Diskussion mit Volker Strübing und Jochen Schmidt über die Nervosität von Verlegern, wenn sie auf den Einband ein Prosawerk nicht das Wort „Roman“ draufschreiben können. Ich kenne mindestens sechs Bände mit Erzählungen und Kurzgeschichten von Berliner Lesebühnen-Autoren, die unter ein
langweilige Assoziationen
Einen berechtigten Einwand zu Johnstones Forderung, das Offensichtliche zu wählen, erhebt Gunter Lösel (Theater ohne Absicht): Immer das absolut naheliegende zu wählen, wird auf Dauer langweilig. Man möchte allerdings Johnstone zugute halten, dass es sich hier zunächst nur um eine
John Cage
Diskussion mit Jochen Schmidt über Sinn und Unsinn bestimmter Werke von Cage. Dem Stück 4#33, in dem viereinhalb Minuten geschwiegen wird, kann man zumindest noch die Erfahrung von gemeinsam empfundener Stille zugute halten. Im „John-Cage-Orgelprojekt“, das sich über 600 Jahre
Tarantino über Robert De Niro in „Raging Bull“
„Es ist bemerkenswert, dass zu der Zeit, als er sich Gewicht zulegte, seinem Fett nicht die Gelegenheit dazu gab, seine Darstellung zu formen. De Niro hat das nicht als Trick benutzt, nach dem Motto: ‚Oh, jetzt sind wir aber beeindruckt!‘
Langweilige/Spannende Geschichten
Die langweiligsten Geschichten auf der Bühne entstehen meistens von Spielern, die sagen, dass sie sich beim Improtheater „für die Geschichten“ interessieren. Warum ist das so? Ich vermute, dass viele dieser Spieler sich mit Story-Strukturen usw. beschäftigt haben und diese dann
Protagonist/Held sein
In Johnstones Buch gibt es das seltsame Kapitel „Wie man kein Held ist“. Auch sonst lässt er zur Heldenfrage hier und da einen Gedanken fallen: Die Heldin muss gemartert werden usw.Abhängig von der Länge der Szenen ergibt sich auch, wie
Selbstfesselungen
Sobald er außerhalb der Szene ist, quetscht sich der Spieler an den äußersten Bühnenrand oder verdrückt sich hinter den Vorhang. Auch bei einer kleinen Bühne kann man „off“ sein, ohne abzugehen: Man lockere den Gesamt-Tonus und lasse die Figur von
Helge Schneider erfindet sich neu
Helge Schneider hat sich noch mal unglaublich entwickelt. Seine Improvisationen nun völlig entspannt und natürlich. Er lässt jetzt die ganze Clownerie hinter sich. Keine Veranlassung mehr, extra komisch zu sprechen. Wer hätte gedacht, dass er noch mal die Lakonie entdeckt?
Format-Abwandlungen
Ich habe nie verstanden, warum Johnstone sich so geärgert hat, dass Improspieler an verschiedenen Orten sein Theatersport-Konzept abwandeln: Die bescheuerten Strafkörbe weglassen, den ganzen Jury/Richter/Moderator/Regisseur-Hokuspokus modifizieren.Im Gegenteil glaube ich, dass jede Gruppe und jeder Spieler herausfinden muss, was sie inspiriert,
Guter Jarrett, böser Jarrett
Und trotzdem ist Jarrett ein großartiger Künstler. Ein kleiner Zusammenschnitt seines Schaffens.
Vergeigt
Gestern improvisierte Geschichte bei der Chaussee der Enthusiasten. Noch nie so uninspiriert. Gerade mal halbwegs über die Bühne gebracht. Die als Inspiration vom Publikum beschrifteten Zettel etwas übermäßig mit den üblichen Verdächtigen (haufenweise Lebensmittel, und das jedes mal in irgendeiner
Impro Crossover Foxy Freestyle
Mittwoch, 24.10.2007: Impro-Crossover Foxy Freestyle und Nina Wehnert.1. Hälfte: Bewegungsorientierte Impro-Games von Foxy Freestyle. Solo-Tanz-Improvisation von Nina Wehnert. Wage mich einmal auch aus der Deckung und steigen in eines der Soli von Nina mit ein.2. Hälfte: Melanie/Albert-orientierter Harold. Nina als
Michael Stein ist tot
Der großartige Improvisierer und radikale Künstler Michael Stein ist in der vergangenen Nacht gestorben. Arbeit! Geißel der Menschheit! Verflucht seist du bis ans Ende aller Tage Du, die du uns Elend bringst und Not Uns zu Krüppeln machst und zu
Publikumsbeschimpfungen eines großen Improvisierers
Keith Jarrett in Frankfurt. Dreimal geht er von der Bühne und beschimpft sein Publikum: Ob es denn nichts gelernt habe. Typischer Künstler-Hochmut: Das Publikum wird als Masse betrachtet, das es eigentlich gar nicht verdient habe, dem Meister zuzuhören. Medien und
Türen
Ein Zeichen für Angst vorm Akzeptieren ist es, wenn szenisch übermäßig Türen „eingebaut“ sind. Wenn ich eine Tür oder eine Wand etabliere, rechtfertige ich es gewissermaßen, von meinem Mitspieler getrennt zu sein.Es geht hier natürlich nicht darum, dass man keine
Begründungen
