die zweite Hälfte beginnen sie in einem kleinen Flugzeug. Eine beinahe Warte-Szene, fast wie Godot. Gleich zu Beginn fragt sie ihn, ob seine Schulter noch schmerze. Er fragt zurück, wie es ihrer Schulter gehe. Wir bleiben mit der Information allein. Und erst am Ende wird sie wieder eingesammelt.

271. Nacht a)

Diskussion bei der Chaussee, ob es sich lohnt, unsere Lotsen am Tor2 des RAW zu positionieren, solange wir im Skandal auftreten. Ist es peinlich und hirnverbrannt, wie die eine Fraktion meint, oder liebenswürdig und notwendig, wie die anderen sagen? Wie in der Mathematik kommt man der Sache näher, wenn man sich das Extrem der anderen Seite vorstellt: Man stünde umsonst am Tor oder es kämen wöchentlich Hunderte dort vorbei.
Indessen ignoriert uns de zitty im Programmteil, während sie uns in der vorigen Ausgabe noch mit einem Tagestipp bedachte.
Was die Immobilienspekulanten auf dem RAW nun vorhaben, ist unklar. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass 2007, beim Verkauf des Geländes nur der offizielle Preis gezahlt wurde (obwohl doch die Immobilien- und Baubranche doch sonst als so sauber gilt.)
Trenne mich nun von 10 Jahrgängen "Rolling Stone". Die New Noises CDs klingen für mich von Jahr zu Jahr gleicher. Meine besten Entdeckungen der Nullerjahre habe ich aber auch diesem Heft zu verdanken: Fiona Apple, Laura Veirs, The Strokes. Es sieht nicht so aus, als würde ich mehr als 1 Euro pro 12 Hefte bei Ebay dafür bekommen.
Kuriositäten bei Facebook: Ich soll Fan einer Künstleragentur werden, die sich nicht mit ihren Künstler rühmt, sondern damit, dass sie wirbt. Wieder eine Freundschafts-Anfrage eines ausländischen Künstlers, der mich mit Daniel Richter aus Hamburg verwechselt.
Grob fahrlässige Körperverletzung im Pflegeheim. Aber man zögert, Anzeige zu erstatten, aus Angst, der geliebten Verwandten könne dann noch übler mitgespielt werden. Alternativen: Keine; denn es ist eines der teuersten und am besten ausgestatteten Heime der Gegend, und die Schlamperei und der Zynismus des Pflegepersonals dem Vernehmen nach überall gleich.

*

Ahmed geht wieder eines Morgens den Pfeil suchen.

Wie er so überall suchte, sah er, nachdem er schon etwa drei Parasangen weit gegangen war, den Pfeil flach auf einem Felsen liegen.

Wieviel das sein mag, darüber wird noch gestritten. Wahrscheinlich zwischen 5 und 10 km.

Er entdeckt, dass der Pfeil nicht steckt, sondern abgeprallt war.

Darauf bahnte er sich einen Weg zwischen den spitzen Klippen und den großen Blöcken und kam alsbald zu einer Höhle im Boden, die in einen unterirdischen Gang auslief.

Bis er schließlich an einem unterirdischen Palast landet.

Und alsbald trat aus dessen Inneren eine liebliche Maid, schön und voll Liebreiz, eine Feengestalt in fürstlichen Gewändern und über und über mit den kostbarsten Juwelen geschmückt. Sie schritt langsam und majestätisch dahin und doch anmutig und bezaubernd, umgeben von ihren Dienerinnen wie der volle Mond von den Sternen.

Na, auf so etwas wartet man doch! Die ganze Zeit wird der Leser in die Irre geführt mit irgendwelchen Abenteuern, die die Brüder zu bestehen haben, einer Cousine, die geheiratet werden soll, und nun kommt diese Beauty-Queen. Aber es kommt noch besser:

"Herzlich willkommen, Prinz Ahmed! Ich bin erfreut, dich zu sehen. Wie ergeht es deiner Hoheit, und weshalb bist du so lange mir ferngeblieben?

