Korrektur zur 140. Nacht: Der Pferdedieb stahl es nicht dem Anführer der Christen, sondern dem Anführer der muslimischen Kaufleute, der es wiederum den christlichen Eindringlingen abgenommen hatte. Die Christen unter Führung der alten, uns sattsam bekannten Dhât ed-Dawâhi wurden von dem Anführer der muslimischen Kaufleute Kahardâsch gefangengenommen, aber durch das Zureden der Alten ließ man sie wieder frei, und in diesem Moment schnappte der Pferdedieb zu, nicht ohne verletzt zu werden.
In der Hoffnung, es vielleicht doch noch in seine Heimat zu schaffen, versucht Kân-mâ-kân, ihn auf sein Pferd zu heben, doch er sagt einen letzten Reuevers, spricht das Glaubensbekenntnis und stirbt.
Inzwischen hat sich der Wesir Dandân gegen den ehemaligen Kammerherrn und jetzigen König Sasân empört und das halbe Heer an sich gerissen, mit diesem ist er
bis zu den Indischen Insel, bis zum Berberlande und bis in den Sudan gekommen.
Wieder einmal sehr schwer vorstellbar, wie man sich diese Wanderung vorzustellen habe. Das halbe Heer übers Meer zu irgendwelchen Inseln zu transportieren, erscheint äußerst unrealistisch und nur schwer vorstellbar. "Indische Inseln" zumal unklar. Als solche wären Sri Lanka oder Indonesien denkbar. Beides eigentlich unerreichbar für das Heer. Sudan hingegen zumindest denkbar (Syrien, Ägypten ist das "Berberland", da damals einige Berberstämme dort wohnten), wenn auch nicht in dem kurzen Zeitraum, von dem hier die Rede ist.
Sasân sieht, wie ihm die Felle davonschwimmen und er sendet Kân-mâ-kân, von dessen Ankunft er erfährt, Emire und Ehrengeleite entgegen. Tatsächlich kommt dieser wohlgesonnen und schenkt dem König den Hengst el-Katûl,
und er erkannte, dass es derselbe war, den er gesehen hatte, in dem und dem Jahr, damals, als er die Kreuzesverehrer belagerte, mit des Prinzen Vater Dau el-Makân und zur Zeit der Ermordung seines Oheims Scharkân.
So muss das Pferd wohl inzwischen 18 Jahre alt sein, wenn wir davon ausgehen, dass es damals mindestens sechs Jahre alt war und Kân-mâ-kân vier Jahre.
Kân-mâ-kân wird mit Geschenken und Ehren überhäuft, da Sasân
um den Ausgang der Unternehmung des Wesirs Dandân besorgt war.
Kân-mâ-kân besucht nun zunächst seine Mutter und dann eine Kupplerin, um sich die Liebe Kudijâ-Fakâns zu versichern.



Ein Brief der Bayrischen Regierung aus dem Jahre 1942, in dem der Stummfilm „Der Sonderling“ von 1929 verboten wird, weil er zu absurd sei. Einiges aus der Ritterspelunke. Vielleicht hat Valentin wirklich seinen Draht zum Publikum verloren, als die grausame Wirklichkeit seine sadistisch-groteske Komik einholte. Er baut einen mittelalterlichen Folterkeller in München, während wenige Kilometer weiter in Dachau tatsächlich systematisch gefoltert wird. Die Menschlichkeit, die sozusagen die Grundlage ist, auf der sich das lustvolle Entsetzen der Groteske entfaltet, geht verloren, die Barbarei hält Einzug, der Krieg, die Bomben auf München macht die Unmenschlichkeit für jeden erfahrbar. Zaghafte Versuche, sich trotzdem zu behaupten, wie in den Feldpostbriefen. Dann der zwangsläufige Rückzug in die Burg und dann nach Planegg.
Der Neustart nach dem Krieg geht fast ebenso zwangsläufig in die Hose. Der Humor wirkt schal, die Witze ausgedacht. Es fehlt das Überbordende, die Übertreibung, die Seele. Valentin schwankt zwischen schlecht gemachten moralisierenden Gedichten, anbiedernder Volkstümlichkeit und raren, verzweifelten Versuchen, an die alte Anarchie seiner Komik anzuknüpfen, aber man spürt dass das Herz alt geworden ist.