Wenn in Szenen viel begründet wird, ist es ein Zeichen dafür, dass die Gruppe nicht im Moment ist und die Einzelspieler versuchen, auf kompliziert-clevere Weise die Elemente miteinander kausal oder zeitlich zu verknüpfen. Symptome sind übermäßig oft auftretende Wörter wie
Oper als Impro-Format
Wenn ein Ensemble einigermaßen singen kann und über einen in klassischer Musik bewanderten Pianisten verfügt, sollte es sich nicht scheuen, eine improvisierte Oper aufzuführen oder zumindest mit dieser Form zu proben. Sie ist nämlich nicht nur für den Zuschauer beeindruckend,
Mut/Angst
Angst kann einen regelrecht lähmen zu improvisieren. Mut hingegen beflügeln. Deutlich spürbar ist das in musikalischer Improvisation, vor allem beim Gesang. Wenn ich aufgefordert werde, z.B. eine zweite Stimme als Background zu improvisieren, dann habe ich damit in der Regel
Moderation
Die Begrüßung des Publikums sollte recht flott geschehen. Impro ist eine Kunst, die einen gewissen Witz aus ihrem Tempo zieht. Man sage, was man zu sagen hat und lasse den Smalltalk bleiben. Als Zuschauer, vor allem als neuer Zuschauer will
Positivität
Vor lauter Geschichtenerzählen und Problematisieren vergisst man manchmal, genügend Positivität beizubehalten. Selbst ein Killer sollte noch soviel Positivität in sich tragen, dass sein Verhalten nachvollziehbar bleibt und nicht nur abstoßend wirkt.Manchmal geschieht es, dass man einem Abend eine ganze Reihe
Impro auf größerer Bühne
Eine große Bühne muss auch gefüllt werden: Bewegung durch den Raum Licht (möglichst dynamisch) Gegenstände: Requisiten, Bühnenbild Die Bühne im Ambulatorium des RAW-Tempel ist für uns, die wir nun jahrelang eher kleine Bühnen genutzt haben, eine gewisse Herausforderung. Die Beleuchtungsmöglichkeiten
Komik des Improvisierens
Steffi Winny beschrieb die Komik des alten Improspiels „Rein/Raus“ so, dass die Spieler zu „Regie-Opfern“ werden. (Zumindest wenn es gut gespielt wird, d.h. schnell und ohne lange Rechtfertigungen, ist das der Fall.)Im Grunde aber funktioniert ein Großteil der gesamten Impro-Komik
Impro-Dialog
Die Ärzte, insbesonder Farin, hätten wohl gute Impro-Schauspieler abgegeben.An der Dialog-Geschwindigkeit könnten sich die Enthusiasten ein Beispiel nehmen.
Die Bühne ist frei
Viel zu selten vermitteln Improvisierer das Gefühl, sie würden die Freiheit der Bühne genießen. Stattdessen glauben sie, irgendwelche bekannten Games spielen, Wünsche des Publikums erfüllen oder Erwartungen der Mitspieler gerecht werden.Mach die Bühne zu deinem heiligen Freiraum – dem Temenos.
Auffassungen von Improvisation
Die meisten Improvisationsspieler scheinen der Auffassung zu sein, man müsse genügend Techniken, Schemata und Formeln lernen oder sich Listen zulegen, um immer besser spielen zu können. Man habe dann einen großen Sack an Erfahrungen und Möglichkeiten, aus dem man sich
Impro-Elemente im Verabredungstheater
Zuschauen bei den Proben von Dynamoland mit Andreas Gläser. Gudrun Herrbold ist nicht nur offen für Improvisationen, sondern lässt auch Unvollkommenes stehen – vor allem, um der Authentizität eine Chance zu geben. Nicht ohne Selbst-Ironie nennt sie die steife Form
Technik und Freiheit
Improvisationstheater zu lehren bedeutet ja meist zweierlei: Improvisation lehren und theatrale Techniken lehren.Wichtig ist in jedem Fall, dass die technischen Aspekte nicht überhand nehmen – auf Kosten der Freiheit, was oft bei Fortgeschrittenen geschieht. Umgekehrt brauchen wir eine ständige Erweiterung
Trick 17 mit Selbstüberlistung
Tu erst mal so, als wärst du gut. Umso eher stellt sich das dann auch ein.Tu erst mal so, als würdest du dieses Game, dieses Format beherrschen. Umso eher stellt sich das dann auch ein.Tu erst mal so, als hättest
Freude und Arbeit
In dem Moment, wo das Geschehen auf der Bühne eher nach angestrengter Arbeit als nach Freude aussieht, langweilt es. Das bedeutet, man sollte sich nicht auf mehr als zwei Regeln gleichzeitig konzentrieren. Für alte Bühnenhasen bedeutet es: Entwickle ein Gespür
Akzeptieren
Akzeptieren können wir einerseits als Technik begreifen, andererseits aber auch als grundlegendes Prinzip der Improvisation.Johnstone beschreibt vor allem den technischen Aspekt: Indem wir vor allem auf Sinn-Gehalte eingehen, treiben wir die Geschichte voran. Wir verlassen uns psychologisch auf den Strom