Nicht nur, dass sie seinen Namen weiß, sie führt ihn auch in den Palast, sie gibt sich ihm auch als Fee zu erkennen:

Du hast wohl in der Heiligen Schrift gelesen, dass diese Welt nicht nur eine Wohnstätte von Menschen ist, sondern auch von einem Geschlechte, das man die Geisterwesen nennt, die an Gestalt den Sterblichen ganz ähnlich sind.

Vielleicht ist diese Stelle gemeint: "In jenen Tagen gab es auf der Erde die Riesen, und auch später noch, nachdem sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern eingelassen und diese ihnen Kinder geboren hatten. Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer." (1. Buch Mose 6, 4)
Oder sollte sie sich auf die im Koran Dschinni erwähnten Dschinni beziehen?

"Ich bin die einzige Tochter eines Geisterfürsten von vornehmster Abkunft, und mein Name ist Perî Banû."

Sie war es, die den nicht weit genug abgeschossenen Pfeil entführte und vor ihre eigene Schwelle legte.

Also sprach die schöne Maid Perî Banû, indem sie mit dem Blicke sehnender Liebe zu Prinz Ahmed aufschaute; dann aber senkte sie die Stirn in züchtiger Scham und wandte den Blick ab.

Sie möchte ihn ehelichen, und erläutert dies mit einem erstaunlich emanzipierten Standpunkt der Feenwelt:

"Ich habe dir bereits gesagt, dass ich hierüber mit vollkommenster Willensfreiheit entscheiden kann. Zudem ist es bei uns Sitte und uralter Brauch, dass wir Mädchen, wenn wir das mannbare Alter und die Jahre des Verstandes erreichen, nach dem Gebote des Herzens uns vermählen dürfen, eine jede mit dem Manne, der ihr am meisten gefällt und von dem sie glaubt, er werde ihr das Leben am glücklichsten machen. So leben denn Mann und Frau ihr ganzes Leben in Eintracht und Glück. Wenn aber eine Jungfrau von ihren Eltern nach deren Wahl, nicht nach ihrer eigenen, vermählt wird, und sie so an einen Gefährten gekettet wird, der nicht der rechte für sie ist, weil er eine hässliche Gestalt oder ein hässliches Wesen hat und ihre Zuneigung nicht zu gewinnen vermag, dann werden die beiden wohl ihr ganzes Leben lang miteinander streiten, und Not ohne Ende wird für sie aus einer solchen unglücklichen Verbindung entstehen. (…)
Wir tun offen unsere Neigung dem Manne kund, den wir lieben, und wir brauchen nicht zu warten und zu schmachten, bis wir umworben und gewonnen werden."

Was die Bemerkung vom in züchtiger Scham gesenkten Blick Lügen straft. Jedenfalls kann Ahmeds Cousine Nûr en-Nahâr von solcher Wahlfreiheit nur träumen, denn gefragt wurde sie ja nicht.

Doch auch die Eheschließung erfolgt unkonventionell:

"Du bist mein Gemahl, und ich bin dein Weib. Dies feierliche Versprechen, das wir beide einander geben, steht an Stelle einer Eheurkunde. Wir brauchen keinen Kadi; den bei uns sind alle andern Förmlichkeiten und Zeremonien überflüssig und nutzlos."

Es wäre schön zu wissen, ob wir es hier mit der utopischen Phantasie einer weiblichen Erzählerin zu tun haben oder vielleicht eines männlichen, der sich vielleicht eine Beziehung auf Augenhöhe erträumt.

Berlin/Brandenburg Impro Neuigkeiten regelmäßig online

Löbliche Seite von Marco Brüders und Thomas Jäkel:
http://www.impro-news.de/

Sie schreiben dazu:

Hallo Impro-Macher,
seit November 2009 haben wir an der Umsetzung des Konzeptes einer regionalen Online Improtheater-Zeitung für Berlin/Brandenburg gearbeitet. Seit Ende November sind wir mit unserer Seite Impro-News.de online. Seither haben wir viele Erfahrungen mit der Technik und mit dem für uns neuen News-Format gesammelt. So ist Impro-News.de derzeit bereits per RSS abonnierbar, man kann uns per Twitter followen und es gibt eine Facebook-Gruppe, die die wichtigen Artikel verlinkt.
Das positive Echo verschiedener persönlich mit uns bekannter Freunde aus der Berlin-Brandenburger Impro-Szene auf unsere ersten Gehversuche gibt uns das Gefühl, dass wir hier einen sinnvollen Beitrag zu der wachsenden Impro-Community in der Region leisten können. Sicherlich ist noch nicht alles perfekt und wir erfinden das Format in guter Impro-Manier jeden Tag wieder ein bisschen neu, aber es macht uns persönlich so viel Spaß, dass wir uns vorstellen können, hier etwas Nachhaltiges zu schaffen.
Wenn euch das Angebot gefällt, so leitet diese Information doch bitte an eure Freunde oder sonstige Interessierte weiter!
Worum geht es eigentlich bei Impro-News.de?
Der Grundgedanke bei Impro-News.de ist es, eine zentrale Informations-Plattform zu bieten, über die Infos aus und über die Berlin/Brandenburger Impro-Szene in einer unabhängigen und vielfältigen Form zugänglich gemacht werden können. Hierbei denken wir in erster Linie an folgende Informationen:
Ankündigungen zu interessanten Events (Workshops, Festivals, neue Shows und Formate)
Kritiken von einzelnen Impro-Auftritten,
Vorstellung der Impro-Gruppen und Impro-Persönlichkeiten, z.B. in Form von Steckbriefen und Interviews.
Tipps&Tricks, z.B. Vorstellung von Impro-Spielen oder Trainings-Tipps in lockerer Form
Sonstige Infos rund um Impro-Theater
Wir erhoffen uns hiervon eine stärkere Vernetzung der teilweise doch recht zersplitterten Impro-Szene, einfach dadurch, dass man mal erfährt, was außerhalb der eigenen Gruppe so läuft und was die anderen eigentlich so machen.
Wer steckt hinter Impro-News.de?
Ins Leben gerufen und getragen wird das Projekt derzeit von Thomas Jäkel (ZWIEBELFISCH) und Marco Brüders (Changeroos). Wir suchen jedoch noch Mitstreiter, die Spaß daran haben, über die Berlin/Brandenburger Impro-Szene lebendig zu berichten (Siehe auch “Wie kann ich konkret mitmachen” weiter unten).
Impro-News.de versteht sich als unabhängiges Forum und fühlt sich einzig den hier genannten Zielen verpflichtet. Insbesondere verfolgt Impro-News.de keinerlei kommerzielle Interessen. Falls wir uns entschließen sollten, Werbung auf dem Portal einzublenden (und falls das auch noch Geld bringen sollte…), dann wird dieses Geld ausschließlich zur Deckung der Kosten verwendet, die im Rahmen der Arbeit rund um Impro-News.de entstehen.
Woher kommen die Artikel?
Bislang haben wir alle Artikel selber geschrieben, wobei wir oft auf Informationen aus von uns abonnierten Newslettern einiger Impro-Gruppen zurückgegriffen haben. Wir würden uns aber wünschen, dass eine möglichst große Zahl von anderen Freiwilligen aus ganz verschiedenen Ecken der Impro-Szene bei unserem Projekt mithelfen, indem Sie eigene Artikel schreiben oder uns Informationen zugänglich machen. Grundsätzlich sind wir für alles offen, werden aber eine Moderationsrolle übernehmen, um eine gewisse Grundlinie zu gewährleisten.
Wie kann man konkret mitmachen?
Ihr könnt mitmachen, indem Ihr
den Fragebogen für eure Gruppe ausfüllt,
einen kurzen Bericht über eine von euch besuchte Impro-Vorstellung schreibt
eure schönste Impro-Panne mailt
uns auf Termine und Veranstaltungen hinweist, die wir bislang übersehen haben (bitte aber keine regelmäßigen Auftritts-Termine)
uns bzw. unseren Redakteuren Freikarten für eine Show anbietet, damit wir Kritiken schreiben können
Impro-News.de an Bekannte weiterempfehlt und ggfs. von euren Seiten auf uns verlinkt
uns eure Kritik über Impro-News.de schickt (Lob darf auch mal sein!)
Artikel fleißig kommentiert
uns auf neue Ideen bringt
usw.
Soweit erstmal. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns regelmäßig lest und eure Gruppenmitglieder über Impro-News.de informiert. Wir haben noch einige andere Ideen für die Zukunft, aber eins nach dem anderen.
Gutes Improvisieren wünschen euch
Thomas und Marco

