Gestern Vormittag zur Karl-Valentin-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau. Man hätte es wissen können – es waren dann doch hauptsächlich erwartbare Dinge. Unter den Fotos kaum eines, das ich nicht schon kannte. Ein paar wenige beeindruckende Exponate wie eines seiner berühmten Dreiräder mit
Sich berühren lassen
„Teflon-Spieler“ lassen alles an sich abprallen. Emotionale Reaktionen sind ebenso unwahrscheinlich wie inhaltliche Fortführung. Es wird alles kleingeredet und auf Erbsengröße gebracht.Wir müssen an das emotionale Gedächtnis herankommen. Stell dir vor, du bist es, der gerade verlassen wird.Ist das nicht
Kreativ Kreativität lehren
Oftmals mag es genügen, im Unterricht bestimmte Spiele zu spielen, die sozusagen selbst-lehrend sind. Aber die meisten Übungen, Spiele und Szenen bedürfen auch einer hohen kreativen Wachsamkeit des Lehrers. (Das betrifft wahrscheinlich das Lehren überhaupt, nicht nur das Lehren von
Scheinalternative: Impuls oder Ausdenken
Carol Hazenfield rät, den eigenen Impulsen zu vertrauen, anstatt sich Reaktionen auszudenken. Dabei hat sie vor allem unechte Gefühlsreaktionen im Blick. Andererseits ist der Rat „Vertraue deinen Gefühlen“ auch ein wenig zu einfach. Die Wahrhaftigkeit der Reaktion macht ja noch
Open Stage
Interessante Situation wieder mal bei der Foxy Open Stage im RAW: Erste Hälfte Harold mit den Peperonis. Zweite Hälfte Open Stage Games für Zuschauer.Es mag seltsam wirken, aber tatsächlich kam die zweite Hälfte wesentlich besser an.Vielleicht lag es am Harold,
Kopier-Reflex
Seltsam, der bei vielen Impro-Spielern so ausgeprägte Kopier-Reflex: Die Figur des Gegenüber wird in Tonfall, Körpersprache, sozialem und theatralem Status kopiert. Vielleicht wird hier eine wertvolle soziales Verhaltensweise auf die Bühne übertragen. Bloß hier ist sie ziemlich unbrauchbar. Es ergibt
Die Schnelligkeit der Crumbs
Erstaunlich, wie gut die Crumbs aufeinander eingeschossen sind. Satz für Satz baut sich die Geschichte auf, und doch ist die Szene körperlich präzise und saftig.
Bewegungsspiel
Ein Spieler hält vor dem Publikum einen Monolog.Hinter dem Erzähler zerlegen drei weitere Spieler die Elemente seines Textes jeweils in a) konkrete, b) emotionale und c) abstrakte Bewegungen.
Konflikt
Die Rolle des Konflikts ist gerade im Improtheater etwas schwierig zu erfassen. Konflikte an sich sind für den Zuschauer nur wenig interessant. Wichtig sind innere Konflikte. Dennoch sind Konflikte als Narrativ-Element entscheidend. Konflikte dürfen wir hier nicht mit „Katastrophen“ verwechseln.
Neues altes Aufwärmspiel
„Brown girl in the ring“ ist nicht nur ein Hit von Boney M., sondern auch ein altes jamaikanisches Kinderspiel.Siehe hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Brown_Girl_in_the_Ring_(game)
Verzweiflung als notwendige Vorstufe zur Ergebenheit
Stephen Nachmanovitch beschreibt in Das Tao der Kreativität (Free Play) die Notwendigkeit der Ergebenheit, um innere Transparenz zu schaffen, den Fluss zu ermöglichen. Dies kann auch durch totale Verzweiflung geschehen.Mit Andrés Atala Quezada diskutieren wir die Frage, ob man denn
Der Mensch, das spielende Wesen?
Was ich noch nicht kann
„I always manage to try something I can’t do.“(Miles Davis über sein Projekt „Sketches Of Spain“).Je älter wir werden, um so schwerer wird es, gegen eine gewisse Trägheit anzukämpfen. (Gegenüber Kindern sind wir vielleicht manchmal im Vorteil der Dauerhaftigkeit.) Aber
Loslassen
„That melody is so strong that the softer you play it, the stronger it gets, and the stronger you play it, the weaker it gets.“ (Miles Davis über „Concierto de Aranjuez“ aus „Sketches Of Spain“)Dies erfordert eine ganz besondere Kraft,
Sounds
Impro Crossover mit DJ Mastee. Neben Beatbox-Einlagen, Songs usw. auch Sounds in die Szenen eingebaut. Ich hatte fast vergessen, dass ich das früher bei den Auftritten mit Paula P. in der Scheinbar immer so gern gemacht habe, wenn ich als
Körper, Atem, Story
Carol Hazenfield bestätigt meine Auffassung, derzufolge die Story dem Körper folgt, nicht umgekehrt. Aber ich sehe den Atem auch als entscheidenden Mittler an. Wenn der nicht dabei ist, glaube ich den Figuren nicht. Sie bleiben bestenfalls in der ironischen Distanz
Was das Publikum will
„Die vorherrschende Meinung ist, dass wir dem Publikum geben sollten, was es verlangt. Das Problem ist aber, dass das Publikum das sehen will, was es schon gesehen hat. Es will das, was es kennt. Wir können unserem Publikum folgen oder
Größe und Intimität
Queen, die sonst nie vor Bombast zurückschrecken, bündeln beim Live Aid Konzert 1985 die gesamte Aufmerksamkeit des Wembley-Stadions kurz vor dem Finale in einem ruhigen und intensiven Song. Freddie Mercury und Brian May.