271. Nacht

Die Geschichte von dem Prinzen Ahmed und der Fee Perî Banû

Eine Fußnote des Übersetzers Littmann merkt an, dass diese Geschichte in der Kalkuttaer Ausgabe nicht vorkommt.

Ein König von Indien hat drei Söhne – Husain, Alî und Ahmed, die sich alle für ihre Cousine Nûr en-Nahâr interessieren. Da der König keinen von ihnen bevorzugen will, stellt er ihnen die Aufgabe, in die Welt zu ziehen. Welcher ihm das Sonderbarste brächte, der dürfe die Prinzessin Nûr en-Nahâr ehelichen.
Weitschweifend wird von den Reisen der Brüder berichtet, die gemeinsam losziehen und sich nach einem Jahr in einer Karawanserei wieder treffen wollen. Husain bringt einen fliegenden Teppich mit, ‚Alî ein Fernrohr, das alles erkennt und Ahmed einen Apfel, der alle Krankheiten heilt, wenn man an ihm riecht.

Dies ist hier die erste Geschichte mit fliegendem Teppich!

Als sie sich nach einem Jahr wiedertreffen, schauen sie durchs Fernrohr nach Nûr en-Nahâr.

Diese Schlingel.

Aber die Prinzessin ist krank, also reisen sie per Teppich zu ihr, Ahmed lässt sie an seinem Apfel riechen und sie gesundet auf der Stelle.
Da nun alle denselben Anteil an ihrer Errettung haben, steht der Sultan vor demselben Problem wie zuvor. Nun müssen sich die Söhne im Pfeilweitschießen messen.

Das hätten sie im Grunde auch vorher tun können, nur wäre dann die Prinzessin nicht am Leben. Was aber den Leser irritiert ist die narrative Folgenlosigkeit der auf mehreren Seiten ausgebreiteten Erzählung der Reisen der Söhne. Sie steht im Grunde für sich und ist ohne Plotrelevanz.

Alî schießt den Pfeil weiter als Husain. Den Pfeil von Ahmed findet man nicht mehr. Also wird Alî verheiratet.

Prinz Husain aber wollte bei dem Hochzeitsfeste nicht zugegen sein, da er enttäuscht und von Eifersucht erfüllt war; denn er war der Herrin Nûr en-Nahâr mit einer viel heißeren Liebe zugetan als seine beiden Brüder. Darum legte er seine fürstlichen Kleider ab und zog im Gewande eines Fakirs von dannen, um als Einsiedler zu leben.

Lebensverneinung als Problemlöser. Erst extremer Schmerz scheint die Liebe zu beweisen – das Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten.

Der jüngste Bruder Ahmed verweigert sich auch dem Hochzeitsfest und sucht stattdessen den Pfeil.

 

270. Nacht d) – Gesund und glücklich alt werden

Dan Buettners Vortrag über Regionen, in denen die Lebenserwartung extrem hoch ist, beunruhigt mich. Zusammengefasst, sind die Voraussetzung diese:
– andauernde Freundschaften
– geerdete Spiritualität
– überwiegend vegetarische und vielseitige Ernährung,
– natürliche Bewegung, d.h. die alltäglichen Handlungen sind bewegungsreich
– täglicher Lebenszweck – ein täglicher Grund, warum man aufsteht
– tägliche Ruhepause
– gute Familienbeziehungen und -traditionen
– mäßig essen und wenig Alk
– sich in gute Gesellschaft begeben.

 

Nur wenig davon beherzige ich. Vom meisten hat man sich frei gemacht. Einige Dinge muss man sich schwer neu erarbeiten. Wer überhaupt Mangel empfindet, ist auf Lebensberatungsliteratur, Therapeuten, Trainer usw. angewiesen, wenn er nicht das Glück hatte, die gesunden Traditionen der eigenen Community ungefragt weiterzuleben.