Gesten und abstraktes Denken
Gestikulieren hilft Kindern, so fanden amerikanische Wissenschaftler heraus, beim Rechnen komplizierter Aufgaben.Artikel in „Gehirn und Geist“ Die Kinder waren bei dem Versuch in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt den Hinweis, bei ihren Erklärungen Gesten zu benutzen, eine zweite Gruppe
Die Kraft der Grenzen – Max Roach Hi-Hat Solo
Wer würde glauben, dass man das aus diesem Instrument herausholen könnte?
Flirten beim Moderieren
Wie kommt es nur, dass es so wenige gute Moderationen im Improtheater gibt? Die Listen, was es zu beachten gibt, wie man das Publikum aufwärmt usw, werden immer länger und die Moderationen nicht besser. Mir scheint, viele vergessen, dass es
Absichtsloses Theater
Im Grunde hat ja Gunter Lösl recht mit dem Gedanken des „absichtslosen Theater“, denn das trifft den Improvisationsgedanken im Kern, man steuert nicht bewusst, sondern lässt sich steuern. Allerdings erleben wir gerade im heutigen Improtheater viel zu oft eine gewisse
Eleganz und Aufgabe des Ich
Heinrich von Kleist Über das Marionettentheater Als ich den Winter 1801 in M… zubrachte, traf ich daselbst eines Abends, in einem öffentlichen Garten, den Herrn C. an, der seit kurzem, in dieser Stadt, als erster Tänzer der Oper, angestellt war,
Interview mit Michael Stein
12.8.2007 Dan Richter: Warst du jetzt mal wieder bei der Reformbühne oder den Surfpoeten? Michael Stein: Nein, ich hab letzte Woche noch mal mit Falko [Hennig] und Daniela [Böhle] telefoniert und erklärt, dass es im Moment erst mal völlig weg
Die Seele des Flake
Es ist manchmal seltsam, wie sich bei Künstlern, die in verschiedenen Gattungen aktiv sind, ihre Persönlichkeit hinter jedem Strich, in jeder Note, in jedem Satz zeigt. Helge Schneider schreibt wie er redet und zeichnet wie er Trompete bläst.So auch Flake
Impulskontrolle
Beim Improtheater – und überhaupt in der Improvisation – stehen wir vor der Frage, wie wir mit unseren Impulsen umgehen sollen: Einerseits brauchen wir eine erhöhte Wahrnehmung für sowohl innere als auch äußere Impulse. Den inneren strengen Zensor abzuschalten, der
Choicecoaching
„So wie bei überfürsorglichen Eltern gibt es die Gefahr, dass man die Schüler versteift.“Asaf Ronen (Directing Improv)spricht vom Entscheidungs-Coaching („Choicecoaching“). Lehrer, die die szenischen Entscheidungen der Schüler verbessern, statt sie zu ermutigen, den Weg fortzusetzen. Diese Reinreden in szenische Entscheidungen
Regeln und Ego
Jede Person auf der Straße kann in einem dreistündigen Workshop die paar Impro-Regeln lernen, um dann Jahre damit zu verbringen, sich das Ego abzutrainieren und die Regeln auf die Aufführung anzuwenden.Rob Kozlowski: „The Art of Chicago Improv“)
Entwicklung von Spielen
Die Spiele sind in aus der Not entstanden. Ich hab nicht zuhause rumgesessen und sie mir ausgedacht. Wenn ich ein Problem beim Anleiten hatte, habe ich ein Spiel erfunden.„The games came out of necessity. I didn’t sit at home and
Musikwahrnehmung
Eine andere Art, Musik zu betrachten bzw. zu kategorisieren, beschreiben Bogart&Landau im Viewpoints. Bei ihnen geht es zwar darum, welche Musik auf welchem Viewpoints-Level genutzt werden kann, aber auch für Fragen der Perzeption interessant:1. Stücke ohne Text, die atomsphärisch, repetitiv,