*

Am nächsten Morgen zeigt Mardschâna ihrem Herrn Ali Baba die toten Räuber in den Ölschläuchen und berichtet ihm, was geschehen ist.

Und zwar so, dass wir Leser auf zwei Seiten auch noch mal dasselbe erfahren.

Ali Baba schenkt zum Lohn der Sklavin Mardschâna die Freiheit. Die 38 toten Räuber werden im Hof begraben.

Es müssen also ursprünglich 41 und nicht 40 gewesen sein, wenn man den Hauptmann und die beiden von ihm getöteten Gauner hinzurechnet.

Der Räuberhauptmann indessen klagt nicht lange, sondern verkleidet sich erneut als Kaufmann, eröffnet auf dem Basar einen Laden, in dem er teure Edelsteine zum Verkauf anbietet.

Die Großen kamen zu ihm in Mengen, und die Kleinen begannen sich, um ihn zu drängen; er empfing die Menschen mit großer Zuvorkommenheit und behandelte sie mit Höflichkeit. (…) Und dabei war dies alles doch gegen seine Natur; denn er war innerlich roh und hart, von grober und rauer Art; er pflegte auf Mord und Raub zu sinnen, Blut zu vergießen und Beute zu gewinnen. Aber die Not hat ihre Gesetze, und sie zwang ihn zu solchem Tun.

Sein Laden befindet sich nun direkt gegenüber vom Laden des Sohnes Ali Babas, dessen Vertrauen er gewinnt. Bald lädt Ali Babas Sohn ihn zum Gastmahl ein. Dieser willigt ein:

"Ich will mich deinem Wunsche fügen und einkehren um der Freundschaft willen. Aber es geschieht nur unter der Bedingung, dass du kein Salz an die Speisen kommen lässest; denn ich habe die größte Abneigung dagegen und kann es weder essen noch auch riechen."

Der Hintergrund scheint zu sein, dass er selbst als Räuber das Gastrecht nicht verletzen will, dem er sich unterwirft, sobald er mit dem Gastgeber Salz geteilt hat.

Als Mardschâna, die die Männer bekocht, dies hört, wird sie zornig, doch als sie den Kaufmann sieht, erkennt sie ihn und greift wieder zu einer List.

Mardschâna trug ein Hemd von durchbrochener, alexandrinischer Arbeit, dazu eine Jacke aus königlichem Brokat und andere prächtige Kleider, und sie war mit einem goldenen Gürtel, der mit allerlei Edelsteinen besetzt war, geschmückt. Ihr Leib war schmal, und darunter wölbten sich ihre Hüften. Auf ihrem Haupt lag ein Perlennetz und um ihren Hals eine Kette von Smaragden, Hyazinthen und Korallen. Und darunter wölbten sich ihre beiden Brüste wie zwei Granatäpfel. Sie war mit Schmuck und schönen Kleidern geziert; sie glich einer Blume des Frühlings, und dem Mond in seiner Vollendung Nacht.

Sie tanzt eine Art erotisierten Dolchtanz, an dessen Ende sie schließlich den Räuber ermurkst. Nach kurzem Schrecken erklärt Mardschâna alles und zum Lohn wird sie an Ali Babas Sohn verheiratet.

Schließlich ward die Braut vor ihm entschleiert, er blieb mit ihr allein und nahm ihr das Mädchentum.

Nach einiger Zeit (Ali ist skeptisch, da er die zwei Räuber, von deren Tod er nichts weiß, vermisst), führt er seinen Sohn an den Berg und lässt ihn sich an den Reichtümern der Höhle bedienen.

So führten sie ein herrliches und glückliches Leben, bis Der zu ihnen kam, der die Freuden schweigen heißt und der die Freundesbande zerreißt, der die Schlösser vernichtet und die Gräber errichtet.

Eine schöne, wesentlich gründlichere Analyse, inklusive Versionsvergleiche findet sich bei Winfried Seibert.

Ende der Geschichte und des Zweiten Bandes… Weiterlesen